Der Metzger muss nachsitzen

Der_Metzger_muss_nachsitzen.jpg
25 Jahre lang hat der Restaurator Willibald Adrian Metzger nichts von seinen Schulfreunden gehört. Dann stolpert er eines Tages im Park über die Leiche eines ehemaligen Kameraden. Doch als er mit der Polizei am Fundort eintrifft, ist nichts mehr von einer Leiche zu sehen. War es also Einbildung, wie die Polizei glaubt, oder zieht da jemand die Fäden im Hintergrund? Als der Metzger schließlich noch entdeckt, dass jemand in seine Werkstatt eingedrungen ist und den Zeigestab seines ehemaligen Klassenvorstandes deponiert hat, beginnt er wohl oder übel, allerdings höchst unfreiwillig, nachzuforschen

Meine Gedanken zum Buch: 

Ein Krimi mit Gymnasiumvergangenheit wo nicht alle Dinge bis zur achten Klasse geklärt wurden holt nach ca 25 Jahren mehrere Mitschüler ein...
Ein Krimi mit ein bisschen Wiencharakteristik. Ein großartiger Autor der sich zu den ganz großen Autoren Österreichs zählen kann.

Im Grunde sind fast alle Aufgaben erfüllt, die schwierigste liegt nun vor ihm. Er muss warten und er kann nichts tun, nicht einmal helfen, denn er weiß nicht, wobei und wie.
Jetzt ist es schon schwer, am Morgen aufzustehen und den Sinn zu suchen, der die Tage, von denen keiner weiß, wie viele von ihnen noch bleiben, ausfüllt. Heute ist es Mittag, als er aus dem Bett kriecht. Die morgendliche Dusche holt ihn zurück zu den Lebenden, dann geht er kurz ins Büro. Seine Mitarbeiter lassen auf Grund ihres Verhaltens eines genau erkennen: Sie sind sich bewusst darüber, dass mit ihm etwas nicht in Ordnung ist. Sehr zuvorkommend und ausgesucht höflich begegnen ihm seine Angestellten. Der Umgang miteinander ist in seiner Firma ohnedies sehr freundlich, eine der Regeln in ihrem Geschäft, nur so kommt man an das Trinkgeld der im Fall ihrer Kundschft ohnedies sehr losen Geldbörse heran. Trotzdem ist er seine Arbeit leid, der letzte Kunde wird er selbst sein.

Seitenangabe für Zitat1: 
95
Verlag: 
Leykamverlag
Auflage: 
3. Auflage
ISBN: 
978-3-7011-7577-2

Kommentare

zwar nicht gelesen, aber allein die zitierte Textstelle lässt mich stark an der Theorie "Ein großartiger Autor der sich zu den ganz großen Autoren Österreichs zählen kann" stark zweifeln.
Man lasse sich auf der Zunge zergehen: "Heute ist es Mittag, als er aus dem Bett kriecht. Die morgendliche Dusche holt ihn zurück zu den Lebenden..."
Was jetzt? Ist er mittags aufgestanden oder doch früher um die  Dusche noch morgendlich nennen zu können?
Solche Details denke ich machen den Unterschied zwischen "gut" und "grossartig"...

Ich mag den Autor! Habe ihn bei einer Lesung kennengelernt, eine Freundin und ich waren beeindruckt. Mittlerweile verlangt er 7€ Eintritt für seine Lesungen.
Ich finde Thomas Raab sehr menschlich.

Die Lesung war ganz toll. Lachen ohne Ende! Er schreibt gut!!!
Ist der Autor menschlich schreibt er niocht gut, schreibt der Autor gut, ist er nicht menschlich. Welche AutorInnen willst du?

Das hab ich nie gesagt, Du musst schon genau lesen, was ich geschrieben habe....
Nur ist Menschlichkeit noch lange keine Garantie dafür, dass jemand gut schreibt. Dein Zitat hat mich auch eher davon überzeugt, dass ich dieses Buch nicht lesen möchte, trotzdem gesteh ich es dem Autor zu, dass er ein netter Mensch ist. Und zu sagen, gute Autoren seien nicht menschlich, würd mir sicher nie einfallen...

Ich finde diesen Telegrammstil extrem mühsam, sorry. Da kann der Autor noch so nett sein....

hoffe ihr liegt euch jetzt nicht meiner Kritik wegen noch länger in den Haaren.
Zum Glück gefällt nicht jedem jedes Buch, wär' stinkfad sonst!
Also umarmt euch wieder, bussibussi, und jeder bleibt hinter der eigenen Tastatur!
 
Nur falls wirklich jemand einen Sekundanten bräuchte ...

Smile
 
Und danke, Michael! Ich denke, dieses Forum kann ein Bisserl Pfeffer gut gebrauchen. Immerhin hat es lauter Mitglieder, die kultiviert diskutieren können und wollen, und DAS ist die totale Ausnahme im Forenjungel!

Dieses Buch bekam ich als Geburtstagsgeschenk von meiner Schwester. Sie hat schon gewußt, dass es mir gefallen wird, ist die Hauptperson ja praktisch mein Berufskollege!
Die Handlung finde ich recht gut ausgetüftelt. Der Autor läßt bisweilen die Vorgänge aus der Sicht eines vorerst anonymen Beobachters kommentieren. Die vielen philosophischen Details sind erwähnenswert.
Einige Male beschreibt der Autor tatsächlich gewisse Szenen, die beim Möbel- Restaurieren vorkommen und zwar recht liebevoll. Auch denke ich, sind die Protagonisten und der Stoff recht bildhaft geschrieben, was eine Verfilmung erwarten läßt. 
Sicher sehr lesenswert.
Falls jemand durch die Raab- Lektüre mehr über die Welt der Aniquitäten erfahren möchte, empfehle ich dazu: "Das 1x1 der Möbelantiquitäten", hier im Forum ebenfalls beschrieben, mit vielen weiteren Buchtipps im Anhang.

Si si signore ! Schon lange, und so ist das Buch bei mir ganz gut angekommen, denn es werden zwischendurch recht gute und für mich nachvollziehbare Beobachtungen beschrieben. Diese Teile sind auch die, die mir am besten gefallen. Wink LG (Antwort hat leider gedauert)
 

Der erste Teil dieser Krimiserie macht uns mit Willibald Adrian Meztger bekannt , einem einsamen Mann mit ursoliden Ansichten und ziemlich schrulligen Gewohnheiten. Als er plötzlich über die Leiche eines alten Schulkameraden stolpert, steht seine Welt Kopf, Bewegung kommt in sein sonst so eintöniges Leben. Auf einmal muss er sich mit Themen wie Liebe und Mord beschäftigen, aber mit der Zeit kommt er drauf, dass das alles garnicht so übel ist, dass er wohl auch ein echtes Talent dafür hat, Geheimnisse zu lüften und ganz gut auf sich selbst aufzupassen.
 
Alles in allem ist diese Buch ausgesprochen witzig und originell, wobei es mir manchmal eine Spur zu bemüht moralisch und lehrmeisterlich ist. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten und war bis zum Schluss gespannt auf eine originelle Auflösung dieses skurrilen Mordfalles. Teil 2 befindet sich bereits auf meinem Kindle.