Das fünfte Kind

Harriet und David Lovatt haben vier Kinder und gelten als vorbildliche Familie. Das ändert sich mit dem fünften Kind: Ben ist ein Monster, das Haustiere erwürgt und seine vier Geschwister bedroht. Harriet geht daran beinahe zugrunde und stimmt zu, Ben in ein Heim zu bringen, aber als sie die Verhältnisse dort sieht, holt sie ihn zurück. Darüber zerbricht die früher glückliche Familie.

Meine Gedanken zum Buch: 

Dieser Roman ist kein Horrorbuch, sondern ernste, realistische Lektüre, die zum Nachdenken anregt, weshalb ein Mensch so wird, wie er wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die man dabei in Betracht ziehen kann, denn die Autorin selbst lässt es offen .Vielleicht ist Ben zu einem brutalen und geistig zurückgebliebenem Menschen geworden, weil Heriette das Baby bereits in der Schwangerschaft nicht wollte, oder weil sie zu viele Tabletten genommen hat. Vielleicht war der Arzt aber auch zu altmodisch und eine Krankheit, an der Ben gelitten haben könnte wurde nicht festgestellt. Das sind nur einige Möglichkeiten. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, obwohl man sich nur wundern kann wie eine Mutter vier Kinder im Stich lassen kann, um für eines zu Sorgen, dem sie und alle anderen Lebewesen egal sind. Obwohl der Roman ohne Action und Horror auskommt, ist er ungemein spannend geschrieben und lässt sich schnell lesen.

Verlag: 
Weltbild Buchverlag
Auflage: 
Auflage: 1
ISBN: 
978-3898971201/3898971201

Kommentare

sollte man keine schwangere Frau lesen lassen, denn es ist sehr bedrückend und könnte Angstgefühle hervorrufen. Außer man ist ein sehr harter Knochen,
meint Paula
 
 
 

Es klingt beängstigend, aber lesenswert - werd mal schauen, ob ich das nicht sogar daheim im Regal stehen habe.

Da bin ich schon gespannt! Doris Lessing hat übrigens auch den Literatur-Nobelpreis 2007 erhalten. Wußte ich auch noch nicht. Ausserdem gibt es eine Fortsetzung die sich "Ben in der Welt" oder so ähnlich nennt.

ich hab auch ein Buch von ihr zum Geburtstag bekommen, es aber noch nicht gelesen, ich weiß jetzt nicht einmal mehr, wie es heisst.
Ich hab bei Amazon nachgesehen, es heisst tatsächlich so und klingt recht vielversprechend. Wenn mir "Das 5. Kind" gefallen hat, kauf ich mir das sicher auch.

Hallo Alex, hab das Buch gestern begonnen und bin jetzt - sie ist gerade mit Ben schwanger - schon sehr davon angetan! Die Erzählweise ist ja genial - einfach, direkt, keine Schnörksel, und trotzdem so detailliert, dass man sich alle der vielen Personen gut vorstellen kann.
Noch einmal danke für den Tipp!
Germana

Wegen der Direktheit, gerade deshalb ist es ja so "grausam".
Ich würde auch gerne noch Deine abschließende Meinung wissen.

Hab's fast in einem durchgelesen - ein unglaubliches Buch! Obwohl es so simpel gehalten ist, ist es so traurig, so erschütternd. Es macht einem ein komisches Gefühl im Magen, finde ich.
 
Und natürlich überlegt man, ob Harriet richtig gehandelt hat, aber Mutterliebe ist wohl auch in so einem Fall unbezwingbar. Ich kann verstehen, dass sie sehen wollte, wo ihr Kind gelandet ist und dass sie ihn mitgenommen hat. Was ich so tragisch finde ist, dass niemand in ihrem Umfeld diese Andersartigkeit des Kindes in einer Art eingestehen konnte - vor allem die Ärzte nicht - sodass man ihnen Hilfe angeboten hätte. Alle haben das Kind abgelehnt und Harriet als Schuldige hingestellt, niemand hat versucht zu verstehen, warum dieses Kind so ist, wie es die Welt wahrnimmt und wie man ihm helfen kann. Echt erschütternd!
 
"Ben in der Welt" ist ja eine Art Fortführung der Geschichte, ich werde das Buch jetzt gleich bestellen und Dir dann berichten.
 

Es ist wirklich ein unglaubliches Buch, weil ich mich noch bevor ich selbst Mama wurde, recht gut identifiziern konnt. Das liegt einfach an dem Schreibstil.
Ich glaube, dass ich das Buch nicht nochmal lesen kann. Die Fortsetzung hat mich auch interessiert und werde sie mir mal notieren.
Und übrigens: ich hatte auch ein ganz komisches Gefühl im Bauch.
Wahrscheinlich war es auch damals kaum möglich Hilfe zu finden, damals gab es wohl kaum ein Akzeptanz für eine gewisse "Andersartigkeit".

dass Du da Recht hast - damals war wohl wirklich kein Platz für Kinder, die anders waren. Andererseits ist Harriet ja zu einer Therapeutin gegangen, die hätte doch zumindestens sehen müssen, dass dieses Kind nicht der Norm entspricht.
Die Fortsetzung sollte noch diese Woche bei mir eintreffen, d.h. sobald ich meinen letzten Jo Nesboe fertiggelesen hab (heisser Tipp, wenn Du auf wirklich gute Krimis stehst!!!), werd ich mich gleich drüberstürzen und dann berichten.