Das andere Kind

Das_andere_Kind.jpgEine alte Farm, eine einsame Landschaft, ein düsteres Geheimnis aus vergangener Zeit. Mit tödlichen Folgen für die Gegenwart ...

In der nordenglischen Küstenstadt Scarborough wird eine Studentin erschlagen aufgefunden. Monatelang tappen die Ermittler im Dunkeln – dann geschieht ein ähnlicher Mord. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Opfern ist nicht erkennbar. Und so klammert sich die ehrgeizige Polizistin Valerie Almond an das allzu Offensichtliche: an ein Zerwürfnis in der Familie des zweiten Opfers. Lange ist ihr der Blick jedoch verstellt für das Gift, das in dieser Familie wirkt, und dessen Ursprung sie bis weit in die Vergangenheit hinein zurückverfolgen müsste. Und fast zu lange dauert es, bis Valerie Almond begreift, dass ein kranker Täter seinen Rachedurst noch nicht gestillt hat …

Meine Gedanken zum Buch: 

Charlotte Link kann gut erzählen, daran besteht kein Zweifel, aber leider schafft sie es nicht, ihren Figuren wirklich Tiefe zu verleihen. Trotz der Dramen, die jede für sich erlebt, bleiben sie flach und unnahbar, nicht nachvollziehbar in ihrer Handlungsweise.
Die Geschichte an sich ist spannend, zum Teil grausam, berührend und schockierend. Gespickt mit historischen Elementen aus dem 2. Weltkrieg, der Kinderevakulierung und The Blitz vermittelt sie einen gute Vorstellung darüber, wie furchtbar das Leben in dieser Zeit für die Londoner gewesen sein muss. 2 parallele Handlungselemente vereinen sich letztendlich zu einem Geheimnis, das die Hauptfiguren anhand von E-Mails, alten Tagenbüchern und Recherchen Schicht für Schicht lüften.
Alles in allem nicht schlecht, aber wenn man die fast 700 Seiten nicht gelesen hat, entgeht einem auch nichts. Für ein Meisterwerk fehlt einfach das besondere Etwas.

Verlag: 
Blanvalet Taschenbuch Verlag
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3442376322