Das Tagebuch von Adam und Eva

Liebe auf den ersten Blick war es weiß Got nicht - so lässt sich der Beginn der Romanze zwischen Adam und Eva beschreiben, wenn wir uns nicht auf die Genesis, sondern auf die Tagebücher berufen, die Mark Twain seinen biblischen Protagonisten in die Feder diktiert. Mit ebenso humor- wie liebevoller Nachsicht verhandelt er hier die keineswegs paradiesischen Unzulänglichkeiten der Geschlechter am Beispiel des ersten Traumpaares der Geschichte. Dass die beiden schließlich doch noch zueinanderfinden, ist ein seltenes Glück für die Menschheit - und für den Leser!

Meine Gedanken zum Buch: 

Köstlich zu lesen! So könnte es dem ersten Mann und der ersten Frau also miteinander ergangen sein! Es ist wirklich amüsant, die beiden Seiten der gleichen Geschichte zu betrachten. Aber so ist es wirklich, auch wenn man es nicht wahrhaben will.  Kein Wunder wenn Frauen und Männer so oft aneinander vorbei reden, wenn sie doch eigentlich das gleiche meinen! Es ist doch wirklich so, dass Frauen und Männer einfach andere Bedürfnisse und andere Sichtweisen haben. Adam und Eva lernen das in dem Buch zu akzeptieren und zu lieben. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten, die sie miteinander haben, finde ich den Schluß des Buches total versöhnlich . Nach 40 gemeinsamen Jahren schreibt Eva: Ich bete dafür, dass wir gemeinsam aus diesem Leben scheiden. ... Doch wenn einer von uns zuerst gehen muss, dann bete ich, dass ich es bin. (Seite 94) Und Adam schreibt an Evas Grab: Wo immer sie war, dort war Eden.  (Seite 96)

Auszüge aus Adams Tagebuch:  (ein) Samstag Das neue Wesen ( Eva) isst zu viele Früchte. Irgendwann haben wir dann gar keine mehr, höchstwahrscheinlich. Schon wieder "wir" - das ist doch "sein"  Wort. Jetzt ist es auch meins, weil ich es so oft höre. ..... Es geht bei jedem Wetter raus und stapft mit seinen dreckigen Füßen wieder herein. Und redet. Es war früher so angenehm und ruhig hier.

Seitenangabe für Zitat1: 
11

Auszüge aus Evas Tagebuch:  (ein) Samstag
Gestern Nachmittag bin ich, in einiger Entfernung, dem anderen Experiment (Adam) gefolgt, um wenn möglich herauszufinden, wozu es gut ist. Es ist mir jedoch nicht gelungen. Ich glaube es ist ein Mensch. Mir war bisher kein Mensch begegnet, aber es sah aus wie einer, und ich bin mir dem Gefühl nach ziemlich sicher, dass es ist, was es ist. .....Zuerst hatte ich Angst vor ihm und fing jedes Mal an wegzulaufen, sobald es sich umdrehte, weil ich dachte, es würde mich verfolgen. Doch nach und nach bemerkete ich, dass es nur versuchte, seinerseits vor mir zu fliehen, also war ich danach nicht mehr ängstlich.

Seitenangabe für Zitat2: 
54

Nach der Vertreibung
Wenn ich zurückblicke, erscheint mir der Garten wie ein Traum. Er war hinseißend schön, zauberhft schön. Jetzt ist er verlorren und ich sehe ihn nie wieder.
Der Garten ist verloren, doch ich habe IHN gefunden und bin zufrieden. Er liebt mich, so gut er kann. Ich liebe ihn mit aller Kraft meines leidenschftlichen Wesens, und ich glaube, das entspricht meiner  Jugend und meinem Geschlecht.

Seitenangabe für Zitat3: 
90
Verlag: 
Anaconda
Auflage: 
Erstauflage
ISBN: 
ISBN 978-3-86647-599-1

Kommentare

Ich hab zu diesem Thema "Unendlichkeit in ihrer Hand" von Gioconda Belli hier vorgestellt, ein etwas anderer Ansatz, aber das selbe Thema. Vielleicht interessiert Dich das ja auch, gut geschrieben ist das Buch auf jeden Fall.

Ich habe dieses Buch von meinen Kollegen geschenkt bekommen und ich finde es herrlich. Adam und Eva werden mit solcher Unschuld beschrieben, man spürt förmlich das neue Leben. Ein erfrischendes Buch für zwischendurch (es hat nur 96 Seiten).

Es ist wirklich köstlich geschrieben, nicht wahr. Wie du es sagst: mit so einer Unschuld! Ich habe mittlerweile auch Giaconda Bellis "Unendlichkeit in meiner Hand" gelesen, wo es nicht so unbeschwert abläuft. Viel näher an der Jetzt-Zeit halt. 

Mittags habe ich aufgehört zu arbeiten und nur noch Pause gemacht und bin mit den Bienen und den Schmetterlingen überall herumgesegelt und habe mich an den Blumen berauscht, an diesen wunderbaren Wesen, die Gottes Lächeln aus dem Himmel küssen und es bewahren!