Das Tagebuch der Anne Frank

Das Tagebuch der Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich. Symbol für den Völkermord and den Juden durch die Nazi-Verbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin.

Meine Gedanken zum Buch: 

„Das Tagebuch der Anne Frank“ stand auf meiner Bücherwunschliste schon ganz oben, als sich die passende Möglichkeit bot, dieses Buch für die Schule zu lesen. Gegen den Rat meiner Freundin, die dieses Buch schon gelesen hatte und es als langweilig empfand, ließ ich mich auf Annes witzige, spannende und interessante Tagebucheinträge ein.  Ab dem Anfang an begeisterte mich Anne mit den Erzählungen, die sie Kitty anvertraute. Auch wenn es zwischendurch etwas langweilig war und ich nicht von der Stelle kam, bereue ich es in keinerlei Hinsicht, dieses Buch, besser gesagt Tagebuch, gelesen zu haben. Der Schreibstil von Anne ist bewundernswert und ihre Art Dinge zu beschreiben, ist meiner Meinung beachtlich. Besonders die Verschiedenheit der Tagebucheinträge hat mir sehr gut gefallen. So schreibt sie über die Streitereien, Konflikte und Meinungsverschiedenheiten der Geflohenen, lässt sich über ihre Eltern aus, beschreibt angstvolle Momente wie Einbrüche im Vorderhaus, Bombardierungen und Schießereien, informiert über den neuesten Stand der Politik und noch vieles mehr. Weil mich die Zeit um den 2. Weltkrieg und die damalige Judenverfolgung sehr interessiert, war das genau das richtige Buch für mich, was die Thematik betrifft. Doch „Das Tagebuch der Anne Frank“ hat mich auch sehr zum Nachdenken gebracht. Wenn ich nur an die vielen Menschen und auch an Anne und alle Versteckten vom Hinterhaus denke, die in qualvollen Umständen sterben mussten, denke ich mir, wie anders das Leben dieser unschuldigen Menschen hätte verlaufen können. Anne wäre vielleicht berühmte Schriftstellerin geworden und wir hätten vermutlich ihre bemerkenswerten Bücher, zuallererst „Das Hinterhaus“ bestaunen können. Ich würde dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Es könnte besonders denen gefallen, die sich für Geschichte interessieren, jedoch auch diejenigen, die gerne über die Leben oder Schicksäle junger Menschen lesen! 

Dienstag, 7. März 1944 „Wenn ich so über mein Leben von 1942 nachdenke, kommt es mir so unwirklich vor. Dieses Götterleben erlebte eine ganz andere Anne Frank als die, die hier jetzt vernünftig geworden ist. Ein Götterleben, dass war es. An jeden Finger fünf Verehrer, ungefähr zwanzig Freundinnen und Bekannte, der Liebling der meisten Lehrer, verwöhnt von Vater und Mutter, viele Süßigkeiten, genug Geld – was will man mehr? […] Die Lehrer fanden meine schlauen Antworten, mein lachendes Gesicht und meinen kritischen Blick nett, amüsant und witzig. Mehr war ich auch nicht, nur kokett und amüsant. Ein paar Vorteile hatte ich, durch die ich ziemlich in der Gunst blieb, nämlich Fleiß, Ehrlichkeit und Großzügigkeit. Nie hätte ich mich geweigert, jemanden, egal wen, abschauen zu lassen, Süßigkeiten verteilte ich mit offenen Händen, und ich war nicht eingebildet. […] Ich betrachte diese Anne Frank jetzt als ein nettes, witziges, aber oberflächliches Mädchen, das nichts mehr mit mir zu tun hat.“

Seitenangabe für Zitat1: 
202

O ja, ich will nicht umsonst gelebt haben wie die meisten Menschen. Ich will den Menschen, die um mich herum leben und mich doch nicht kennen, Freude und Nutzen bringen. Ich will fortleben, auch nach meinem Tod.

Seitenangabe für Zitat2: 
238

Auf eigenen Beinen im Leben stehen ist schwierig, aber noch schwieriger ist es, charakterlich und seelisch allein zu stehen und doch standhaft zu bleiben.

Seitenangabe für Zitat3: 
302
Verlag: 
Fischer
Auflage: 
16. Auflage
ISBN: 
ISBN-13: 978-3596152773 / ISBN-10: 3596152771