Das Licht brennt ein Loch in den Tag

das_licht_brennt_0.jpgEin Erzähler, durch Erinnerungslücken beunruhigt, findet einen ungewöhnlichen Ausweg, dem Verlust des Gedächtnisses zu entgehen. Er verteilt seine Erlebnisse mündlich und in Briefen an seine Freunde. Eines Tages, wenn ihm Details der eigenen Biographie entfallen sind, sollen ihm die Freunde seine Erinnerungen angereichert "zurückerzählen".

Meine Gedanken zum Buch: 

Welch grandiose Idee. Gegen das eigene Vergessen Briefe mit Geschichten an seine Liebsten zu verteilen. Die Panik des eigenen Vergessens und des Nicht-Trauen dieses Schrittes like Genazino beunruhigt. Ist das vielleicht der Grund, warum Ältere immer wieder und wieder die gleiche Geschichte (und das auch ganz gleich) erzählen. Lassen wir sie doch dies mündlich tun, wenn sie es schriftlich eben nicht schaffen.

Im Sinne der drei falschen Uhrzeiten habe ich den Anspruch aufgegeben, in allen meinen Mitteilungen wiedererkennbar zu sein. Wenn Dir das zu unbesorgt ist, werde ich Dir selbstverständlich keine Erinnerungen mehr schreiben; aber ich hoffe, Du bist nicht so ernst wie die einzig richtige Zeit.

Seitenangabe für Zitat1: 
7677

Lieber Werner, es genügt, wenn Du das Wort Straßenbahn sagst. Falls mir daraufhin nichts einfällt, hilfst Du ein wenig nach und sagst: Nicht auf den Boden spucken.

Seitenangabe für Zitat2: 
29

Lieber Christoph, erinnere mich, daß ich seit der Kindheit lüge. Als Kind log ich bedenkenlos, weil ich sicher war, das Lügen hört auf, wenn man erwachsen geworden ist.

Seitenangabe für Zitat3: 
54
Verlag: 
Rowohlt
Auflage: 
2. Auflage Februar 2002
ISBN: 
3499226944