Das Labyrinth der Wörter

Labyrinth_der_W__rter.jpgGermain ist ein Bär von einem Mann und nicht der Schlauste. Außer für seinen Gemüsegarten und das Schnitzen von Holzfiguren interessiert er sich nur für die Tauben im Park. Als er dort eine reizende Dame kennenlernt, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Denn die feinsinnige Margueritte beschließt, den ungebildetetn Hünen für die Welt der Bücher zu gewinnen.

Meine Gedanken zum Buch: 

Dieses Buch zu lesen, habe ich sehr genossen.
Die Autorin beschreibt die Wandlung von Germain von einem in den Tag hineinlebenden Mann, der sich über kaum etwas ernsthaft Gedanken macht zu einem Mann, der das eigene Leben reflektiert. Durch die Gespräche mit Margueritte beginnt er über sich selbst und über die Beziehungen in seinem Leben nachzudenken. Sie begeistert ihn für Bücher und das Lesen und vermittelt ihm dadurch, ohne es zu ahnen, die Kompetenzen, die er braucht, um schlussendlich ihr vieles zurückzugeben zu können.
Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist zu lesen und halte Bücher für sehr wertvoll. Ich meine damit nicht nur die Möglichkeit, sich in der zivilisierten Welt zurechtzufinden. Bücher regen die Fantasie an, helfen uns Gefühle auszudrücken und vermitteln Wissen. Dieses Buch spricht mir von der ersten bis zur letzten Seite aus der Seele.

Wörter sind wie Schachteln, in die man seine Gedanken einsortiert, um sie den anderen besser präsentieren und verkaufen zu können. Zum Beispiel gibt es Tage, wo man am liebsten auf alles und jeden einschlagen würde und dann doch nur einen Flunsch zieht. Daduch könnten die anderen glauben, dass man krank oder unglücklich ist. Wenn man stattdessen mit Worten sagt: "Geht mir bloß nicht auf den Sack, heute ist nicht mein Tag!", dann vermeidet man solche Missverständnisse.

Seitenangabe für Zitat1: 
21

Eines Tages hat sie zu mir gesagt: "Sie sind ein echter Leser, Germain, wie ich sehe."
Das hat mich erst mal zum Lachen gebracht, weil ich und Bücher ... na ja, Sie wissen schon.
Aber sie meinte das ganz ernst. Sie hat mir erklärt, dass Lesen mit Zuhören anfängt. Ich selbst hätte eigentlich eher gedacht, mit Lesen. Aber sie hat gesagt: "Nein, nein, glauben Sie das nicht, Germain! Um Kindern das Lesen nahezubringen, muss man ihnen laut vorlesen." Und sie hat hinzugefügt: "Wenn man das gut macht, dann werden sie davon abhängig, wie von einer Droge. Später, wenn sie größer sind, brauchen sie Bücher."

Seitenangabe für Zitat2: 
71

Er redet besser als ich, klar. Aber was hat er davon, wenn er eigentlich nichts zu sagen hat?

Seitenangabe für Zitat3: 
115
Verlag: 
Hoffmann und Campe
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
978 3 455 40254 4

Kommentare

...ich glaub ich muss dieses Buch morgen kaufen um im Urlaub was tolles zum Lesen zu haben.....
schön dass ichs noch rechtzeitig entdeckt hab bzw. dass du es hier vorstellst....
eva

Wie sich zwischen diesen beiden völlig unterschiedlichen Menschen, der reizenden kleinen belesenen und gebildeten alten Dame und dem einfachen, ungebildeten, uninteressierten Riesen Zuneigung und Respekt entwickelt, ist so wunderbar einfühlsam beschreiben.
 
Ich kann es nur wärmstens weiterempfehlen.
 
Das Buch war übrigens mein Gewinn beim letzten Büchergewinnspiel, die perfekte Wahl in meinen Augen.

Vielleicht spielt das ja nicht SO eine Rolle, oder man hat seinen Part einfach entsprechend adaptiert. In dem Filmausschnitt, den ich gesehen habe, wirkt er auf jeden Fall jünger als er ist, was natürlich auch an der Frisur liegt und der Art, mit der er spricht und sich bewegt.

Ich hab' ein bisschen recherchiert und feststellen müssen, dass kein Filmstart in Österreich vorgesehen ist - in Deutschland läuft der Film seit 6.1.2011

Lt. Aussagen meiner Freunde muss er serh schön sein, ich hab's leider wieder einmal nicht geschafft... Zum Glück gibt's ja DVDs, und der nächste Winter kommt bestimmt!

Am 21. Juni wird er bei "Kino anders" um 18 Uhr und 20 Uhr in Gleisdorf gezeigt. Vielleicht sieht man sich!
 
lg, Gabi

Buch gelesen, Film gesehen. Fazit: ich bin begeistert! Von beiden, denn der Film ist so nah am Buch, dass man sogar fast wörtlich zitiert. Der Schluss wurde etwas umgemodelt, aber damit kann man leben.
Eine herzerwärmende Geschichte mir vielen witzigen und durchaus berührenden Elementen, die nie ins Kitschige abgleitet. Buch und DVD ein absoluter Tipp für graue Winternachtmittage und als Abwechslung zu all den spannenden Geschichten, die wir sonst immer lesen.