Das Böse oder das Drama der Freiheit

Safranski beleuchtet in 17 Kapiteln in einer Art Zeitreise durch die Philosophie die Entwicklung dessen, was jeweilig als das Böse galt. Er gleicht philosophische Gedanken stets mit den Entwicklungen in der Literatur und der aufkeimenden
Psychoanalyse ab. Faszinierend, wie er uns spüren läßt, was Konstruktivismus bedeutet: Jeder hat, lebt seine Wahrheit, sein Bewußtsein; das Mängel-Wesen `Mensch` tritt bei aller Denke im Gewand schonungsloser Hilflosigkeit auf.

Meine Gedanken zum Buch: 

Ein fulminantes, bewegendes, lebendiges, treffendes Buch auch für philosophisch nicht Vorgebildete. Eine wundervolle Zeitreise durch die Entwicklungs-Geschichte des Denkes, Fühlens und des Bewußtseins. Eine selten gelungene Verknüpfung von Philosophie und Psychologie! Eine wirksame Hilfe zum Abgleich mit eigenen (Vor-)Urteilen.  Philosophie ist nicht nur der Schritt zur Seite, sondern täglich neues Staunen über die Welt und das eigene Selbst!
 

"Erkenntnis hat einen gebrochenen Weltbezug zur Folge. Der Erkenntnisbruch ist der Sündenfall"

Seitenangabe für Zitat1: 
116

"Wenn der Absolutismus der Gegenwart durch das Bewußtsein von Zeit gebrochen ist, hört die Geborgenheit im Hier und Jetzt auf.... Der Horizont der Zeit wird zur Drokulisse"
 

Seitenangabe für Zitat2: 
116117

"Denn der Mensch ist wohl doch ein Wesen, das ungern auf das Gefühl verzichtet, `gemeint` zu sein. damit hängt auch der Wunsch zusammen, daß der eigene Anfang etwas mit einem selbst zu tun haben möge"

Seitenangabe für Zitat3: 
325
Verlag: 
Fischer
Auflage: 
2.Auflage 1999
ISBN: 
ISBN-3-596-14298-9