Damals war es Friedrich

Das Buch enthält die kurze Lebensgeschichte Friedrich Schneiders, Kind jüdischer Eltern. Der Bogen spannt sich von der Geburt (1925) bis ins Alter von 17 Jahren (1942). Während eines Bombardements wird er - weil er Jude ist - aus dem Luftschutzkeller vertrieben und findet draußen, von einem Splitter getroffen, den Tod.

Hans Peter Richter erzählt in zeitlicher Parallele zur Judenverfolgung im Dritten Reich. Fast jedes der 32 Kapitel enthält einen weiteren Schritt auf dem Wege zur Entrechtung und Vernichtung der Juden. Es beginnt mit Beschimpfungen und Beschuldigungen und endet mit Zerstörungen, Verhaftungen und dem Tod Friedrichs, der hier stellvertretend für den gewaltsamen Tod von Millionen Juden steht.

Alle Gewalttaten gegen die Juden werden auf die persönliche Lebensebene Friedrichs und seiner Eltern projiziert. Dadurch wird die Judenverfolgung unmittelbarer und konkreter geschildert: die Kündigung der Wohnung (Treppengespräch), der Verlust des Arbeitsplatzes (Herr Schneider), die Propaganda der Nationalsozialisten (Schulweg, Die Schlaufe, ...), die Demütigungen in Schwimmbad, Kino und Stadtpark, die Zerstörung jüdischer Geschäfte und Wohnungen, die Gewalt gegen Menschen.

Erzählt wird in der Ich-Form und aus der Sicht eines Nichtjuden, der als Kind und Jugendlicher ohnmächtig die sich steigernden Gewalttaten der Nationalsozialisten gegenüber den Juden erlebt.

Hans Peter Richter zeigt dem jungen Leser besser und eindringlicher, als es jede Dokumentation vermag, was Judenverfolgung im "Dritten Reich" konkret bedeutete. Über die Pogrome hinaus gewinnt der Leser auch Einblicke in jüdisches Leben und Denken.

Meine Gedanken zum Buch: 

Das Buch war Sehr ergreifend

Verlag: 
dtv
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
978-3-423-07800-9

Kommentare

du bist ja ganz fleißig!
Sehr gespannt sind wir auch auf die Buchcover und lustige oder interessante Zitate.
Viel Spass weiterhin auf bookreaders. Es gibt da ja einiges zu entdecken für Dich.
schreibt Reinhard XING