Chronik eines angekündigten Todes

Chronik_eines_ank_Todes.gifNoch in der Hochzeitsnacht wird sie von ihrem Mann wieder nach Hause geschickt: Angela Vicario ist nicht mehr unberührt. Gefangen im Netz jahrhundertealter Traditionen, haben ihre Brüder keine Wahl: Der mutmaßliche Täter muß sterben!

Meine Gedanken zum Buch: 

In "Chronik eines angekündigten Todes" erzählt Marquez von Ehre und Tradition UND der Schlinge, die sich dadurch um so viel Hälser legt und sich immer enger zusammen zu ziehen beginnt.
 
Wer Marquez Sprache liebt, wird auch hier nicht enttäuscht werden. Sprachlich wieder mal sehr gewaltig, wie man es von ihm gewohnt ist, hat mich dieses Buch erneut von diesem Autor überzeugt.
Neben der Begeisterung über seinen Schreibstil, hat dieser Roman auch die eine oder andere Frage aufgeworfen.
zB die Frage der Familienehre... wie sinnvoll ist das Bestreben, die Ehre aufrecht zu erhalten, überhaupt... können Schicksale, die dadurch entstehen, mit solchen Taten gerechtfertigt werden.... und was, wenn die Tradition JA sagt, aber der Kopf NEIN.....

"Er wirkte wie ein Schwuler", sagte sie zu mir " Und das war schade, denn er sah so lecker aus, dass man ihn  am liebsten mit Butter bestrichen und bei lebendigem Leibe vernascht hätte."

Seitenangabe für Zitat1: 
27

Angela Vicario war die Schönste der vier, und meine Mutter sagte, sie sie wie die großen Königinnen der Geschichte geboren worden: mit der Nabelschnur um den Hals

Seitenangabe für Zitat2: 
33

Auch Liebe lässt sich lernen

Seitenangabe für Zitat3: 
36
Verlag: 
Fischer Taschenbuch Verlag
Auflage: 
6. Auflage: Januar 2010
ISBN: 
978-3-596-16253-6

Kommentare

Er war gesünder als wir, aber wenn man ihn abhorchte, hörte man die Tränen in seinem Herzen tropfen.
 
Marquez weiß, wie er mit Worten umzugehen hat....
 
 
Zitat Seite 33:
.... es gäbe keine besser erzogenen Töchter. "Sie sind perfekt" hörte ich sie häufig sagen. "Jeder Mann wird mit ihnen glücklich werden, denn sie sind zum Leiden erzogen worden."