CIA - Die ganze Geschichte

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Nach 20jähriger Recherchearbeit und Einsichtnahme in über 50.000 Dokumente liegt Tim Weiners Geschichte der CIA von ihrer Gründung im Jahre 1947 bis ins Jahr 2007 vor.
Entstanden ist die Organisation aus der Sorge der Amerikaner vor einer Übernahme Europas durch den Kommunismus nach dem 2. Weltkrieg. Der Autor beschreibt die wechselvolle Geschichte der Agency, die nach dem Ende des Kalten Krieges beinahe ihre Existenzberechtigung verloren hätte. Es ist die spannende Darstellung der gefährlichen Arbeit des amerikanischen Geheimdienstes in fast allen Ländern, die für die USA von Interesse waren, oft ohne grundlegende Kenntnisse der jeweiligen Sprache und Kultur. Es wird über die CIA-Direktoren und ihr Verhältnis zu den damaligen US-Präsidenten berichtet; der Leser erfährt aber auch eine Menge schockierender Details über Geheimdienstoperationen, die bei weitem nicht alle von Erfolg gekrönt waren, wobei weder Geld noch Menschenleben eine Rolle spielten.
Abschließend erörtert der Autor auch noch die Frage, ob der 11. September 2001 durch eine bessere Analyse der Informationen, über die die CIA verfügte, zu verhindern gewesen wäre.

Meine Gedanken zum Buch: 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, stellenweise ist es spannend wie ein Krimi und in einem sehr gut lesbaren Stil geschrieben, obwohl sich Tatsachen auf Tatsachen häufen. Auch vom Umfang her (zu den über 600 Textseiten kommen etwa 200 Seiten Anmerkungen) ist das Buch noch durchaus im Rahmen dessen, was sich der interessierte Laien zuzumuten vermag.
Zwei Kritikpunkte muss ich dennoch anbringen:
Einerseits habe ich mich während der Lektüre des öfteren gefragt, ob die Erwähnung so vieler Namen einschließlich sämtlicher Funktionen dieser Personen zum Verständnis unbedingt notwendig ist. Meinen Lesefluß hat diese Vorgehensweise jedenfalls zeitweise etwas behindert. Statt dessen hätte ich mir mehr allgemeine Informationen gewünscht, zumal der Journalist Tim Weiner auch Erzähltalent besitzt und sich in seinem langen Berufsleben bestimmt auch ein reiches Erfahrungsrepertoire angesammelt hat.
Und zum anderen hatte ich ziemlich von Anfang an das Gefühl, dass er vor allem eine Geschichte der Mißerfolge der Agency geschrieben hat. Auch wenn dies den Tatsachen entsprechen mag, hätte ich mir in diesem Punkt mehr Ausgewogenheit gewünscht.
Insgesamt gesehen darf sich der Leser jedoch auf ein sehr informatives und zum Großteil leicht lesbares Buch freuen.

Verlag: 
Fischer Taschenbuch
Auflage: 
5. Auflage
ISBN: 
978-3-596-178650