Brief an meine Mutter

Waris_Dirie__Brief.jpgWien, im Herbst: Nach zehn Jahren der Trennung holt Waris Dirie ihre Mutter aus Afrika zu sich. Doch die anfängliche Frude über das Wiedersehen schlägt bald um in gegnseitige Vorwürfe und Missverständnisse. Waris muss erkennen, wie groß der Graben zwischen ihr und der Mutter immer noch ist und wie eng Leid und Liebe verkettet sind. Sie beschließt der Mutter nach deren Abreise einen langen Brief zu schreiben, in dem sie auch von einem Geheimnis erzählen will, das sie bislang niemandem anvertrut hat.

Meine Gedanken zum Buch: 

Ich habe auch ihre anderen Bücher gelesen, die mcih sehr betroffen gemacht haben. In diesem Buch lernt man eine neue Seite von Waris Dirie kennen. Sie schreibt sehr offen über die Beziehung zu ihrer Mutter. Sie liebt sie und sehnt sich nach ihr, doch sie kann nicht verstehen, dass ihre Mutter nach wie vor die Verstümmelung von Mädchen in ihrer Heimat verteidigt. Ein sehr persönliches Buch, das auch aufzeigt wie tief die Wunden heute noch sind, und dass Waris Dirie sehr gefährdet ist ihre Probleme mit Alkohol zu lösen zu versuchen.

Mama, du hast mir vorgeworfen, dass ich keine Somalierin mehr sei. ich würde denken und handeln wie eine Europäerin. Aber das stimmt nicht. Ich bleibe für alle Zeit mit meinem Geburtsland verbunden. Mehr noch: Ich kann jetzt Menschen aus meiner Heimat helfen, die in echte Not geraten sind.

Seitenangabe für Zitat1: 
85

Afrika hat so viele starke Frauen. Sie könnten der Stolz des Kontinents sein. Aber stattdessen werden sie benachteiligt, unterdrückt, sexuell gedemütigt. Ein unseliger Mix aus falsch verstandener Tradition und Religion muss als Begründung dafür herhalten. Und was tun Frauen wie meine Mutter? Sie steigen nicht auf die Barrikaden, um dagegen anzukämpfen, sondern sie verteidigen dieses ungerechte System auch noch.

Seitenangabe für Zitat2: 
153
Verlag: 
Ullstein Taschenbuch
Auflage: 
1. Auflage
ISBN: 
978 3 548 37219 8

Kommentare

Ich lese wahre Geschichten recht gerne und bin dann meist sehr erschüttert, dass es so etwas in der heutigen Zeit noch geben kann.
Zusätzlich bin ich auch noch von den zuständigen Behörden (Polizei) enttäuscht. Waris Dirie wird von einem "Stalker" offensichtlich verfolgt, er bricht bei ihr ein,... Die Polizei verspricht, dass er ihr nichts mehr tun wird und ins Gefängnis kommt, trotzdem steht er immer wieder vor ihrer Tür und belästigt sie. Da frag ich mich: "Muss wirklich erst etwas Ärgeres passieren, damit die Opfer geschützt werden?"