Ausgekocht

Für Mira Valensky, Lifestylejournalistin und Freizeitdetektivin, wird der Traum vieler Hobbyköchinnen wahr: Sie darf in einem Gourmetrestaurant beim Kochen mithelfen. Es gilt nämlich herauszufinden, was in der Küche von Billy Winter, der neuen Chefin vom "Apfelbaum", los ist. Salz und Pfeffer werden vermischt, eine Wassermelone wird durchs Fenster geworfen, sechsundvierzig Bürgermeister erleiden eine Pilzvergiftung, der tschechische Koch verschwindet spurlos. Es herrscht Hochbetrieb in dem Restaurant, doch Billy Winter bangt, im Fünf-Sterne-Führer einen Stern zu verlieren trägt doch das Küchenmesser, das in der Brust des Gastronomiekritikers steckt, ihr Monogramm.

Meine Gedanken zum Buch: 

Packender Krimi in gewohnter Rossmann-Manier. Als Leser beginnt man ständig zu mutmaßen, wer der Täter sein könnte... Bis zum Schluss hin spannend.

Ich gehe in die Küche, werfe noch einmal einen Blick auf alles, drehe das Licht ab. Die Edelstahlflächen glänzen matt im Schein der Straßenlaterne, die Kühlmotoren summen leise. Auf dem Platz von Mahmet steht neben Schneide- und Faschiermaschine in einem Kübel der große Stabmixer. Er könnte umfallen, also gehe ich hin, hebe ihn mitsamt dem Kübel herunter, hänge ihn in das Gestell, parke den Kübel in der Abwasch. Mir scheint, als hätte Mahmet auch vergessen, die Faschiermaschine zu putzen. Wenn wir heute nocht so gründlich wie sonst zusammengeräumt haben, dann heißt das nicht, dass an der Faschiermaschine noch Reste kleben dürfen. Wenn Billy das sieht, bekommt sie einen Wutanfall. Ich will ihr einen glücklichen Abend gönnen, schalte das Licht wieder ein und sehe nach. Tatsächlich. In der Tasse neben der Maschine liegt faschiertes Fleisch. Ich will es schon entsorgen, als ich noch einen Blick in den Einfüllstutzen werfe. Unglaublich, auch da ist noch Fleisch drinnen. Ich greife hinein und halte etwas fest, das sich gleichzeitig sehr vertraut und sehr deplatziert anfühlt. Ich öffne meine Hand und sehe auf zwei noch miteinader verbundene Finger...

Seitenangabe für Zitat1: 
170
Verlag: 
Folio-Verlag
Auflage: 
2.Auflage
ISBN: 
3-85256-251-1

Kommentare

Also ich fand das Buch damals nicht sehr spannend, ich hab dann aufgehört, die Mira-Valensky-Reihe zu lesen und würde sie auch niemandem empfehlen, der Wert auf  Stil und Sprache legt. Sie sind ganz amüsant und haben einen gewissen österreichischen Einschlag, aber irgendwie fehlt ihnen in meinen Augen der Tiefgangen, den z.B. die Polt-Romane von Komarek haben.
Das einzig Interessante war für mich die Beschreibung des Gasthauses und der Kocherei. Sonst fand ich es sehr holprig geschrieben und im Grunde auch sehr vorhersehbar. Aber so sind zum Glück die Meinungen verschieden Smile

Du Armer! Wenn Dich schon mein Komarek nicht reizt, probier's mal mit Stefan Slupetzky und "Der Fall des Lemming", der spielt auch in Wien.
Liebe Grüße nach München,
Germana

"Der Fall des Lemming" sagt mir was, hatte ich in der Buchhandlung schon in der Hand und vom Komarek liegt schon was am Nachttischchen.
Habe ich gar nicht so Heimweh, eine Kollegin ist noch mit. Nur wie die in dieser Einrichtung arbeiten ist wirklich im Graubereich. Aber Vater Staat Deutschland bezahlt pro Kind und Nase sehr viel Geld.