Tyll

Die Neuerfindung einer legendären Figur: ein großer Roman über die Macht der Kunst und die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt.

Meine Gedanken zum Buch: 

Dies ist das aktuelle Buch, das die bookreaders gemeinsam, zur gleichen Zeit lesen werden. Zitate, eigene Meinungen und Tratsch ums Buch bitte einfach hier hinzuposten oder twitter facebook und Co bemühen. Bitte immer mit #tyll oder #parallellesen, damit sich alle Meinungen leicht finden lassen. Wir starten am 22.10.2017 um Null Uhr, na klar. 

Verlag: 
Rowohlt
Erscheinungsjahr: 
2017
Auflage: 
1.
ISBN: 
9783498035679

Kommentare

Nun, ein bemerkenswert unrundes Buch. Tyll ist als Held des Buches oft absolut präsent und dann absolut abwesend. Seine zufälligen Gefährten sind eindrucksvoll deutlich gezeichnet. Auch bleiben gewisse Szenen angenehm offen und unklar. Kehlmann spielt mit der Erinnerung, die ja oft gedrübt und unklar ist. Jedes Leben ist ja nicht bis ins Kleinste plausibel, so auch nicht in diesem Buch. Top-Szenen sind, wie sein Vater von weisen Männern abgeholt wird, oder wie der bereits machtlose König um nachbarschaftliche Hilfe beim schwedischen Kaiser ersucht. Auch die Szene der Kriegsverschütteten ist grandios. Im Dunkeln sind die eigenen Gedanken noch unklarer und offene Fragen präsentieren sich ihm. Tylls hervorstechende Eigenschaft ist das rechtzeitige, zufällige Verschwinden aus der Handlung. Das macht ihn für sein Leben lang unsterblich. Tyll glaubt an seine Unsterblichkeit mehr als es der Leser muss. Je länger man das durchleuchtet ist es die Abwesenheit des Helden, die hier thematisiert ist. Ich habe mich beim Lesen sehr unterhalten und auch immer wieder lustig im Freundeskreis darüber ausgetauscht. Zur vollen Punkteanzahl  fehlt nur wenig; eventuell eine kurze Länge im Mittelteil. 7 von 8 Punkten.