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Wahn

Ewig dein

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Mo, 20/02/2012 - 14:13
Inhaltsangabe

Im Supermarkt lernt Judith, Mitte dreißig und Single, Hannes kennen. Kurz darauf taucht er in dem edlen kleinen Lampengeschäft auf, das Judith, unterstützt von ihrem Lehrmädchen Bianca, führt. Hannes, Architekt, ledig und in den besten Jahren, ist nicht nur der Traum aller Schwiegermütter - auch Judiths Freunde sind restlos begeistert. Am Anfang empfindet Judith die Liebe, die er ihr entgegenbringt, als Genuss. Doch schon bald fühlt sie sich durch seine intensive Zuwendung erdrückt und eingesperrt. All ihre Versuche, ihn wieder aus ihrem Leben zu kriegen, scheitern - er verfolgt sie sogar bis in ihre Träume ...

Meine Gedanken zum Buch:

Ich gestehe, mit gemischten Gefühlen habe ich diesen neuen Roman von Daniel Glattauer gelesen..... Liebe die zum Wahn wird.... eigentlich ein Thema mit viel Potential, nur ob mir das so gefallen soll, was Glattauer hier draus gemacht hat.... ich bin unschlüssig....
 
Was mir anfänglich schon mal eher negativ auffiel, war der zwanghafte Witz, den er immer in seine Erzählung miteinfließen lies... so zB gleich mal auf S. 20: Er war 42 Jahre alt. Er war noch nie beim Zahnarzt gewesen, das schöne Gebiss  hatte er von seiner Großmutter, also nicht das Gebiss selbst, sondern die Veranlagung dazu....
Hahaha... gut, es mag Leser geben, die so etwas erheitert... meinen Humor trifft es allerdings nicht. Aber gut.... das ist nun mal Ansichtssache....
Die Spannung hat sich für mich sehr langsam aufgebaut und mich eigentlich erst gegen Ende des Buches in Beschlag genommen. Sprachlich ein bisschen platt, finde ich und für meinen Geschmack auch ein wenig unrealistisch..... können Frauen wirklich soooo blauäugig sein???? Kann ein ganzes Umfeld ausnahmslos die Augen vor dem doch so Offensichlichen verschließen....????
Der Schluss... dann fast ein bissl Hollywood-like.... na ja... wie gesagt, ich finde, man hätte das ganze etwas realistischer halten können... hätte mir persönlich besser gefallen. Oder ich war einfach nicht darauf gefasst, von Glattauer etwas in dieser Richtung zu lesen.... auf jeden Fall hat er mich mit seinem neuen Roman nicht so richtig erreichen können.... beim nächsten Mal dann hoffentlich wieder.

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Betty Blue - 37° am Morgen

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Do, 01/07/2010 - 17:11
Inhaltsangabe

Betty zieht zu Zorg und hilft ihm bei seinen Arbeiten in der Feriensiedlung eines südfranzösischen Provinznestes. Zufällig stößt sie eines Tages auf ein altes Manuskript ihres Freundes, das sie von dessen Begabung überzeugt. Endlich hat sie eine Aufgabe entdeckt, die ihrem Leben einen Sinn geben soll: Sie möchte Zorg zum Schriftsteller machen und schickt das von ihr abgetippte Manuskript an zahlreiche Verlage, die es aber allesamt abweisen. Diese ständigen Frustrationserlebnisse lassen in Betty unkontrollierte Aggressionen entstehen, die sie schließlich gegen sich selbst richtet. Nachdem sie erfahren hat, dass sie trotz eines zunächst positiven Tests nicht schwanger ist, verstümmelt sie sich selbst und landet in einer psychiatrischen Klinik. Dort setzt Zorg ihrem sinnlosen Leiden ein Ende, indem er sie mit einem Kissen erstickt. Erst nach ihrem Tod erfährt er, dass sein Manuskript veröffentlicht werden soll, und beginnt wieder zu schreiben.

Meine Gedanken zum Buch:

Das Buch ist schon über 20 Jahre alt, doch irgendwie erscheint es zeitlos, genauso, wie ja auch der genaue Handlungsort aus der Geschichte nie hervorgeht. Unabhängig von Zeit und Raum leben Betty und Zorg in ihrem ganz persönlchem Kosmos, in den sie nur wenigen Menschen Platz einräumen. Zorg ist besessen von Betty, ihrer Schönheit, ihrem Freigeist, ihrem Chaos, und immer mehr schlittert er hinüber in ihre neurotische Welt. Gewalt und Zärtlichkeit wechseln einander rasant ab, eine direkte und (damals) moderne Sprache verleiht der Geschichte Tempo und macht sie leicht lesbar. Auch dort, wo einem fast das Herz stehenbleibt, weil man garnicht glauben mag, was man da liest.
Mich hat ein Bisserl gestört, dass die Übersetzung so "deutsch" war, aber man muss sich bei so einer lockeren Sprache wohl für einen Modus entscheiden, der über die Schriftsprache hinausgeht. Abgesehen davon fand ich das Buch recht unterhaltsam. Jetzt kann ich auch sagen, dass der Film sehr gut gelungen ist, auch wenn mir die Hauptdarstellerin nicht ganz so gut gefallen hat.

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