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Todesstrafe

Der letzte Tag eines Verurteilten

Bild von Karl G
Verfasst von grey bookreader Karl G am Mo, 22/09/2008 - 16:22
Inhaltsangabe

Hugos Erzählung, die Tagebuchaufzeichnungen eines Verurteilten über die letzten Wochen seines Lebens bis zum Schafott, ist ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die Todesstrafe. Historisch bezieht sich Hugo auf eine Reihe von Hinrichtungen nach der Julirevolution von 1830.

Mit seiner Erzählung, die schon vor mehr als 175 Jahren für Aufruhr sorgte, tritt er vor alle Gerichtshöfe, Richter und Geschworenen der Welt, damals wie heute, mit einem bewegenden Schrei nach Humanität, der die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens rigoros einfordert.

Meine Gedanken zum Buch:

"Der letzte Tag eines Verurteilten"  ist ein tief berührendes Buch gegen die Todesstrafe. Hugo erzählt die letzten 6 Wochen eines zum Tode Verurteilten in Ich-Form. Besonders der letzte Tag wird intensiv und faszinierend geschildert. Obwohl 1829 geschrieben hat es auch heute nicht an Aktualität eingebüßt. Auch heutige Todeskanditaten werden ähnlich fühlen.
Kurz (94 S.), berührend und empfehlenswert!

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Der Grosse Tag: Die Briefe und Kassiber der "Volksfeindin" Marianne Golz-Goldlust, geschrieben 1943 in einem Prager Gefängnis

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 03/06/2008 - 09:34
Inhaltsangabe

Diese Zeilen von den ersten Seiten des Vorwortes leiten in der Tat 'Merkwürdiges' ein: Eine Sammlung von Briefen und Kassibern der 'Volksfeindin' Marianne Golz-Goldlust, geschrieben 1943 In einem Prager Gefängnis.
In der fiktiven Literatur findet sich wohl manches Beispiel von erfüllter Liebe, die auch im Angesicht des Todes standhält. Die Wirklichkeit von Marianne, einer in den 20iger Jahren u.a. zusammen mit Richard Tauber gefeierten Operettensängerin, und Risa übertrifft solche Fiktionen. Sicher war die Liebe der beiden nicht erfüllt, weder in sexueller noch in seelischer Hinsicht. Diese Liebe jedoch setzte ein heimliches Fanal gegen die tödliche Tumbheit sie verurteilender 'Übermenschen', und Sie ist rührend wie ein Schößling, der sich durch Beton seinen Weg gebahnt hat.
Doch in ihrem Vorwort, das ein Drittel des schmalen Bändchens einnimmt, enthält sich Vera Gerasow wohlweislich solch 'sentimentaler' Vergleiche. Ihr gelingt es, die Leserschaft auf das Nachfolgende so umfangreich wie nötig und möglich einzustimmen, ohne sich und diese Faktenkenntnis in den Vordergrunb zu spielen. Daß Marianne als 'arische' Wienerin zu der jüdischen Familie ihres Mannes hielt und nicht zuletzt auch deswegen verurteilt wurde, weil sie (jüdischen) Menschen in Not ohne ideologischen Hintergrund 'einfach' geholfen hatte, ist für sich genommen Anlaß genug, die würdigende und ehrerweisende Erinnerung an sie wachzuhalten. So ein Verhalten kann selbst von den aus der deutsch-nazistischen Volkszugehörigkeit befreiten Österreichern nur selten bezeugt werden - aber wie sie die letzten Stunden ihres Lebens mit dem Lebendig-werden-lassen einer neuen, wenn auch eingeschränkten Liebe füllt, dürfte wahrhaft einzigartig sein.

Meine Gedanken zum Buch:

Zufällig hörte auf Ö1 eine Besprechung dieses Buches bzw. der Lebensgeschichte von Marianne Golz, und ich war dermaßen fasziniert und auch betroffen, dass ich sofort das Buch antiquarisch (ist immer noch gut bei eurobuch.com erhältlich) gekauft habe.
Seither ist es gut 2 Jahre im Lesestapel gelegen, weil ich eigentlich Lebenszeugnisse dieser Art nur sehr ungern lese, sie machen mich einfach krank.
Das war bei diesem Buch natürlich nicht viel anders, der Magen verkrampft sich einem, wenn man liest, wofür diese starke Frau ihr Leben lassen musste, aber da sie selbst bis zum Schluss die Lebensfreude nicht verloren hat, empfindet man auch immer wieder ein Gefühl von Hoffnung und Optimismus.
Ein Einblick in die Tiefen einer Psyche, wie man ihn selten finden kann.

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