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Tod

Radubis

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 15/05/2012 - 15:04
Inhaltsangabe

Die goldene Sandale, die ein Adler vor dem Pharao zu Boden fallen lässt, verwirrt ihn. Ob die Besitzerin so schön und elegant ist wie ihr Schuh? Die Sandale gehört keiner geringeren als der Kurtisane Radubis, deren weißer Palast auf einer Insel im Nil den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens bildet.
Der Pharao beschließt, die Sandale höchstpersönlich zurückzubringen, und ahnt nicht, dass er damit sein eigenes Schicksal besiegelt. Denn während er und Radubis sich rücksichtslos ihren Leidenschaften hingeben, brodelt es im Volk, die Höflinge planen Intrigen und die Priester wollen den Machthunger des Pharao nicht länger hinnehmen.

Meine Gedanken zum Buch:

Machfus hat eine ganze Reihe Bücher über das antike Ägypten geschrieben, die im Grunde immer die aktuelle Situation in seinem Heimatland anprangern. Dazu gehört auch "Radubis", die Geschichte einer Kurtisane, unter deren Einfluss das Land und Leute erbarmungslos ausgebeutet werden.
Radubis ist berühmt für ihre Schönheit, und auch der Pharao erliegt ihr bedingungslos. Beide erleben zum ersten Mal in ihrem Leben die wahre Liebe und ergeben sich dieser ohne Rücksicht auf Verluste, bis letztendlich das Volk sich erhebt und zur Wehr setzt.
Wenn man auf die Geschehnisse der letzten Jahre in Ägypten zurückblickt, dann kommt einem diese Handlung seltsam vertraut vor, und auch in der Zeit des Entstehens des Romanes dürfte es für das einfache Volk nicht anders gewesen sein.
Das Buch besticht durch eine einfache klare Sprache, wobei diese auch manchmal etwas seltsam klingt. Im Nachwort habe ich gelesen, dass sie "die Fremdheit der priesterlichen Gesänge und der pharaonischen Verkündigungen" widerspiegelt - darauf wäre ich selbst natürlich nicht gekommen.
Wenn man sich für das antike Ägypten interessiert, erfährt man viel darüber, wie die Menschen vor 4.000 Jahren gelebt haben, allein dafür mag ich das Buch. Ausserdem ist es eine Liebesgeschichte, die durchaus ihre romantischen und ergreifenden Momente hat. Alles in allem ein lesenswertes Buch.

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Das Graveyardbuch (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 15/05/2012 - 14:47
Inhaltsangabe

Nobody Owens ist noch ein Baby, trotzdem entkommt er als einziger aus seiner Familie einem brutalen Mörder. Zuflucht findet er ausgerechnet auf einem Friedhof, die Geister und Untoten nehmen ihn bei sich auf und ziehen ihn groß. Doch der Feind wartet auf den Tag, an dem Nobody zu den Lebenden zurückkehren wird.

Meine Gedanken zum Buch:

Dieses Kinderbuch kann ich allen empfehlen, die gerne Fantasy mit Herz lesen. Nämlich nicht mit Liebe und Romantik, sondern mit berührenden Figuren ohne Kitsch. Nobody Owens wird von den Bewohnern eines Friedhofs adoptiert und lernt dort alles, was man wissen muss, um im Umgang mit Ghoulen, Monstern und anderen seltsamen Wesen zu überleben. Und um den Mann zur Strecke zur bringen, der seine Familie getötet hat.
Wenn man will, kann man darin auch eine Parabel für das Erwachsenwerden sehen, für die langsame Abnabelung von den Eltern und dem, was man als Heimat bezeichnet. Einfach für das Selbständigwerden. Aber DAS sehen wohl nur die erwachsenen Leser, die Kinder haben sicher ihren Spaß an Nobodys Abenteuern über und unter der Erde.
Ein ausgesprochen nettes, unterhaltsames und durchaus gruseliges Buch zum Schmunzeln, das ich Kindern im Alter von 10 bis 12 Jahren empfehlen würde. Das Hörbuch ist leider nur gekürzt erhältlich, Jens Wawrczeck liest ganz hervorragend, gibt den Figuren viel Eigenleben und macht das Ganze noch einmal spannender.

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Paris-Brest

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 21/02/2012 - 15:36
Inhaltsangabe

Die Großmutter erbt viel Geld und eine Putzfrau. Der Vater veruntreut die Kasse des lokalen Fußballvereins. Die tyrannische Mutter bemüht sich um Kontrolle der Situation. Der Bruder hat wenig Talent und ein Geheimnis. Und der Erzähler seinerseits will alles ans Licht bringen. Nachdem seine Familie der Bretagne gezwungenermaßen den Rücken gekehrt und sich im Süden niedergelassen hat, bleibt Louis, der Erzähler, bei seiner Großmutter in Brest und verbringt die Abende mit dem zwielichtigen Sohn ihrer Putzfrau, bei Rotwein und Zigaretten. Ein böser Plan entsteht. Und einmal mehr hört Louis auf seinen vermeintlichen Freund. Im Tonfall eines Geständnisses geschrieben ist dieser Familienkriminalroman ironisch und elegant. Es geht um viel Geld, um bodenlosen Verrat. Genau und schlicht entwickelt der Autor die Geschehnisse, Figuren und das Bühnenbild seiner Geschichte. Mit wenigen, eindrücklichen Strichen baut er eine atemlose Spannung auf, die eines alten britischen Krimis würdig und zugleich voller Humor ist.

Meine Gedanken zum Buch:

Eine Familiengeschichte voller Geheimnisse, ein paar kleinere oder auch größere Verbrechen und ein junger Mann stehen im Mittelpunkt dieser 140 Seiten. Nicht unspannend, aber auch kein reisserischer Krimi, nicht unwitzig, aber auch kein großer Lacher. Ironisch, bissig und sehr französisch (sagt der Klappentext, finde ich auch) - ein Tipp für alle, die gern kleine feine Geschichten lesen.

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American Gods (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 02/12/2011 - 14:30
Inhaltsangabe

Leibhaftige Götter in weißen Limousinen, ein alter Mann, der sich als Odin, der mythische Allvater, erweist, eine Münze, die Tote wiedererweckt, und eine monumentale Götterschlacht in der Mitte der USA - Neil Gaiman hat einen großen Roman über die Mythen Amerikas geschrieben.
Hauptfigur ist Shadow, eine eher zwiespältige Gestalt, die nach einer dreijährigen Gefängnisstrafe in die Freiheit entlassen wird, nur um sich mit dem Tod seiner Frau und seines besten Freundes konfrontiert zu sehen, die ein Verhältnis miteinander hatten. Notgedrungen nimmt er einen Job bei einem merkwürdigen alten Mann an, der sich "Wednesday" nennt. Wednesday entpuppt sich als Inkarnation des nordischen Gottes Odin und ist nur einer von zahlreichen übermächtigen Wesen, denen Shadow auf seiner Reise durch das Herz von Amerika begegnet. Im Laufe des Romans stellt sich heraus, dass der nordamerikanische Kontinent nicht nur die Heimat von Menschen aus der ganzen Welt geworden ist, sondern auch von Göttern aus den unterschiedlichsten Mythologien und Religionen.

Wie schon bei Sandman zaubert Neil Gaiman mit großer Virtuosität Figuren und Geschichten aus allen Kontinenten aufs Tableau und lässt seine Leser eine ihnen bekannte Welt mit völlig neuen Augen sehen. "American Gods" überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute - liebevoll gezeichnete Protagonisten, eine spannende und vielschichtige Handlung, unaufdringliche Kritik am Selbstbild der USA und ihrer Bewohner.

Meine Gedanken zum Buch:

Skurril, witzig und sehr detailliert erzählt Neil Gaiman die Geschichte der unterschiedlichsten Religionen. Wie sie nach Amerika gebracht wurden, und wie sie dort, eine nach der anderen, vergessen wurden. Und mit ihnen ihre zahlreichen Götter, die ohne entsprechende Aufmerksamkeit nur mehr dahinvegetieren können und sich auf recht profane Art und Weise durchs Leben schlagen müssen. Mr. Ibis und Mr. Jackal als Bestatter sind schon ein schräges Gespann, und ihr Hauskätzchen hat so einiges auf Lager, mit dem Shadow nicht gerechnet hätte.
 
Dieser ist eine wirklich sympathische Hauptfigur, ausgestattet mit einem trockenen Sinn für Humor und einem gewissen Phlegma, ohne das man die Dinge, die ihm der Reihe nach widerfahren, wohl nicht ertragen könnte. So reist er als Fahrer des Gottes Odin quer durch die USA, wird gefangen genommen von den modernen Göttern Technik, von der Göttin Media via TV verführt und immer wieder vor die Entscheidung gestellt, wem er seine Solidarität eigentlich schuldet.
 
Alles in allem ist "American Gods" eine recht bissige Satire auf das Leben im modernen Amerika, in dem keine Gottheit mehr gute Überlebenschancen hat, weil dei Zeit dafür viel zu schnelllebig ist, weil ein Gott den nächsten nahtlos ablöst, ohne Spuren zu hinterlassen.
 
Gelesen wird das Ganze sehr animiert von Stefan Kaminski, der vielleicht ab und zu ein Bisserl übertreibt, aber seine Sache im Grunde ausgesprochen gut macht. Ein Tipp für Fantasyfans, die einmal etwas ganz anderes lesen wollen, und die Wert auf ein gewisses sprachliches Niveau legen.

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Jedermanntod

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Verfasst von  Alpensalamander am Fr, 25/11/2011 - 23:29
Inhaltsangabe

Salzburg im Sommer, belagert von Touristenscharen und Festspielgästen. Auf der "Jedermann"-Bühne vor dem Dom liegt ein Toter. Ein prominenter Toter. Der Tod höchstpersönlich. Hans Dieter Hackner, der gefeierte Darsteller des Todes in Hofmannsthals "Jedermann". In seiner Brust steckt die Kopie eines Renaissance-Dolches, an seinen Füßen fehlen die Schuhe. Alles viel zu theatralisch, denkt Kommissar Martin Merana, und beginnt seine Ermittlungen in einer Welt, die ihm fremd ist: die Welt der Salzburger Festspiele mit ihren extrovertierten Künstlern und fädenziehenden Managern ...

Meine Gedanken zum Buch:

Endlich einmal etwas Neues aus der Region! Bei Jedermanntod handelt es sich um einen - das kann man schon erraten, wenn man mit dem Begriff "Jedermann" etwas anfangen kann - Salzburger Krimi. Selber aus dieser Region stammend musste ich mir dieses Buch natürlich unbedingt zulegen. Ich möchte mir zwar den Jedermann eines Tages ansehen, bin aber ansonsten nicht so der Festspielfan, weshalb mir die Hauptfigur des Romans, Kommissar Merana, sehr sympathisch war, da dieser einige meiner Ansichten darüber teilt. Angefangen schon von der Idee, den Tod sterben zu lassen bis hin zu einer zynischen Boshaftigkeit, wie der Autor sie hier teilweise an den Tag legt, um mit der Festspielstadt abzurechnen, konnte mir dieser Krimi auch den einen oder anderen Lacher abgewinnen.
Der Krimi hätte für mich persönlich vor allem am Schluss noch etwas mehr Spannung vertragen, aber im Endeffekt hat es auch wieder einmal gut getan, einen Krimi zu lesen, dessen Handlungsverläufe nicht total an den Haaren herbeigezogen waren und der trotzdem Lust gemacht hat auf mehr. Teil 2 - Wasserspiele - werde ich mir sicher auch bald zulegen.

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Die Wolke

Bild von Laura
Verfasst von yellow bookreader Laura am Fr, 02/09/2011 - 11:26
Inhaltsangabe

Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen Supergau. Die 14-jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und landet selbst im Lazarett.

Meine Gedanken zum Buch:

Mit „Die Wolke“, welches 1988 mit dem deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde, habe ich ein Buch gefunden, was mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Schonungslos berichtet Gudrun Pausewang über das aktuelle Thema eines Supergaus in einem Atomkraftwerk. Dabei spezialisiert sie sich auf die 15-jährige Janna-Berta, deren Leben sich durch das Unglück schlagartig verändert und nie mehr so sein wird wie zuvor. Man bekommt einen genauen Einblick, welche Panik und Angst sich auftut, wenn jeder ums nackte Überleben kämpft und einem auf einmal seine Mitmenschen als unwichtig erscheinen nach dem Motto „Nur das eigene Leben zählt!“. Außerdem erfährt man, welche Auswirkungen eine solche Atomkatastrophe hat, da nicht nur Abstand von Menschen aus den jetzigen Sperrzonen genommen wird, sondern auch massenweiße Evakuierte im ganzen Land untergebracht werden müssen und die Suche nach unverseuchtem Essen immer schwieriger wird.
Da „Die Wolke“ erstmals 1987 veröffentlicht wurde, darf man sich von Namen wie Janna-Berta oder dergleichen nicht abschrecken lassen. Auch die Sprechweiße der Jugendlichen kann man manchmal mit der Heutigen nicht mehr vergleichen, was mich jedoch nicht gestört hat.
Außerdem gibt es eine Verfilmung dieses Buches, die sich nach seiner Inhaltsangabe nach jedoch in einigen Dingen unterscheidet und eine Liebesgeschichte in den Vordergrund stellt. Zudem wurde die Geschichte als Comic nachgezeichnet.
Ein sehr tiefgründiges, trauriges Buch, welches mit aller Härte ein sehr schreckliches Ereignis schildert und zum Nachdenken anregt!

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The Historian (Der Historiker)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 02/09/2011 - 10:08
Inhaltsangabe

Hier wird das Genre Dracula-Roman völlig neu erfunden: Elisabeth Kostova hat in ihrem Debüt historische Fakten und Fiktion zu einem hervorragend geschriebenen „Page Turner“ verwoben: Ein junges Mädchens findet in der Bibliothek seines Vaters ein merkwürdiges Buch. Es ist sehr alt. Die Seiten sind unbeschrieben; nur in der Mitte des Buches prangt der unheimliche Holzschnitt eines Drachen und das Wort „Drakulya“. In dem Buch liegen Briefe datiert 1930, adressiert an: „Meinen lieben und bedauernswerten Nachfolger…“ So beginnt eine unheimliche Reise quer durch Europa auf den Spuren von Vlad Tepes, genannt Dracula.

Meine Gedanken zum Buch:

Mit dem "Historiker" hat Elizabeth Kostova ein anspruchsvolles Buch zum Thema "Dracula" geschrieben, das den Leser quer durch Europas Geschichte und Landschaften führt. Wissenschaftlich fundiert rollt sie die Geschichte von Vlad Tepes auf, dem wallachischen Fürsten, der als Vorlage zu Bram Stoker's "Dracula" gedient hat und der als besonders grausamer Herrscher in die Geschichte eingegangen ist.
Die Erzählung besteht großteils aus Briefen und schriftlichen Aufzeichnungen und springt durchaus überschaubar zwischen Gegenwart und Vergangenheit, meistens den 50er-Jahren, hin und her. Die Hauptcharaktere haben, zumindest zu Beginn der Geschichte :-), viel Blut in den Adern, die "Bösen" sind unheimlich gruselig und auf subtile Art zum Fürchten, so wie es sein soll. Trotz dieser positiven Attribute liest sich das Buch nicht einfach so schnell weg, es benötigt Zeit. Die Spannung entwickelt sich langsam, die historischen Details werden etwas zu ausführlich beschrieben, die Suche dauert eine Spur zu lang. Letztendlich wird man mit einem großen Finale belohnt, das aber leider die Frage, wie denn letztendlich der dämonische Herrscher seine Unsterblichkeit erreichte, offen lässt.
 
Alles in allem eine qualitativ hervorragende Abwechslung zu dem ganzen Schrott, mit dem das Genre seit der Bis(s)-Serie überschwemmt wurde, aber trotzdem nur empfehlenswert für Menschen mit ausreichend Geduld und Interesse am Thema.
 
Hier noch die Links zum einzigen Gemälde von Vlad Tepes und seiner Lebensgeschichte:
http://www.donlinke.com/images/Vlad/vlad_tepes_big-x01.jpg
http://www.darkside-gs.de/html/vlad.html

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Der Tod in Venedig

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Mi, 31/08/2011 - 13:11
Inhaltsangabe

Der 50-jährige, in München lebende Schriftsteller Gustav von Aschenbach, der pflichtbewusst und diszipliniert arbeitend, sich auf der Höhe seines öffentlichen Ruhms befindet, reist, von plötzlichem Fernweh und Reiselust erfasst, nach Venedig. In der schwül-fiebrigen Atmosphäre der Lagunenstadt verbringt er eine Reihe von Tagen in einem Zustand zunehmend aufgelöster innerer Ordnung und Disziplin, in sinnlicher Zuneigung entflammt zu dem im gleichen Hotel logierenden polnischen Jüngling Tadzio, bis er sich, nach einer Verlängerung seines Aufenthaltes, in dem beginnenden Ausbruch einer Cholera-Epidemie an frischem Obst infiziert und in der Schlussszene am Meeresstrand sitzend stirbt.

Meine Gedanken zum Buch:

Meine erste Berührung mit Thomas Mann und ich bin davon überzeugt, ich hätte mit dieser Novelle keinen besseren Einstieg in seine Werke machen können.
 
Einfach ein purer Lesegenuss... ich bin restlos begeistert..... gut, über den Inhalt lässt sich streiten.... ABER nicht über die Qualität und das Können seiner Sprache. Ein Wahnsinn, was man mit Worten alles sagen kann!!!!
Es ist einfach  grandios, mit welcher Wortgewalt er Stimmungen und Augenblicke einfängt....wie wunderbar er seine Worte wählt und sie einsetzt.....Zitat Seite 80: Er war früh auf, wie sonst wohl bei pochendem Arbeitsdrange, und vor den Meisten am Strand, wenn die Sonne noch milde war und das Meer weiß blendend in Morgenträumen lag.... 
oder Zitat Sie 91: Aber ums erste Morgengrauen weckte ihn ein zart durchdringendes Erschrecken, sein Herz erinnerte sich seines Abenteuers, es litt ihn nicht mehr in den Kissen, er erhob sich, und leicht eingehüllt gegen den Schauer der Früh setzte er sich ans offene Fenster, den Aufgang der Sonne zu erwarten. Das wundervolle Ereignis erfüllte seine vom Schlaf geweihte Seele mit Andacht.....
 
Thomas Mann ist ein Meister!!!!!! Ich kann diese Novelle nur jedem weiterempfehlen.... man muss und wird sie einfach lieben.

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Und der Himmel rot

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Verfasst von yellow bookreader Laura am Mo, 15/08/2011 - 14:19
Inhaltsangabe

Seit jeher hat Oliver Darm seinen Namen als Prophezeiung für sein Leben verstanden. Kein Wunder, dass es nun, nach allem, was passiert war, verpfuscht und verrutscht ist. Aber allmählich bringt Jana das Eis zum Schmelzen.

Meine Gedanken zum Buch:

Da mich Gabi Kreslehner voll und ganz mit „Charlottes Traum“ überzeugt hat, fand sich nun bald darauf ihr zweites Jugendbuch „Und der Himmel rot“ bei mir. Doch leider wurde ich diesmal sehr enttäuscht und meine Erwartungen nicht erfüllt: Die Geschichte, die sich um einen Jungen namens Oliver Darm dreht, welcher seine mit Rückschlägen geprägte Vergangenheit noch nicht verarbeitet hat und eine Menge Schuldgefühle mit sich herumträgt, hört sich spannend und interessant an. Doch auch dies konnte nicht verhindern, dass ich durch das Buch hindurch immer wieder verwirrt war.
Besonders war mir diesmal der poetische Schreibstil von Kreslehner ein Dorn im Auge, den ich bei „Charlottes Traum“ so geschätzt hatte. Er machte mir am Anfang große Probleme, in die Geschichte hineinzukommen. Durch das Buch hindurch wird er jedoch immer besser, wahrscheinlich auch deswegen, weil man sich an ihn gewöhnt.
Zwischendurch hatte ich sogar schon den Entschluss gefasst, dieses Buch wegzulegen und mit einem anderen weiterzumachen.  Jedoch wollte ich doch wissen, was damals wirklich in Olivers Leben, der von seinem Umfeld zu 90% Darm genannt wird, vorgefallen war.
Ich würde dieses Buch nicht weiterempfehlen, da mich die Geschichte einfach nicht fesseln konnte und der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig ist.

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Verrückt vor Angst: Ein Mädchen in der Jugendpsychiatrie

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Verfasst von yellow bookreader Laura am Sa, 13/08/2011 - 12:35
Inhaltsangabe

Jeden Tag kämpft Nora aufs Neue. Eigentlich sehnt sie sich nach Spaß und Verliebtsein und Pläneschmieden. Doch Nora hat Angst. Die Angst hat sich in ihr Leben geschlichen und lässt sie nicht mehr los. Immer häufiger werden ihre Panikattacken, bis Nora den Kampf aufgibt. Erst als es fast zu spät ist, findet sie einen Weg aus ihrer Verzweiflung. Und einen Schutz vor der Welt draußen. Nora ist nur eine von vielen Jugendlichen in Deutschland, die auf jugendpsychiatrischen Stationen Hilfe finden. Stellvertretend für sie hat Nora ihre Geschichte erzählt und damit einen Roman ermöglicht, der in seiner schonungslosen Offenheit Mut macht.

Meine Gedanken zum Buch:

Und wieder hat es ein Buch von Jana Frey zu mir geschafft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Geschichten von Jugendlichen nachzuerzählen, die oftmals schon sehr schreckliche Dinge in ihrem Leben mitmachen mussten. Eine davon ist Nora, die ihre Angst und Panik vor Krankheiten und dem Tod nicht mehr kontrollieren konnte und versucht, diese in einer Jugendpsychiatrie weitgehend zu lindern. Doch der Weg dahin gestaltet sich als sehr schwierig…
Die Autorin hat Noras Panikattacken und die Veränderungen, die sich dadurch in ihr Leben geschlichen haben, sehr authentisch und realistisch beschrieben. Auch die Verzweiflung, die Nora überfällt, als sie bemerkt, dass irgendetwas nicht mit ihr stimmt, hat Frey wirklich sehr gut auf den Punkt gebracht. Man bekommt außerdem einen guten Einblick in den Alltag einer Psychiatrie. In diesem Buch wird jedoch fast ganz auf Sitzungen mit Therapeuten usw. verzichtet, dafür bekommt man Zugang zu Geschichten anderer Jugendlicher, die sich hier ebenfalls helfen lassen wollen. Auch der Schluss rundet die Geschichte wunderbar ab und passt genau dazu.
Zudem gefällt mir der Schreibstil sehr gut, welcher sich flüssig lesen lässt. Ein weiterer Pluspunkt stellt meiner Meinung dar, dass sich Frey für eine Ich-Erzählung entschieden hat, welche dazu beiträgt, dass man sich noch mehr in Noras Gefühlswelt versetzen kann.
Besonders gut finde ich auch, dass man am Ende erfährt, was aus Nora geworden ist und wie es ihr heute geht.
Ein lesenswertes Buch, welches ich auf keinen Fall missen möchte! 

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