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Spielsucht

Das falsche Spiel des Fischers

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Sa, 06/11/2010 - 15:55
Inhaltsangabe

Eigentlich hatte Maresciallo Bonanno sich auf einen erholsamen Urlaub mit Tochter Vanessa gefreut, doch dann macht ihm ein mysteriöser Mordfall einen Strich durch die Rechnung. Auf der Müllkippe im sizilianischen Villabosco hat man einen Toten gefunden, der wie sich schon nach kurzer Zeit herausstellt in verschiedener Hinsicht ordentlich Dreck am Stecken hatte. Für Bonanno ist Schwitzen angesagt: Nicht nur seine verwöhnte Tochter macht ihm die Hölle heiß, auch sein Vorgesetzter, der aufgrund einer kräftezehrenden Liebesaffäre derzeit nur bedingt einsatzfähig ist, sorgt dafür, dass Bonanno schließlich im Alleingang einem grausamen Spiel auf die Spur kommt, bei dem im mehr als ein Mal die Luft wegbleibt

Meine Gedanken zum Buch:

Roberto Mistretta ist Sizilianer und beschreibt uns in seinem ersten Krimi - davor hat er Kinderbücher geschrieben - seine Heimat mit viel Einfühlungsvermögen und einem Augenzwinkern. Natürlich muss man dabei sofort an Camilleri denken, aber der pummelige Maresciallo Bonanno hat so garnichts mit dem smarten Commissario Montalbano gemeinsam, sodass man sich beruhigt auf die Geschichte einlassen kann, die hier erzählt wird. Es geht um einen grausamen Mord, um Missbrauch und um eine stürmische Vater-Tochter-Beziehung. Ermittelt wird von Bonanno und seinem durchaus skurrilen Team in Zusammenarbeit mit den zwielichtigsten Figuren, die allesamt den Carabinieri irgendwo einen Gefallen schulden.
Wirklich berührt hat mich die parallele Erzählung über Teresa, das heranwachsende Mädchen, das so brutal aus seiner Unschuld gerissen wird.
Sehr bezeichnend natürlich die Einwohner der vielen kleinen Ortschaften, wo jeder alles über jeden zu wissen meint, wo nichts geheim bleibt und wo trotdem Schweigen in manchen Fällen lebenserhaltend sein kann.
Alles in allem eine Empfehlung für alle Fans von Krimis, bei denen es mehr um Land und Leute geht, als um allzu deutlich beschriebene Gewalt, und für all jene, die so wie ich ihr Herz in Süditalien gelassen haben.

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Erebos

Bild von SANDRA
Verfasst von yellow bookreader SANDRA am So, 09/05/2010 - 08:51
Inhaltsangabe

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und - wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise.

Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen. Natürlich führt er diesen Auftrag nicht aus und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein bester Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick: Erebos ist weitaus mehr als nur ein harmloses Computerspiel!

Meine Gedanken zum Buch:

Da ich mich für Computerspiele nicht begeistern kann, konnte ich dem Bann von „Erebos“ lange widerstehen. Nach Lektüre dieses unglaublich spannenden Thrillers weiß ich nun nicht, ob ich jemals wieder Skypen oder eine E-Mail mit persönlichem Inhalt versenden kann, ohne das Gefühl von „Big brother is watching you“ zu haben. Unglaublich, wie komplex die virtuelle Welt von Erebos aufgebaut war und unglaublich, wie geschickt es Menschen zu manipulieren verstand, wie es das Böse in Ihnen weckte. Die Gier nach dem nächsten Level vermochte jegliche Skrupel und moralische Bedenken in Sekundenschnelle niederzureißen und der Spieler war auch im realen Leben nur noch eine Marionette des Spielmachers. Erschütternd auch der detailliert beschriebene Suchtfaktor und die damit einhergehende Vernachlässigung der Familie, des Freundeskreises, der Schule und zuletzt sogar der Nahrungsaufnahme und der Körperpflege. Erschütternd vor allem deshalb, weil es sich hierbei nicht nur um einen Roman handelt, sondern weil solche Auswirkungen der Spielsucht tatsächlich auch im realen Leben vorkommen.

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