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Wolfszorn

Bild von Norbert
Verfasst von  Norbert am Do, 24/11/2011 - 22:26
Inhaltsangabe

Als man den Arzt Dr. Christoph Auffermann tot auf der Bochumer Erzbahntrasse findet, scheint für die Kommissare Brenner und Rogalla eine normale Ermittlung zu beginnen. Doch bald zeigt die DNA-Analyse, dass die beiden vor dem ungewöhnlichsten Fall ihrer Karriere und vielleicht sogar der Kriminalgeschichte überhaupt stehen. Ein zweites Opfer wird auf die gleiche Weise hingerichtet. Der Polizeipräsident fordert die Unterstützung einer Profilerin des LKA an. Man hat es mit einem hochintelligenten Täter zu tun, der zudem, was die Auswahl der Opfer betrifft, moralisch motiviert scheint. Hilfreiche Hinweise bekommen die Kommissare auch von einer pfiffigen Praktikantin, mit der Rogalla gern zusammen arbeitet. Mehr und mehr konzentrieren sich die Ermittlungen auf den Kreis um den Bochumer Arzt. Welche Rolle spielt die geheimnisvolle und prätentiöse Künstlerin Klara Bodschwinna? Oder der Frührentner Jochen Buchholz, der Auffermanns Ehefrau sehr zugetan ist? Rätsel gibt auch der Dichter Andreas Arndt auf, der mit der Vergangenheit nur noch lyrisch fertig wird. Und ebenso verdächtig ist in dem illustren Kreis ein Zahnarzt, der nicht nur Zähne zieht. Als ein drittes Opfer aus dem Auffermann-Kreis gefunden wird, hat die Presse ihre Schlagzeilen, und der Polizeipräsident wird ziemlich nervös. Es kommt zu einem tödlichen Finale, bei dem Brenner wie gelähmt erscheint

Meine Gedanken zum Buch:

Wenn die Kommissare Brenner und Rogalla nach der Aufklärung ihres Falles in Rainer Küsters und Rüdiger Schneiders drittem gemeinsamen Kriminalroman „Wolfszorn“  auf ein Bier im Bochumer Café sitzen, weiß der Leser, dass Polizeiarbeit Spuren hinterlässt. „Der Fall ist ungewöhnlich“, heißt es im Roman, und diese Feststellung ist nicht übertrieben, denn die Kommissare werden mit der Erkenntnis konfrontiert, dass der Mörder kein Mensch, sondern ein Wolf ist.
Das hat zur Folge, dass den Kommissaren eine Profilerin zur Seite gestellt wird, die helfen soll, Licht ins Dunkel zu bringen. Eine andere Frau, eine Praktikantin, ist durch ihre forsche Art eine Hilfe für das Ermittlungsteam. Beide Kommissare reagieren unterschiedlich auf die Anwesenheit der Frauen, was auf einer ganz anderen als der Mord-Ebene schon interessant und lesenswert ist. Überhaupt geht es in diesem Kriminalfall um Liebe in all ihren Spielarten und um den Tod, der kein natürlicher ist, ausgelöst von einem Ereignis in der Vergangenheit, an dem die Opfer beteiligt waren.
Der Kreis der Opfer ist eine Clique, deren Mitglieder befreundet sind und verheiratet. Jede dieser Ehen ist belastet oder schon längst keine mehr, ein Wust aus Untreue, Gleichgültigkeit und Verrat. Und einer steht dabei, Jochen Buchholz, der eigentlich nicht dazu gehört.

Aber es geht auch um Gerechtigkeit, wenn man Rache aus einem verständlichen Blickwinkel so bezeichnen will. Bei jedem Ermordeten findet man eine rote Karte mit der Aufschrift „Ex 21“, die auf das zweite Buch Mose hinzuweisen scheint: „Auge um Auge, Zahn und Zahn.“

Rainer Küster und Rüdiger Schneider haben mit ihrem dritten Krimi ein außergewöhnliches Buch geschrieben, in dem alles passt, die vielen agierenden Figuren, die Spannung, auch die klare schnörkellose Sprache. Kenntnisreich beschreiben sie das Milieu des Ruhrgebiets, die Liebe zum Fußball, die auch ihre eigene ist. Und last not least haben sie ein Gespür für Auftritte, Abgänge und große Momente, was auf der dunklen Seite des Lebens von Vorteil ist.
Ein spannendes Buch mit viel Lokalkolorit!
 

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