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Österreich-Ungarn

Die Glut

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Do, 14/02/2008 - 15:06
Inhaltsangabe

Die Geschichte spielt in einem einsam gelegenen Jagdschloss am Fuße der Karpaten. Henrik, der Hausherr, erhält einen Brief seines Jugendfreundes Konrád, in dem dieser seinen Besuch ankündigt. Auf einer Kadettenschule hatten die beiden einander einst gefunden, waren unzertrennliche Freunde geworden und lebten lange Jahre wie Brüder zusammen. Konrád, der aus ärmlichen Verhältnissen stammte, wurde wie selbstverständlich in den Kreis der wohlhabenden Familie Henriks aufgenommen, verbrachte seine freie Zeit in deren Schloss, wo man gemeinsam feierte und zur Jagd ging. Die Freundschaft endete abrupt, als Konrád am Abend nach einer Jagd spurlos verschwand.
41 Jahre lang haben die beiden nun alten Männer diese Begegnung herbeigesehnt, haben ihre Kraft aus dem Warten auf diesen Tag gezogen. In der vor ihnen liegenden Nacht soll geklärt werden, warum die Freundschaft zerbrach, die für ein ganzes Leben hätte halten können. Hat Konrád ein Verhältnis mit Henriks Ehefrau Krisztina gehabt? Wollte er Konrád während der Jagd am Tag vor seinem Verschwinden erschießen? Henrik ist sich dessen sicher, aber er will Gewissheit haben, ob seine Frau von diesem Plan wusste. Er hält einen Monolog, in dem sich Rachegelüste, Enttäuschung und ein inniger Glaube an die Macht der Gefühle vermengen.
Konrád hat dem nicht viel entgegenzubringen, doch in dem Ringen um die Wahrheit verschiebt sich wiederholt die Perspektive. Am Ende steht die Erkenntnis, dass dieses Ringen sinnlos ist. Die von beiden geliebte Frau ist seit Jahrzehnten tot; Henrik hat nach dem Vorfall nie wieder mit ihr gesprochen. Er und Konrad haben – jeder auf seine Art – die Liebe verraten und damit ihrem Leben den Sinn geraubt.
Struktur: Die Handlung des Romans wickelt sich in drei Stufen ab: das Warten des Hausherrn auf den Besuch des Jugendfreundes, die Begegnung der beiden und der lange Monolog Henriks, nur wenige Male von Anmerkungen Konráds unterbrochen. Die enorme Spannung, die der Text über die gesamte Länge aufrecht zu erhalten vermag, speist sich aus der Neugier auf den Fortgang bzw. die Auflösung der Geschichte. Sie lebt aber vor allem aus den aufgegriffenen Themen, aus der Tatsache, dass es die existenziellen, die letzten Fragen sind, die in diesem Buch gestellt werden.
Nach und nach erweitern geschickt gesetzte Rückblenden die Ahnung von dem Geschehen in dieser dramatischen Dreiecksgeschichte.

Meine Gedanken zum Buch:

Wer Romane im Stile Stephan Zweigs und Arthur Schnitzlers liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Da es sich bei der Geschichte um einen inneren Monolog handelt, bekommt man tiefen Einblick in die Seele, die poetische und melancholische Sprache bringt einem die Einsamkeit und Zerrissenheit dieses Menschen sehr nahe, ohne dass das Buch je an Spannung verliert.

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