Nachkriegszeit

Wir waren doch nur Kinder...

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Verfasst von grey bookreader Alpar am Di, 25/08/2009 - 15:37
Inhaltsangabe

Kindesraub geraubte Kindheit Salzburg 1945 Die vor den Russen aus Ungarn geflohene 23-jährige Lehrerin E.M. erfährt die Liebe eines US-Besatzungssoldaten. Perfide Methoden der US-Armee in Österreich trennen die beiden auch von ihrem Kind. Während die Mutter in einem US-Militärgefängnis inhaftiert und der Vater in die USA zurückversetzt wird, entführt die US-Militärpolizei das Kind aus der Obhut von Nachbarn. Gedeckt durch österreichische Behörden wird das Kind in den folgenden Jahren in zwei Kinderheimen versteckt. Sein (Über-)Leben in den Heimen Schloß Neuhaus und Schloss Leonstein wird hier zur Geschichte einer geraubten Kindheit Stimmen zum Buch: Eine autobiographische, erschütternde und zugleich Mut machen- de Geschichte des Lebens und Überlebens in zwei oberösterreichischen Waisenhäusern der Nachkriegszeit, in denen der Autor den größten Teil seiner Kindheit verbracht hat. Authentisch und lebensweltnah, in einer klaren, kraftvollen und empfindsamen Sprache, wird die Inhumanität einer Zwangseinrichtung in bedrücken- der Weise gegenwärtig. Unweigerlich stellen sich Assoziationen zu Jean-Paul Sartres düsterem Menschenbild ein: Die Hölle, das sind die anderen. Daß in dieser von Mißtrauen, Kontrolle und Gewalt geprägten Umgebung trotzdem Persönlichkeitsbildung durch Widerstand und kleine Fluchten möglich ist, auch Freundschaften und Liebe wachsen können, zählt zu den bewegendsten Momenten einer Zeitreise in die persönliche Vergangenheit, verheißen sie doch einen aufrechten Gang durchs Leben. Ein faszinierendes und aufrüttelndes Buch, auch geschrieben gegen das Vergessen einer noch gar nicht so lange zurückliegenden Zeit, in der ,Wechselbälger noch Kinder zweiter Klasse waren. PD Dr. Waldemar Vogelgesang, Universität Trier

Meine Gedanken zum Buch:

"Wir waren doch nur Kinder..." ist der erste Band einer Trilogie, die den Werdegang eines Vollwaisen, Namens Jöri nachzeichnet und ohne anzuklagen zeigt, sondern einfach nur erzählt wird, was es bedeutet, wenn Kinder eine Schlacht um ihre Seele führen müssen! Es überläßt dem Leser die Wahrnehmung der Nachkriegszeit in Oberösterreich in zwei Kinderheimen. Der Leser selbst soll Entabuisieren, für sich und so verstehen lernen, was geschehen ist im Nachkriegsösterreich und der Vollwaise Jöri, war nicht das einzige Kind, es waren tausende Kinder, die vertuscht wurden, viele die gestorben sind oder später sich selber umbrachten und scheiterten, was gleichbedeurtend ist, dass sie die Schlacht um ihre Seele verloren haben.
Meine Aufgabe ist es, diesen Kindern den "Papierkorb der Geschichte" zu verweigern, ihnen den Pkatz zu geben, denn sie durch Unrecht anderer verloren haben und der ihnen auch zustehT, den: "Wir waren doch nur kinder...
Jenö Alpár Molnár

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Familienleben in alter Zeit

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Verfasst von grey bookreader ktuttner am Fr, 09/01/2009 - 13:00
Inhaltsangabe

Noch gibt es Menschen, die von einer längst vergangenen Zeit erzählen können. Von einer Zeit, in der Familien mit mehr als fünf Kinder keine Seltenheit waren, in der es noch Rauchkuchln gab, in der Kinder bis zum ersten Frost "bloßfüßig" gegangen sind. eine Zeit, in der Kinderarbeit selbstverständlich war, in der Hausgeburten zur Normalität gehörten und die vor allem " a weng kluag", also karg und bescheiden war.

Meine Gedanken zum Buch:

Es war bestimmt eine schwere Zeit, trotzdem hört man immer wieder in den Erzählungen heraus wie lustig es auch zeitweise war und wie glücklich man war. Mich haben die Erzählungen sehr bewegt.

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Kaltenburg

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Verfasst von white bookreader Wolfgang am Fr, 29/08/2008 - 15:05
Inhaltsangabe

Ludwig Kaltenburgs Leben wird von seinem Ziehsohn und Schüler Hermann Funk erzählt. Es ist ein vielschichtiges Leben, das sehr eng verwoben ist mit den Bombennächten in Dresden, den ersten Jahren der DDR und dem Tod Stalins. Einfach einsortieren lässt es sich nicht; als Leser bleibt man immer etwas unruhig, denn dieser Kaltenburg ist ein widersprüchlicher, oft liebenswürdiger Kauz, der aber nie wirklich mit offenen Karten spielt.

Die Vogel-Leidenschaft verbindet Kaltenburg und die Eltern des Ich-Erzählers Hermann Funk bereits in der Vorkriegszeit. Im Februar 1945 kommen sie im Bombeninferno von Dresden um. Der kleine Hermann irrt in dieser Nacht umher, fasziniert und berührt von den verkohlten Vögeln, die vom Himmel fallen. Er überlebt. Ab diesem Tag wird Kaltenburg sein Ersatzvater und sehr bald auch sein Lehrer. Doch bleibt er geheimnisvoll und undurchdringlich, schützt und provoziert Hermann mit Sätzen wie „Natürlich erzähle ich Dir nicht alles. Ich will nicht, dass du dein Vertrauen verlierst.“

Meine Gedanken zum Buch:

Diese Buch ist teilweise anstrengend, wenn man kein ausgeprägtes Faible für Vögel hat. Aber - und das ist viel wichtiger - es ist ein ganz feines Buch, weil Beobachtungen und Metaphern gleichzeitig vorsichtig und treffend sind. Man kann viel lernen über die deutsche Nachkriegszeit in Desden. Das Verhältnis des Icherzählers zu seinem Ziehvater Kaltenburg ist das Hauptthema, das der Autor exzellent ausarbeitet. Spannend, erzählerisch  stark, überzeugend. Verdientermaßen steht der Roman auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2008, der während der Buchmesse in Frankfurt verliehen wird.
 
Eine vollständige Besprechung habe ich hier veröffentlicht:
http://www.funkystory.de/node/149

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