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Mord

Kinder der Nacht

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 01/02/2012 - 14:04
Inhaltsangabe

Rumänien nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes: Während der Arbeit an einem Forschungsprojekt fällt der amerikanischen Ärztin Kate Neumann bei einem Waisenjungen eine merkwürdige Blutstruktur auf. Sie adoptiert den Jungen und nimmt ihn mit in die USA. Ein fataler Fehler - denn der Junge ist ein Vampir und sein Vater ist kein Geringerer als Graf Dracula...

Meine Gedanken zum Buch:

Dieses Buch erschien in den USA 1992, also relativ kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, zu einer Zeit, in der uns gerade die ersten Bilder aus den rumänischen "Waisenhäusern" erreicht hatte. Kinderaufbewahrungslager wäre wohl der treffendere Ausdruck für diese Hallen, in denen Babies und Kleinkinder in Käfige gesperrt wurden, kaum sprechen und laufen konnten und nie menschiche Nähe erfahren haben. Mit diesem Horror beginnt Simmons sein Buch, und ich denke, er wollte damit auch die Amerikaner aufrütteln, die in ihrer naiven Art dorthin fuhren, um Kinder zu adoptieren. Natürlich nur gesunde Kinder. Und DIE fand man in den sogenannten Waisenhäusern kaum, somit blühte ein legaler Kinderhandel.
 
Das Buch beginnt somit mit einem brisanten Thema, das Simmons dann recht schnell auf den eigentlichen Punkt bringt, den Vampirismus, den Dr. Kate Neumann als Viruserkrankung identifiziert, in der sie die Rettung der Menschheit vor AIDS und anderen Seuchen erkennt.
 
Dass sich das die alteingesessenen Strigoi in Rumänien nicht so einfach gefallen lassen, liegt auf der Hand, und hier beginnt der Teil des Buches, der mir dann zu abgehoben wurde. Zu stressig, zu unglaubwürdig. Jetzt weiß ich , wo Dan Brown abgekupfert hat, indem er harmlose Wissenschafter zu findigen Indiana Jones mutieren ließ.
 
Wirklich gut gefallen hat mir die unter der Überschrift "Blut und Eisen" erzählte Biografie des berühmten wallachischen Fürsten Vlad III, dessen Bild bei uns im Kunsthistorischen Museum hängt:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/af/Vlad_Tepes_002....
http://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_III._Dr%C4%83culea
 
Nicht zu verachten ist noch der kleine Überraschungeffekt am Schluss, der zwar nicht ganz unerwartet kommt, aber die Geschichte letztendlich stimmig macht.
Alles in allem muss ich sagen, es ist für mich der schwächste Simmons bisher und kommt bei weitem nicht an Bücher wie "Terror", "Drood" oder auch sein Erstlingswerk "Göttin des Todes" heran. Trotzdem ist es ein Vampirthriller, der Fans des Genres gefallen könnte, denn eines muss man auch hier sagen: schreiben kann er, der Herr Simmons!

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Paganinis Fluch (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 01/02/2012 - 13:35
Inhaltsangabe

Carl Palmcrona wird tot in seiner Stockholmer Wohnung aufgefunden. Das Zimmer, in dem er an einem Strick hängt, ist unmöbliert - es gibt darin nichts, worauf er hätte steigen können, um Selbstmord zu begehen. Am selben Tag wird auf einer Jacht vor Stockholm eine tote Frau entdeckt. Ihre Lungen sind mit Meerwasser gefüllt, ihr Körper und ihre Kleider jedoch sind vollkommen trocken. Diese beiden mysteriösen Todesfälle geben der Polizei Rätsel auf. Joona Linna beginnt zu ermitteln - und steht schließlich vor seiner gefährlichsten Prüfung überhaupt.

Meine Gedanken zum Buch:

Puh, war ganz schön ansgrengend, der Fluch des großen Geigers. Vor allem die viel zu sehr mit Action beladene Verfolgungsgeschichte, die den gut geschriebenen und durchaus interessanten Teil, der in Stockholm spielt, anfangs völlig in den Schatten stellt.
Zum Glück gibt sich das irgendwann, und die zweite Hälfte ist ein solider, recht passabel geschriebener, spannender Thriller mit dem brisanten Grundthema Waffenschmuggel und gut gezeichneten, liebenswerten Figuren.
Kein Buch, das ich jetzt vorbehaltslos empfehlen kann, aber wenn man nicht allzu kritisch ist bei diesem Genre, kann man sich gut unterhalten. Und der Schluss lässt darauf schließen, dass sich Joona Linna wohl doch noch seinen Albträumen stellen muss. Somit werde ich auch den dritten Teil dieser Reihe lesen, der erste hieß übrigens "Der Hypnotiseur", und Joona spielte dort eher eine Nebenrolle.
Das Hörbuch gibt es ungekürzt bei audible.de, da wird es sehr gut von Simon Jäger gelesen. Seltsamerweise gibt es im Handel auch eine CD-Version, die von jemand anderem gelesen wird....

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Unverdächtig

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 23/01/2012 - 12:40
Inhaltsangabe

Lise arbeitet als Animierdame in einer Bar und schläft am Tag. Ihr Liebster Sam hingegen verbringt seine Tage vor dem Fernseher. Der Traum von einem anderen Leben scheint auf ewig ein Traum bleiben zu müssen. Bis Lises bester Kunde ihr einen Heiratsantrag macht. Das ist die Chance, findet Lise und unterbreitet Sam den perfekten und perfiden Plan Die Atmosphäre eines bretonischen Küstenstädtchens, die Requisiten der Nouvelle Vague, eine Prise Maigret und Hitchcock ergeben einen spannenden Roman über menschliche Abgründe, Treue und Verrat.

Meine Gedanken zum Buch:

Der Ich-Erzähler Sam liebt Lise, diese heiratet einen reichen Mann, die beiden schmieden einen perfiden Plan um an sein Geld zu kommen, und der geht schief. So könnte man die 120 Seiten zusammenfassen. Komplexer wird es dort, wo es um den Inhalt geht, der zwischen den Zeilen steht, um die Emotionen und feinen Nuancen, die die eigentlichen Spannungserzeuger sind.
Ein kleines, sehr feines Büchlein, das sich durch eine aussergewöhnliche Sprache auszeichnet, ein kurzes Lesevergnügen für alle, die gerne einmal etwas länger bei einem Satz verweilen.

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Todeshauch (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 16/01/2012 - 14:01
Inhaltsangabe

In einer Baugrube am Stadtrand von Reykjavík werden menschliche Knochen gefunden. Wer ist der Tote, der hier verscharrt wurde? Wurde er lebendig begraben? Erlendur und seine Kollegen von der Kripo Reykjavík werden mit grausamen Details konfrontiert. Stück für Stück rollen sie Ereignisse aus der Vergangenheit auf und bringen Licht in eine menschliche Tragödie, die bis in die Gegenwart hineinreicht

Meine Gedanken zum Buch:

Teil 4 der Erlendur-Reihe führt uns in die Vergangenheit Islands, und zwar in die Zeit des 2. Weltkrieges, in der Engländer und Amerikaner auf der Insel stationiert waren. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die von ihrem Ehemann schwer misshandelt wird, ein Thema, das wohl nie an Aktualität verlieren wird.
Gleichzeitig leiden wir mit Erlendur, der am Krankenbett seiner Tochter seine eigene Vergangenheit aufrollt, versucht, mit seinem todkranken Kind ins Reine zu kommen.
Beide Erzählfäden sind gleichermaßen berührend, und auch an Spannung und Atmosphäre fehlt es nicht.
Wie immer liest Frank Glaubrecht souverän und der Geschichte entsprechend, leider werden diese Hörbücher ja nur gekürzt angeboten, man könnte ihm auch länger zuhören.

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Nordermoor (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 16/01/2012 - 13:45
Inhaltsangabe

Was zunächst aussieht wie ein schlampig ausgeführter Mord, erweist sich als überaus schwieriger Fall für Erlendur von der Kripo Reykjavík. Wer ist der tote alte Mann in der Souterrainwohnung in Nordermoor? Warum hinterlässt der Mörder eine Nachricht bei seinem Opfer, die niemand versteht? Während schwere Islandtiefs sich über der Insel im Nordatlantik austoben, wird eine weitere Leiche in Nordermoor gefunden

Meine Gedanken zum Buch:

Auch Teil 3 dieser Serie hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Der Atuor erzählt trocken, ohne Schnörkel und trotzdem berührend die Geschichte Erlendurs, eines Mannes um die 50, der in der Überzeugung lebt, in allen menschlichen Dingen versagt zu haben. Vor allem aber als Vater, und in dieser Rolle wird er erneut herausgefordert.

Natürlich ermittelt er auch in einem Mordfall, der von Anfang an viele Rätsel aufgibt und nicht der einzige bleiben soll. Eine durchaus spannende Geschichte, die uns in die Welt der Genforschung entführt, für die Island sich besonders gut eignet. In einem Land mit nicht einmal 350.000 Einwohnern ist es einfach, eine Datenbank mit allen Erkrankungen zu führen, die Aufschluss über gewisse Erbmuster geben soll. Fragwürdig bleibt die Datensicherheit und Anonymität der teilnehmenden Patienten, denn welches System ist schon wirklich fehlerfrei? 

Ein sympathischer Komissar, atmosphärische Beschreibungen und eine interessante Geschichte machen diesen Krimi zu einem feinen Lesevergnügen. Frank Glaubrecht sorgt dafür, dass man auch am Hörbuch seine Freude hat.

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Die Naschmarkt-Morde. Ein Roman aus dem alten Wien

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 27/12/2011 - 14:02
Inhaltsangabe

Wien 1903. Auf dem nächtlichen Naschmarkt, dem größten Viktualien-Markt der Stadt, wird die junge Gräfin Hermine von Hainisch-Hinterberg brutal ermordet. Die Presse macht viel Lärm um den 'Naschmarkt-Mord', vor allem der Journalist Leo Goldblatt übt Druck auf die Polizei aus. Und während sich Joseph Maria Nechyba, Inspector des kaiserlich-königlichen Polizeiagenteninstituts und ausgewiesener Gourmet, lieber seinem leiblichen Wohlbefinden als den Ermittlungen widmet, geschieht ein weiterer Mord am Naschmarkt

Meine Gedanken zum Buch:

Schön, dass es Dinge und Orte gibt, die sich auch über die Jahrhunderte nur wenig verändern. Dazu gehören der Wiener Naschmarkt und das Café Sperl, in das uns der Autor immer wieder entführt. Zwar wird dort nicht mehr geraucht, aber sonst ist wohl alles immer noch so wie im Jahr 1903, und auch das Gasthaus zur Goldenen Glocke bietet immer noch ein Mittagsmenü an.
Loibelsberger zeichnet das Bild einer Stadt und ihrer Menschen, wie wir es aus vielen Filmen kennen. In der Hochblüte des Jugendstils und der Kaffeehausliteratur lässt er uns immer wieder einen Blick in die Hinterhöfe und kleinen Geschäfte werfen, die es leider nicht ins 21. Jahrhundert geschafft haben.
Vor dieser Kulisse werden 2 sehr unterschiedliche Frauen ermordet, und lange tappt der Leser im Dunklen. Die Auflösung ist letztendlich stimmig, wobei sie mir eine Spur zu schluderig und oberflächlich war, die wahren Motive des Mörders kommen in der vorangegangen Erzählung meiner Meinung nach zu kurz, aber das tut einer gewissen Grundspannung keinen Abbruch.
Letztendlich lebt das Buch vom Lokalkolorit, den Originalen einer Stadt und der herrlichen Altwiener Sprache, und damit hab ich mich prächtig unterhalten. Ich freu mich auf Teil 2, der schon am Nachtkasterl auf mich wartet.
 

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Vor allen Nächten

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 19/12/2011 - 17:33
Inhaltsangabe

Vor allen Nächten erzählt die Geschichte eines jüdischen Einwanderersohnes aus den Nordstaaten, der während des amerikanischen Bürgerkriegs zwischen alle Fronten gerät. Dara Horn entfaltet darin eine solche Farbigkeit, wie sie weltberühmte Romane über diesen großen historischen Stoff nicht hervorbrachten. New York, 1861. Der neunzehnjährige Jacob Rappaport, Sohn jüdischer Einwanderer aus Deutschland, soll mit der einfältigen Emma, Tochter eines Geschäftspartners seines Vaters, verheiratet werden. Außerstande, sich gegen die Pläne des Vaters zur Wehr zu setzen, bleibt ihm am Vorabend des Festes nur die Flucht. Der Bürgerkrieg steht kurz bevor, und Jacob schlägt sich als Soldat auf die Seite der Nordstaatler, die für die Abschaffung der Sklaverei kämpfen. Unerprobt wie er ist, wird er auf waghalsige Mission geschickt. An Bord eines Schmugglerschiffs verfrachtet man ihn nach New Orleans, wo er seinen eigenen Onkel vergiften soll, der sich während des Pessachfestes von Sklaven bedienen lässt und als Spion für die Südstaatler ein Mordkomplott gegen Präsident Abraham Lincoln plant. Kaum ist Jacob in den Norden zurückgekehrt, verschlägt es ihn ein weiteres Mal in den Süden. Diesmal mit einer Mission der anderen Art: Nun soll er Eugenia Levy, feindliche Spionin und Tochter eines alten Bekannten, heiraten und im Auftrag der Kommandanten bespitzeln. Aber auf das, was ihn im Hause Levy erwartet, ist Jacob nicht vorbereitet: Vier bildhübsche Schwestern mit derart verwegenem Charme, dass er bald nicht mehr weiß, auf wessen Seite er steht. Mit Fabulierlust erzählt Dara Horn die Geschichte eines zaudernden Helden, der erst in den Wirren des Krieges lernt, für sich selbst zu sprechen.

Meine Gedanken zum Buch:

Den Hintergrund für diese Mischung aus Liebes- und Spionagegeschichte bildet der amerikanische Bürgerkrieg, insbesondere wird die Rolle der Juden in diesem Gemetzel genauer beleuchtet. Der Ich-Erzähler Jacob Rappaoport, ein junger Mann aus angesehener Familie, wird zum Spion für die Nordstaaten und überschreitet so gut wie jede Grenze der Menschlichkeit, um einem Ideal zu dienen, das nur bedingt auch das Seine ist. Es mangelt ihm an Charakterstärke und Durchsetzungsvermögen, was ihn immer wieder sehr unsympathisch erscheinen lässt.
Leider konnte ich mich mit dieser Figur nicht anfreunden, denn obwohl viel von Gefühlen die Rede ist, war sie für mich nicht nachvollziehbar und eine Spur zu flach. Dementsprechend wenig Profil hatten für mich dann auch die anderen Protagonisten, die in Jacobs Leben eine mehr oder weniger große Rolle spielen. Allen voran Eugenia, deren mehrfach beschriebene Schönheit mich nie berühren konnte.
Die Geschichte an sich ist durchaus spannend und interessant, vor allem, wenn man sich für diese wichtige Epoche der US-amerikanischen Geschichte interessiert. Ehrlich gesagt ist mir dieses Thema sehr fremd, somit hab ich mir auch immer wieder schwergetan, Namen und Orte den richtigen Parteien zuzuordnen.
Alles in allem solide geschriebene Unterhaltung mit Höhen und Tiefen, die es jedoch trotz vieler detailreicher Beschreibungen von z.B. Jacobs Verletzungen nicht schaffen, den Leser emotional wirklich zu bewegen. Emfpehlen würde ich es daher nur jenen, die sich für das Judentum in den USA oder eben den Bürgerkrieg interessieren. Kein Meisterwerk, aber nette Unterhaltung, würde ich sagen.
 

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Der Judas des Leonardo

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Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Mi, 07/12/2011 - 11:13
Inhaltsangabe

Mailand an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert. Leonardo da Vinci möchte im Refektorium des Klosters Santa Maria delle Grazie endlich sein Gemälde ›Das Abendmahl‹ vollenden – doch ihm fehlt das Modell für den Kopf des Judas. Und er macht sich auf die Suche nach dem »allerschlechtesten Menschen in ganz Mailand«.

Der berühmte Maler findet ihn schließlich in dem böhmischen Kaufmann Joachim Behaim, der – wie Judas – fähig ist, aus Stolz einen Verrat zu begehen.

Meine Gedanken zum Buch:

... mein 2. Buch von Perutz.... und es gefällt :o)
In diesem historischen Roman vereint er die Themen Kunst, Macht, Liebe, Verrat und Geld mit seiner, wie erwartet, sehr gekonnten Sprache.
Allein schon, dass Leonardo da Vinici hier einen Gastauftritt hat, macht diesen Roman mehr als interessant, obwohl ich mit Verwunderung feststellen musste, dass er  im Grunde nicht die Hauptrolle einnimmt.
Trotzdem vom Aufbau und von der Idee her wirklich toll gemacht. Da Vinici ist mitten in der Arbeit für ein Gemälde, aber alles gerät ins stocken.... ihm fehlt das Gesicht des Judas.... was tun..... natürlich macht er sich auf die Suche danach, ABER... er ist nicht nur auf der Suche nach eimem passenden Gesicht als Vorlage... nein.... es ist der passende Charakter, der hierfür auch von Nöten ist.... Ob Da Vinic als Künstler wirklich teils so agiert hat???? Warum eigentlich nicht.... das würde jeder Figur noch zusätzlich eine besondere Note geben.....
Ein sehr flüssig geschriebener Roman, der einerseits den Leser unterhält, ihm aber auf der anderen Seite auch sprachlich was zu bieten hat. Und gerade diese Kombination ist bei sehr vielen Büchern dieser Richtung nicht immer selbstverständlich....
 
Was ich auch noch erwähnen möchte ist die Umschlaggestaltung, die ich bei diesen DTV-Ausgaben immer sehr gut gewählt finde. Sie springt durch ihre Ausgefallenheit ins Auge, macht neugierig auf den Inhalt.... und genau so soll es ja sein.
 
 

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Cut

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 07/12/2011 - 10:41
Inhaltsangabe

"Mein Name ist Keye Street. Der Vorname stammt von meinem asiatischen Großvater, den Nachnamen haben mir meine Adoptiveltern verpasst. Von Beruf bin ich Detektivin, genauer gesagt Privatdetetktivin. Ansonsten bin ich trockene Alkoholikerin und Fan von Cheeseburgern und Donuts. Früher wurde ich mit Special Agent angesprochen. Klingt nicht übel, oder? ich hatte einige praktische Erfahrung, bevor ich als Profilerin in das NCAVC, das Nationale Zentrum für die Analyse von Gewlatverbrechen in Quantico, versetzt wurde. Ein paar Jahre später nahm mir das FBI meinen Dienstausweis und meine Waffe ab und überreichte mir die Entlassungspapiere. "Sie haben die Fähigkeiten und das Talent, Dr. Street. Es fehlt Ihnen lediglich an Konzentration."
Ich weiß noch, wie ich in dem Moment dachte, dass nur nur eines fehlte. Und zwar ein Drink, was natürlich Teil des Problems war."

Inzwischen ist Keye Street trocken. Als ein Serientäter in Atlanta vollkommen wahllos Menschen umbringt, wird sie von ihrem alten Freund Lieutenant Rauser in die Ermittlungen hineingezogen. Bald steckt sie tief in einem der gruseligsten Fälle, die sie je erlebt hat. Denn die Leute öffnen immer die Tür, wenn der Mörder klingelt. Dann sticht er zu - immer und immer wieder....

Meine Gedanken zum Buch:

Mit diesem Erstlingswerk hat die Autorin einen soliden Thriller abgeliefert, der ganz sicher seine Fans finden wird. Die Ich-Erzählerin erinnert mich immer wieder an Katyh Reichs' Tempe Brennan, die ebenfalls ein Alkoholproblem hat und genau wie Keye ständig in Fälle verwickelt wird, die sie fast das Leben kosten.
 
Die Geschichte selbst ist spannend, auch wenn man sich ein paar Ausflüge in Keyes Detektivdasein hätte sparen können (ich sag nur: Kuh), weil sie weder viel zur Handlung noch zur Spannung beitragen, aber sie machen das Geschehen menschlicher und vielseitiger. Ein paar kleine Abwechslungen dienen natürlich auch als Atempause für den Leser zwischen den zahlreichen grausigen Morden, die relativ detailreich beschrieben werden. Dies ist kein Thriller für zart Besaitete, das muss man auf jeden Fall erwähnen. Aber das sind die von Kathy Reichs und Cody McFadyen ja auch nicht, und in diese Liga würde ich "Cut" auf jeden Fall einreihen.
 
Keye, ihr Freund Rauser und die diversen Nebenfiguren sind gut gezeichnet und liebenswert, vor allem auch der durch einen Unfall leicht behinderte Charly, der eine ganz besondere Rolle in der Geschichte einnimmt...
 
Grundlegend habe ich auch an der Übersetzung nichts auszusetzen, aber ich glaube, es hätte keinen Lester gestört, hätte man den Mörder einfach Wishbone genannt und nicht Wunschknochen. Dieser Brauch ist ja bei uns nicht wirklich verbreitet, er ist auch genau erklärt worden, und irgendwie klingt das englische Wort authentischer. Das aber nur ganz am Rande.
 
Alles in allem ist "Cut" ein spannender Thriller mit liebevoll gezeichneten Figuren und ein Tipp für alle, die es gern ein Bisschen blutiger haben.

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American Gods (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 02/12/2011 - 14:30
Inhaltsangabe

Leibhaftige Götter in weißen Limousinen, ein alter Mann, der sich als Odin, der mythische Allvater, erweist, eine Münze, die Tote wiedererweckt, und eine monumentale Götterschlacht in der Mitte der USA - Neil Gaiman hat einen großen Roman über die Mythen Amerikas geschrieben.
Hauptfigur ist Shadow, eine eher zwiespältige Gestalt, die nach einer dreijährigen Gefängnisstrafe in die Freiheit entlassen wird, nur um sich mit dem Tod seiner Frau und seines besten Freundes konfrontiert zu sehen, die ein Verhältnis miteinander hatten. Notgedrungen nimmt er einen Job bei einem merkwürdigen alten Mann an, der sich "Wednesday" nennt. Wednesday entpuppt sich als Inkarnation des nordischen Gottes Odin und ist nur einer von zahlreichen übermächtigen Wesen, denen Shadow auf seiner Reise durch das Herz von Amerika begegnet. Im Laufe des Romans stellt sich heraus, dass der nordamerikanische Kontinent nicht nur die Heimat von Menschen aus der ganzen Welt geworden ist, sondern auch von Göttern aus den unterschiedlichsten Mythologien und Religionen.

Wie schon bei Sandman zaubert Neil Gaiman mit großer Virtuosität Figuren und Geschichten aus allen Kontinenten aufs Tableau und lässt seine Leser eine ihnen bekannte Welt mit völlig neuen Augen sehen. "American Gods" überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute - liebevoll gezeichnete Protagonisten, eine spannende und vielschichtige Handlung, unaufdringliche Kritik am Selbstbild der USA und ihrer Bewohner.

Meine Gedanken zum Buch:

Skurril, witzig und sehr detailliert erzählt Neil Gaiman die Geschichte der unterschiedlichsten Religionen. Wie sie nach Amerika gebracht wurden, und wie sie dort, eine nach der anderen, vergessen wurden. Und mit ihnen ihre zahlreichen Götter, die ohne entsprechende Aufmerksamkeit nur mehr dahinvegetieren können und sich auf recht profane Art und Weise durchs Leben schlagen müssen. Mr. Ibis und Mr. Jackal als Bestatter sind schon ein schräges Gespann, und ihr Hauskätzchen hat so einiges auf Lager, mit dem Shadow nicht gerechnet hätte.
 
Dieser ist eine wirklich sympathische Hauptfigur, ausgestattet mit einem trockenen Sinn für Humor und einem gewissen Phlegma, ohne das man die Dinge, die ihm der Reihe nach widerfahren, wohl nicht ertragen könnte. So reist er als Fahrer des Gottes Odin quer durch die USA, wird gefangen genommen von den modernen Göttern Technik, von der Göttin Media via TV verführt und immer wieder vor die Entscheidung gestellt, wem er seine Solidarität eigentlich schuldet.
 
Alles in allem ist "American Gods" eine recht bissige Satire auf das Leben im modernen Amerika, in dem keine Gottheit mehr gute Überlebenschancen hat, weil dei Zeit dafür viel zu schnelllebig ist, weil ein Gott den nächsten nahtlos ablöst, ohne Spuren zu hinterlassen.
 
Gelesen wird das Ganze sehr animiert von Stefan Kaminski, der vielleicht ab und zu ein Bisserl übertreibt, aber seine Sache im Grunde ausgesprochen gut macht. Ein Tipp für Fantasyfans, die einmal etwas ganz anderes lesen wollen, und die Wert auf ein gewisses sprachliches Niveau legen.

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