Massenmörder

Der Tod ist mein Beruf

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Verfasst von yellow bookreader SANDRA am So, 25/04/2010 - 14:01
Inhaltsangabe

Inspiriert von den Tagebuchnotizen des Lagerkommandanten Rudolf Höß schrieb der junge Merle diesen ersten Holocaust-Roman aus Tätersicht, der ihn weltberühmt machte. Die einzigartige Psychostudie eines Massenmörders aus Gründlichkeit und Gehorsam hat bis heute nichts von ihrer düsteren Spannung verloren.

Meine Gedanken zum Buch:

Ich habe die letzte Seite dieses Buches umgeblättert und brauchte eine Weile, um die Fassung wieder zu erlangen. Dieses Buch, das ich bewusst gewählt und gelesen habe, ist ein „Buch der Geschichte“. Der Protagonist Rudolf Lang hat tatsächlich existiert. Er hieß in Wirklichkeit Rudolf Höß und war Lagerkommandant von Auschwitz. Der Autor selber schreibt im Nachwort: „Es übersteigt jedes Vorstellungsvermögen, dass Menschen des 20. Jahrhunderts, die in einem zivilisierten Land Europas lebten, soviel Methode, Findigkeit und schöpferische Gaben eingesetzt haben sollen, um einen riesigen industriellen Komplex zu errichten mit dem Ziel, ihresgleichen MASSENWEISE zu ermorden.“ Und ich gebe ihm recht. Wohl wissend, worauf ich mich mit der Wahl dieses Buches einlasse, wollte ich der notwendigen Konfrontation mit diesem Thema nicht aus dem Weg gehen. Die Geschichte des Rudolf Lang, der einen teuflischen Plan zur massenhaften Ermordung von Juden ersann – und wir sprechen hier von 2,5 Millionen jüdischen Bürgern, die Lang ermordete, wie er selber im Verhör zugegeben hatte – jene Geschichte ist eiskalt und Lang handelt ohne die kleinste menschliche Regung. Man muss Robert Merle zugute halten, dass er sich um Sachlichkeit bemüht – trotz allem entsteht eine derartige Fassungslosigkeit beim Lesen der vielen Details, der Brutalität, Gewissen- und Skrupellosigkeit von Lang und seinen Mordgesellen. Dieses „Geschöpf“ (Menschlichkeit kann man Lang nach der Lektüre dieses Buches nicht mehr zusprechen) erstickte jede menschliche Regung in seinem gesamten Umkreis sofort im Keim und es wird einem übel beim Lesen der Verleumdungen und Aussagen der SS-Mitglieder über Juden. Das gesamte Leben des Rudolf Lang ist ein „Handeln nach Befehl“. Keine Hinterfragen der Befehle. Niemals Emotionen. Nur das sture und völlig skrupellose Befolgen dieser Befehle. Als er seiner Frau Elsie gegenüber aussagt, er würde aufgrund eines Befehles seines direkten Vorgesetzten, des Reichsführers Himmler, „natürlich“ auch seinen eigenen kleinen Sohn Franz erschießen, stockte mir als Leser der Atem. Gewalttätigkeit, Rassismus und Fanatismus, Brutalität und Skrupellosigkeit, gepaart mit dem völligen Fehlen jeglicher menschlicher Regungen und selbstverständlich auch keinerlei Gewissensbisse oder Reue – der Stoff, aus dem Monster geschaffen sind. Möge Gott uns davor bewahren, dass sich die Geschichte in irgendeiner Form wiederholen könnte und Menschen zulassen, dass sie zu Marionetten und Befehlsempfängern werden, die foltern und morden.

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Zirkuskind

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 11/02/2008 - 15:45
Inhaltsangabe

Irvings turbulente Geschichte spielt zum größten Teil in Bombay. Held ist der pummelige Arzt Dr. Daruwalla, dessen Hauptaufgabe es ist, Blutproben von Zwergen in indischen Zirkussen zu untersuchen, um das "Zwergen-Gen" zu lokalisieren. Seine Freizeit verbringt er vorzugsweise im Golfclub. Dort hat er auch Zeit darüber nachzudenken, wer das Clubmitglied auf dem Gewissen hat, das im Gebüsch beim neunten Loch tot entdeckt wurde. Als weitere handelnde Personen treten auf: ein Hippie-Mädchen aus Iowa, das einen indischen Polizeikommissar liebt, ein brutaler Transsexueller, ein deutscher Drogenhändler, ein gefeierter Filmstar nebst seinem jesuitischen Zwilling, eine kastrierte Transvestiten-Prostituierte.

Meine Gedanken zum Buch:

Faszinierend wieder einmal die Sprache und die Originalität der Geschichte, die hier allerdings etwas langsamer verläuft als im typischen Irving-Stil. Viele Handlungsfäden finden sich erstaunlicherweise letztendlich zu einer spannenden und unterhaltsamen Erzählung zusammen, die nicht nur komisch, sondern auch durchaus berührend ist.
Faszinierend natürlich die Beschreibung Bombays und der indischen Besonderheit, den Hijras, einer Gruppe von Männern, die als Frauen leben und in der indischen Gesellschaft eine ganz besondere Rolle innehaben.
 

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