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Ulysses

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am Mo, 05/01/2009 - 19:18
Inhaltsangabe

Die beiden Haupt-"Helden" des Ganzen sind durchaus unheroische Lebenskämpfer. Wir erleben den Tagesablauf des tapferen "kleinen Mannes", Leopold Bloom (in chaplinesker Darstellung durchaus fassbar), der nichts Besonderes in seinem Inneren birgt noch in seinem Äusseren bietet, bis ins letzte...
Mr. Bloom tut und denkt ungestört alles, was gewöhnlich hinter verschlossenen Türen verrichtet und niemals vor anderen ausgesprochen wird, das heisst, er schreitet, von jeder repräsentativen Fassade entblösst, einher, erbarmungslos "geöffnet", wie die psychisch transparenten Portraits des jungen Kokoschka, die in jenen Jahren, als Joyce am "Ulysses" arbeitete, entstanden sind. (1904)

Meine Gedanken zum Buch:

So, nun kann ich endlich dieses Buch vorstellen. Unendliche Anzahl von Zitaten wären hier möglich. Ich behaupte allerdings nicht - und das würde ich auch niemandem glauben - dass ich das ganze Buch, mit all seinen doch hochgeistigen Fremdwörter verstanden habe. Man kann dieses Buch sicher auch mit einem Duden parallel lesen, einiges ist nachschlagenswert oder googelnswert. Ich empfehle - vor der Lektüre - die Wiki dazu zu lesen.
Jetzt zum Inhalt: Ein Tag im Leben von Herrn Bloom + all seine Gedanken, die normalerweise nicht ausgesprochen werden (auch heutzutage nicht) kaum ein Buch bringt das. Die frivolen Stellen (seine Gedanken) unterjubelt Hr. Joyce geschickt seiner Gattin. Bemerkenswert ist auch der Stil. Einmal nur Annoncen dann wiederum 50 Seiten ohne Satzzeichen (Punkte, Beistriche) in einem durch. Auch sehr spannend, wenn man immer wieder über mögliche Satzanfänge stolpert.
Auch etwas sehr modernes verbirgt sich im Buch: nämlich FAQ-Stil. Fragen und die Antworten. Ich überlegte, ob dieses doch eher im letzten Drittel angesiedelte Kapitel nicht vielleicht früher im Werk besser plaziert wäre. Aber es ist so auch gegangen.
Ich empfehle dieses Buch allen Lesern, denen es nichts ausmacht, wenn man mal einiges nicht versteht. Nach zwei Seiten ist man dann schon wieder drinnen. Mancher Leser zerbricht ja bei einem Wort, dass er nicht versteht. Der darf dieses Buch nicht lesen.
Ich habe auch im Xing eine Art Lesetagebuch geführt: https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=5191653;offset=20
 
 

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