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Griechenland

Mitvergangenheit

Bild von duttwal
Verfasst von  duttwal am Fr, 22/07/2011 - 13:44
Inhaltsangabe

Maria beschäftigt sich auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin mit der Vergangenheit ihres Großvaters. Schon bald gerät sie dabei in Lebensgefahr. Nicht nur alte Nazis haben ein Interesse daran, ihre Nachforschungen zu stören – auch in Griechenland gibt es Menschen, die mit allen Mitteln verhindern wollen, dass ans Licht kommt, was während des Zweiten Weltkriegs in einem griechischen Bergdorf geschehen ist.
Zuletzt wagte Klaus Modick 2003 in seinem Roman "Der kretische Gast" die Auseinandersetzung mit diesem unrühmlichen Kapitel der deutschen Geschichte. Ana Vasia geht weiter als Modick und beschreibt auch die griechischen Verstrickungen während der Besatzungszeit - und deren Fortwirken in der Gegenwart.
Ana Vasias Roman verwebt meisterhaft historische und zeitgeschichtliche Fakten mit einer spannungsreichen Enthüllungsgeschichte.

Mitvergangenheit ist ...
 eine Familiengeschichte: warum sind die Raupachers so oberflächlich, verstört und manchmal auch brutal? Liegt wirklich alles am Verhalten des Großvaters? Warum war der alte Mann so hart zu Frau und Kindern? Maria, seine Enkelin, beschäftigt sich mit der Vergangenheit des Großvaters und bringt die wahre Familiengeschichte ans Licht.
 ein Gegenwartskrimi: noch in Österreich wird Maria bedroht - in Griechenland trachten Unbekannte ihr offen nach dem Leben. Nur knapp entrinnt sie Anschlägen, als sie mit kriminalistischem Spürsinn versucht, die Familiengeschichte zu enthüllen.
 ein Roman zur deutschen Geschichte: ungesühnte Verbrechen der Wehrmacht in Griechenland bilden den historischen Hintergrund des Romans. Doch das "historische" Thema ist brandaktuell - denn die Klagen der Opfer aus Griechenland werden immer noch vor europäischen Gerichten verhandelt, da Deutschland die Reparationszahlungen verweigert.
 ein Griechenlandroman: Ana Vasia beschreibt den griechischen Alltag - und den Umgang der Griechen mit der eigenen Vergangenheit - authentisch und ohne Verklärung. Und so wird klar: auf beiden Seiten gab und gibt es Verbrecher.
 ein Österreichroman: die Raupachers stammen aus der Steiermark. Ana Vasia kennt ihre Landsleute gut, ihre Figuren sind mitten aus dem Leben gegriffen.

Meine Gedanken zum Buch:

Ich habe den Roman von Ana Vasia, der eine Mischung aus Krimi und Familiengeschichte ist, mit sehr viel Interesse gelesen. Die Figuren sind so gezeichnet, dass sie mir sehr plastisch vorstellen konnte. Obwohl die Autorin zu denen gehört, die mit schmückenden Details und Beschreibungen auf Kriegsfuss steht. Trotzdem hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, genaus zu wissen, wer wie aussieht und wie es wo aussieht.
Die Geschichte hat einen sehr ernsten Hintergrund, der immer noch aktuell ist - denn Griechenland hat bis jetzt noch immer keine Zahlungen für Kriegsverbrechen während der Besatzungszeit erhalten; und bitte - jetzt nicht mit dem Rettungsschirm der EU verweben, das ist dann doch etwas anders gelagert...;-)
Dass Vasia nie den zeigefinder erhebt, sowohl Österreicher, als auch Deutsche als auch Grieche gleichermaßen verantwortlich macht und/oder als Opfer zeigt, hat mir das Lesen sehr leicht gemacht. Wer immer schon einmal Griechenland abseits der Touristenrouten kennen lernen wollte und Spaß an interesanten Charakteren, Humor und Ernsthaftigkeit hat und auch mit spannenden Begebenheiten umgehen kann, dem sei dieser Roman von mir ans Herz gelegt.

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Der Großaktionär

Bild von AndreaHz
Verfasst von grey bookreader AndreaHz am So, 07/11/2010 - 21:01
Inhaltsangabe

Tochter Katerina ist sein Herzblatt, für Katerina würde Kostas Charitos alles tun. Doch nun darf er nichts tun. Er muss sich raushalten. Denn Katerinas Leben ist in Gefahr, es liegt in den Händen von Terroristen. Und sollten die erfahren, dass ihr Vater bei der Polizei ist, würden sie Katerina wohl erst recht ins Visier nehmen.
Sie hatte ganz einfach in die wohlverdienten Ferien fahren wollen - die ersten nach Erlangen des Doktortitels in Jura -, als maskierte Unbekannte die Fähre nach Kreta unter Kontrolle brachten. Kostas Charitos ist außer sich vor Sorge. Doch bei der Antiterrorabteilung kann man ihn nicht gebrauchen. Dort spekuliert man über die Identität der Täter. Sind es Islamisten? Palästinenser? Tschetschenen? Die Kidnapper schweigen tagelang und strapazieren damit die Nerven aller Beteiligten.
Zu Hause in Athen ist der Kommissar mit einem anderen Fall beschäftigt. Ein Mann, von Beruf Fotomodell, wurde umgebracht. Kostas Charitos geht der Sache auf den Grund. Was er dabei entdeckt, ist eine Geschichte, die tief in die Vergangenheit zurückreicht..

Meine Gedanken zum Buch:

In diesem "Fall für Kostas Charitos", dem etwas eigenbrötlerischen und grantelnden Kommissar, schafft Markaris es wieder, ein Athen jenseits des Tourismus zu skizzieren. Die auftretenden Mordfälle in der Werbebranche führen den Leser wieder in die Junta-Vergangenheit Griechenlands, was aus diesem Roman nicht bloß einen Krimi macht, sondern auch einen zeitgeschichtlichen Roman.
Durch die große Anzahl an Ereignissen (Schiffsentführung vor Kreta, Serienmorde in Athen) reißt die Spannung nie ab und der Leser wird wahrhaftig mitgerissen. Sehr lesenswert!

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Die Kinderfrau - Ein Fall für Kostas Charitos

Bild von AndreaHz
Verfasst von grey bookreader AndreaHz am Mo, 11/10/2010 - 08:38
Inhaltsangabe

Was in Istanbul geschah, ist nun viele Jahrzehnte her. Und doch findet die neunzigjährige Kinderfrau Maria Chambou keine Ruhe. Sie hat noch alte Rechnungen zu begleichen. Kommissar Charitos folgt zunächst widerwillig ihren Spuren, da er sich in Istanbul eigentlich als Tourist aufhält und zusammen mit seiner Frau Adriani versucht, die etwas zerrütteten Familienverhältnisse zu glätten. Seine Tochter hat nämlich nur standesamtlich geheiratet und auf die kirchliche Hochzeit verzichtet. Ein ziemlicher Faux-pas in Griechenland.
Bald verfolgt er aber mit großem Eifer die Spuren der alten Frau, die mit vergifteter Käsepitta mordet. Die Spuren der alten Griechin führen ihn tiefer in das ehemalige Konstantinopel, in eine Vergangenheit mit zwei Gesichtern, einem schönen und einem hässlichen.

Meine Gedanken zum Buch:

Petros Markaris gelingt es in diesem Buch sehr gut, die Atmosphäre in Istanbul zu zeichnen und vor allem die Hintergründe der griechisch-türkischen Spannungen zu beschreiben. Die Mörderin ist von Anfang an bekannt, was der Spannung aber keinen Abbruch tut. Der Lesegenuss wird außerdem erheblich von dem ironischen Schreibstil des Autors bestimmt. Markaris wurde in Istanbul geboren und daher ist dieses Buch auch sein persönlichstes. Mit der Ironie versucht er seine Melancholie gegenüber dieser Stadt  zu überspielen und das macht dieses Buch so lesenswert.

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Eine ganz gewöhnliche Ehe

Bild von erdbeva
Verfasst von grey bookreader erdbeva am Mo, 17/05/2010 - 20:03
Inhaltsangabe

Noch einmal die alte Geschichte vom "göttlichen Dulder", vom "listenreichen Odysseus" und der geduldigsten Warterin in der Weltliteratur, von Penelope. Doch wie erzählt! Es geht hier weniger um Götter-Intrigen und Schlachten-Gemälde, als um Kummer und Verzweiflung, um Güte und Vestehen - schließlich um gemeinsames Gelächter.

Meine Gedanken zum Buch:

 
Humor- und gefühlvoll erzählt, aus einer sehr menschlichen Perspektive und durchaus fesselnd....
... zwischendurch auch einmal anstrengend und etwas zäh, insgesamt ein Buch über Leid, Schmerz, Sehnsucht, Trauer, Angst, Freude und Hoffnung.
Ein Buch über das Leben und mit einer Prise Humor.

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Das Rätsel des Philosophen

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 18/01/2008 - 12:37
Inhaltsangabe

Aus der Amazon.de-Redaktion
An einem kühlen Morgen im ausgehenden 4. Jahrhundert v. Chr. wird in den Wäldern vor Athen die zerfleischte Leiche des jungen Tramakos gefunden. Der herbeigerufene Arzt Aschylos glaubt, dass der Körper des wunderschönen Jünglings von Wölfen verstümmelt wurde, doch der Rätsellöser Herakles Pontor vermutet ein Verbrechen. Er wird vom weisen Diagoras -- Tramakos Lehrer an Platons philosophischer Akademie -- beauftragt, der Sache auf den Grund zu gehen. Als ein weiterer Schüler aus Tramakos Freundeskreis tot aufgefunden wird, sieht Herakles sein Misstrauen bestätigt und kommt einer geheimnisvollen Bewegung im Untergrund des demokratischen und von der Vernunft regierten Athen auf die Schliche.
Natürlich, eine alte Handschrift, die erst vor kurzer Zeit von dem Altphilologen Montalo herausgegeben wurde und der eigentlichen Hauptfigur des Romans, einem eigenbrötlerischen Übersetzer, manches Rätsel aufgibt. Denn er soll die Geschichte des Herakles Pontor aus dem Altgriechischen übertragen, stößt dabei jedoch immer wieder auf Hinweise, dass sich hinter diesem Text mehr verbirgt als nur ein spannender Kriminalfall. In immer ausführlicheren Fußnoten kommentiert er seine Arbeit, bis die Romanwelt in seine Wirklichkeit einbricht und sein Verständnis von Fiktion und Realität ins Wanken bringt.

Das Rätsel des Philosophen ist ein ungemein geschickt in Szene gesetztes Verwirrspiel des Autors mit seinem Leser. Auf einer Erzählebene schildert er die Ermittlungen des Rätsellösers in Athen in den Jahren nach dem Peloponnesischen Krieg. Parallel dazu meldet sich der Übersetzer dieses altgriechischen Romans zu Wort, der im Text immer mehr Spuren seiner selbst entdeckt. Platons Ideenlehre folgend gelingt es dem Roman im Roman, nicht nur den Begriff einer Sache und seine Definition zu enthalten, sondern auch die Idee von dieser Sache. Dabei setzt Somoza keinerlei philosophisches Fachwissen voraus, sondern schlägt unablässig intellektuelle Kapriolen, die den Leser mindestens so sehr verblüffen und begeistern wie die überraschenden Wendungen des Kriminalfalls.

Meine Gedanken zum Buch:

Ein unheimlich spannendes, interessantes und intelligentes Buch - für alle, die einen Sinn für Philosophie, die Antike und skurrile Geschichten haben ein Muss!

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