Sitemap

Fernsehen

Hellas Channel

Bild von AndreaHz
Verfasst von grey bookreader AndreaHz am So, 07/11/2010 - 21:39
Inhaltsangabe

Er hatte Janna Karajorgi, Reporterin für ›Hellas Channel‹, noch nie ausstehen können – sie war überheblich und machte sich bei jeder Pressekonferenz über ihn lustig. Doch nun ist sie tot, ermordet, und er, Kostas Charitos von der Athener Polizei, soll den Fall übernehmen. Notgedrungen begibt er sich in die Höhle des Löwen und legt sich mit seinen ärgsten Feinden an: den Journalisten. Das Fernsehen ist ein rotes Tuch für Charitos, denn seit seine Tochter ausgezogen ist, sitzt seine Frau täglich stundenlang vor der Mattscheibe und ist vor lauter Seifenopern, Fernsehkrimis und Nachrichten unansprechbar geworden. In einem Griechenland, das Schlauheit mit Bildung verwechselt und Schundromane mit Literatur gleichsetzt, da werden Skandalmeldungen nicht in Frage gestellt. Janna Karajorgi war berüchtigt für ihre Skandalreportagen. Wer hatte Angst vor ihren Enthüllungen? Die Albaner, deren obskuren Machenschaften sie auf der Spur war? Der Kinderschänder, den sie an den Pranger gestellt hatte? Die Kollegen, denen Karajorgis Erfolg und Eigenständigkeit zu weit gingen? Der Kommissar führt die Ermittlungen nicht allein, denn auch die Presse will ihn finden: den Mörder der Karajorgi, die nächste quotensichere Sensation.

Meine Gedanken zum Buch:

Kostas Charitos erster Fall führt ihn in die Medienbranche und das, obwohl er Journalisten nicht ausstehen kann. Ein sehr gelungener Kriminalroman, der unter anderem die Skrupellosigkeit der Medien beschreibt und sich dem Athen fern von touristischen Postkarten widmet.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Live!

Bild von AndreaHz
Verfasst von grey bookreader AndreaHz am So, 07/11/2010 - 21:18
Inhaltsangabe

Ein in ganz Griechenland bekannter Bauunternehmer, dessen Geschäfte olympiabedingt florieren, zuückt mitten in einem Interview eine Pistole und erschießt sich vor laufender Kamera. Natürlich ruft ein solch spektakulärer Abgang Kostas Charitos auf den Plan, dem in seinem Krankenstand schon die Decke auf den Kopf fällt. Seine Ermittlungen führen ihn zu den Baustellen des Olympischen Dorfs, zu den modernen Firmen hinter Fassaden aus Glas und Stahl, zu den Reihenhäuschen der Vororte, wo die Bewohner noch richtigen griechischen Kaffee kochen und Bougainvillea im Vorgärtchen blüht. Mit der ihm eigenen Bedächtigkeit irrt Kostas Charitos durch das Labyrinth des modernen Athen, unter der prallen Sonne - und dem Schatten der Vergangenheit.

Meine Gedanken zum Buch:

Der politisch nicht korrekte Kommissar Charitos quält sich auch in diesem Krimi wieder durch den immensen Verkehr von Athen, um das Rätsel um einen inszenierten Selbstmord zu lösen. Obwohl die Geschichte nicht so glaubhaft wie bei den anderen Markaris-Krimis rüberkommt, verliert man sich auch in diesem Roman wieder in den Wirrungen und Machenschaften der Großunternehmen und öffentlichen Institutionen Griechenlands und landet wieder einmal in der bewegten Vergangenheit. Sehr stimmungsvolles Buch, empfehlenswert!

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Mordsquoten

Bild von rainerscharf
Verfasst von white bookreader rainerscharf am Do, 11/03/2010 - 19:27
Inhaltsangabe

Die Produzenten Rainer Scharf und Max Wieland bauen die junge Jenny Winters zu Deutschlands bekanntestem Partygirl auf und wollen eigentlich nur das, was in der Branche alle wollen: Frauen, Spaß und jede Menge Kohle. Als dann der berühmte Quizmoderator Winfried Müller-Thurau vergiftet aufgefunden wird, wittern Scharf und Wieland ihre große Chance, eine Show der Superlative auf den Schirm zu bringen.

Aber auch die Polizei hat eine Quote zu erfüllen – die Aufklärungsquote. Während die beiden Kölner Kommissare Felix Krüger und Pit Werner in TV-Studios, Brauhäusern und Bordellen ermitteln, kommt der Regierungspräsident auf die Idee, gemeinsam mit Jenny Winters vor die Kameras zu treten und sich für die nächsten Wahlen zu profilieren. Im unerbittlichen Konkurrenzkampf der Sender um die höchsten Einschaltquoten ist den Machern nichts heilig. Es geht um eine Million, die derjenige kassieren soll, der den Mörder vor laufender Kamera stellt.

Doch alles kommt ganz anders. Die beiden Kommissare geraten bei ihrer Arbeit in ein Gestrüpp aus falschen und echten Freunden des Toten, trügerischen Mordmotiven, makaberen Hinweisen und zweifelhaften Affären. Die Mordsquoten der Show übertreffen alles bisher da gewesene im deutschen Fernsehen – allerdings völlig anders, als sich die Macher das vorgestellt hatten.…

Meine Gedanken zum Buch:

Mordsquoten oder der ganz normale Wahnsinn...
 
Millionen Menschen schauen Tatort oder Polizeiruf 110. Jeder Sonntag beschert der ARD so „Mordsquoten“. Fernsehen ohne Krimi wäre undenkbar. In alle Abgründe der menschlichen Seele hinab wurde bereits ermittelt. Egal, ob Drogen- oder Missbrauch, Korruption, Mord oder ganz banaler Todschlag: Deutschlands TV-Kommissarinnen und Kommissare sind immer auf Achse.
 
Aber was ist mit der anderen TV-Welt auf unserem Bildschirm? Die Welt des Glamours und der seichten Unterhaltung. Denn auch hier gibt es  pausenlos „Mordsquoten“. Was passiert, wenn einer der beliebtesten Quiz-Moderatoren plötzlich tot in seinem Erbrochenen aufgefunden wird? Was geht ab, wenn die Polizei plötzlich in Bordellen, Studios und Garderoben auftaucht? Das gibt richtig Ärger im Revier, wenn Kommissare ermitteln – und sorgt im TV für Quoten. Prompt heißt Mordsquoten von Karoline Klötzing im Untertitel auch „Eine Crime-Doku-Soap in 24 Kapiteln“. Das ist durchaus ernst zu nehmen, denn „Mordsquoten“ ist kein Krimi im herkömmlichen Sinne.
 
Die Kölner Autorin Karoline Klötzing hat mit „Mordquoten“, erschienen im MOS-Verlag, ihren ersten Kriminalroman vorgelegt – und zeigt den Lesern eine völlig abgedrehte Parallelwelt hinter der Mattscheibe. Nichts ist wirklich so, wie es scheint bei Deutschlands (Privat-)Sendern. Und wenn jemand diese skurrile Welt bei Produzenten und Sendern kennt, dann die Autorin, die selbst seit Jahren in diesem Metier zu Hause ist. Sie hat viele Jahre in verantwortlicher Position in Redaktionen für große deutsche Privatsender gearbeitet.
 
„Mordsquoten“ führt uns direkt in dieses verrückte Paralleluniversum Fernsehen. Die Story ist wie der ganz normale Wahnsinn bei RTL, Pro7 oder in der BUNTEN: Bewusst setzt Autorin Karoline Klötzing in „Mordsquoten“ auf die Stilmittel des oft geschmähten aber doch viel geschauten so genannten Unterschichtenfernsehens. „Mordsquoten“ ist eine faszinierende und erfrischende Mischung aus Kriminalroman, Soap und Yellow-Press – eben typisch Fernsehen. Entsprechend dramaturgisch dicht ist der Roman gestrickt.
 
Der Tod des Moderators wird gnadenlos ausgeschlachtet. Im unerbittlichen Konkurrenzkampf der Sender ist den Machern nichts mehr heilig. Hunderte von Kandidaten bewerben sich für die Mördersuche – vom Ex-Fremdenlegionär bis zum Döner-Verkäufer.
 
„Mordsquoten“-Autorin Karoline Klötzing entführt uns galant hinter die Kulissen der grellen Welt des Unterhaltungsfernsehens, in der nur ein wahrer Herrscher regiert: Der grausame Tyrann Quote. Kein Wunder also, dass im harten Wettkampf der Privatsender zwischen Schönheits-OPs, Heimwerkerorgien, Küchenschlachten und Promi-Shows nur noch Marktanteile zählen. Der Mensch wird zum Wirtschaftsgut, dass sich entweder medial gut vermarkten lässt – oder vom Bildschirm ganz schnell wieder verschwindet. Das ist der TV-Turbokapitalismus, der heute Gegenstand von trockener Kulturkritik – oder eben aber ausgefeilter Kriminalromane sein kann.
 
So ist „Mordsquoten“ auch boshafter und spannender Spiegel unserer medialen Alltagskultur. Freilich sollten Leserinnen und Leser, die ihre Freude an typischen amerikanischen Serientätern haben, umdenken können. Trotz des martialischen Namens wird in „Mordsquoten“ niemand verstümmelt oder grausam hingerichtet. Die sich in der heutigen Krimiwelt immer schneller drehende Gewaltspiralen wird hier filigran und spannend unterbrochen. Die Marterwerkzeuge der Wirklichkeit sind eben nicht immer Schusswaffen in diversen Kalibern oder Hackebeile und Tauchermesser. Die gnadenlose mediale Hinrichtung eines prominenten Menschen ist oft furchtbarer, als die ewiggleiche bluttriefende Fiktion irgendwelcher angelsächsischer Kriminalromane.
 
Karoline Klötzing provoziert mit „Mordsquoten“ – und verstört auch zuweilen, wenn Fiktion und Wirklichkeit zu verschwimmen beginnen. Dann nämlich, wenn plötzlich reale Gestalten vor dem Auge des Lesers auftauchen und deutlich machen, wie sich das Unterhaltungsfernsehen längst in unserem Unterbewusstsein eingenistet hat. So spiegelt sich das Genre selbst: Ist das, was wir in Karoline Klötzings spannendem Krimi lesen nun die Fiction – oder doch eher das, was Dieter Bohlen und Co. auf der Mattscheibe abliefern? Welche Menschen sind echt und welche nur noch die Produkte unserer Medienindustrie? Zu welchem Schluss die geneigten Leser und Leserinnen auch kommen mögen: Lesen lohnt sich alle mal!

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Dein Lieblingsbuch im Bücherforum nicht gefunden?

Werde selbst Buchpate!

Inhaltsangabe bzw. Zusammenfassung - selbst verfasst oder der Buchklappentext, Zitate, Quellenangaben, deine Meinung, und schon bist du Buchpate. Wir freuen uns auf deine Lieblingsbücher.

Stelle deine Bücher im Forum vor und diskutiere mit anderen bookreaders über das Buch. Rezension bzw. Rezensionen sind zwar "hübsche" Worte, auf bookreaders.at schreibt einfach jeder seine Meinung in der Diskussion. Eine Bewertung des Inhalts mit Sternchen oder dergleichen, wie sie in Buchbesprechungen üblich scheint, gibt es auf bookreaders.at nicht. Was zählt sind die persönlichen Eindrücke über den Inhalt, den Autor, ... Wir freuen uns über jede Buchvorstellung.