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Eheprobleme

Bevor ich schlafen kann

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Do, 02/12/2010 - 10:27
Inhaltsangabe

Josefine Bartok, genannt Josi, ist Psychiaterin in Wien mit einem nüchternen Blick auf die menschliche Seele. Sie hat eine Krebsoperation hinter sich, und ihr Mann Tomas bekennt sich nach zwanzig Jahren Ehe zu seiner Homosexualität. Das Unglück muss man ernst nehmen, findet Josi, so ernst wie Don Quijote die Windmühlen. Tatsächlich hat Josi mit diesem Helden viel gemeinsam. Sie erfindet sich nach der Trennung neu, beschließt, nur mehr Anzüge zu tragen, verliebt sich in Griechenland in Max und schließt Freundschaft mit Paula, einem zwölfjährigen Mädchen. Ein Roman über eine ungewöhnliche Frau, die nach und nach beginnt, neue Formen des Glücks für sich zu entdecken.

Meine Gedanken zum Buch:

Zur Person Monika Helfer ist im Vorfeld anzumerken, dass sie mit dem österreichischen Schriftsteller Michael Köhlmeier verheiratet ist. Durch einen tragischen Unfall kam ihre gemeinsame Tochter Paula vor einigen Jahrn ums Leben.
Mit "Idylle mit ertrikendem Hund" hat Köhlmeier einen sehr intensiven Roman geschrieben, mit dem er auch den Tod seiner Tochter ein Stück zu verarbeiten versucht. So ist es nicht verwunderlich, dass M. Helfer in ihrem Roman diesem Mädchen auch eine Rolle zu Teil werden lässt.
 
Josi, die Hauptfigur, ist ein Frau mit vielen Seiten. Sie wirkt auf mich stark... zielstrebig, aber dann doch wieder unsicher, unnahbar, verletzlich.... In ihrem Leben sind ihr viele Dinge widerfahren. Ein jedes für sich eine einschneidende und prägende Erfahrung, als Gesamtes wirkt es auf mich aber etwas zu unrealistisch. Helfers Schreibstil kommt leider auch nicht so richtig an mich heran, wie ich es mir erwartet hätte.
Was für mich allerdings sehr interessant ist, ist Paula`s Rolle in diesem Buch. Für mich tritt sie mit der Zeit sogar immer mehr in den Vordergrund.
M. Helfer zeigt uns ein lebensfrohes, aufgewecktes, junges Mädchen und ich glaube, dass all das keine erfundenen Eigenschaften sind, sondern sie zeigt damit dem Leser eine Paula, so wie sie wirklich war.
Und ich frage mich auch, ob man durch Josi und ihren Blick auf dieses Mädchen nicht die eine oder andere Verbindung zu Monika Helfer selbst  ziehen kann.

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Verzauberter April

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 01/03/2010 - 12:10
Inhaltsangabe

Vier ernsthafte englische Damen brechen aus ihrem Alltagsleben aus, reisen nach Italien und entdecken nicht nur die Verzauberungskraft der Natur, sondern ganz beiläufig auch sich selbst: eine englische Gesellschaftssatire, eine postviktorianische Sittenkomödie.

Meine Gedanken zum Buch:

Dieses Buch ist ein Muss für alle, die einerseits für Italien schwärmen und andererseits etwas für die Damen der englischen Gesellschaft - mehr oder weniger fein - mitsamt ihren Dünkeln und Eigenarten übrig haben. Vier sehr unterschiedliche Frauen treffen hier aufeinander und erleben das Wunder, das eine schöne, fast schon reine Umgebung auf die Seele wirken kann, wenn man es nur zulässt.
 
Lotty wirft als erste das Grau ihres Ehedaseins ab und nimmt die Dinge selbst in die Hand, was sie für ihren Ehemann plötzlich unglaublich attraktiv macht. Rose ersetzt Gott in ihrem Herzen wieder durch ihren Mann Frederick, und sogar die griesgrämige Mrs. Fisher, die stets nur in der Vergangenheit schwelgt, erkennt letztendlich, wie schön es ist, lebendige Menschen um sich zu haben. Und die junge Lady Caroline... tja, das überlässt die Autorin unserer Fantasie...
 
Ein feinsinniges Buch mit spritzigen Dialogen und umwerfenden Beschreibungen des Gartens und der Landschaft rund um das Castello San Salvatore. Ein hübsches Leseerlebnis auf feinem sprachlichem Niveau mit Charme, Witz und Tiefgang, das ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.

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