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Dichtung

Saraswati - Der Fluss des Lebens

Bild von Hans Diether
Verfasst von white bookreader Hans Diether am Do, 21/08/2008 - 10:17
Inhaltsangabe

Saraswati Ingenhoven, eine in Indien geborene Deutsche, die in einer PR-Agentur arbeitet, begegnet eines Tages der Frage. "Wer bin ich und was will ich wirklich?" Sie fürchtet diese Fragen, die sie bestürmen, und fühlt gleichzeitig, dass sie sie beantworten muss. Da trifft sie auf den indischen Dichter Arun Gopal bei seiner ersten Lesung in Hamburg, der sich selbst und seinem Publikum dieselben Fragen stellt. Für einen magischen Moment heben sich die Schleier der Täuschung, die Saraswatis Bewusstsein bisher umgaben, weil Arun Gopal absolut aufrichtig über seine tiefe Sehnsucht nach der göttlichen Liebe und seine Suche nach dem göttlichen Selbst spricht. Saraswati spürt, dass Arun viel tiefer und viel inniger mit dem Leben verbunden ist als sie es jemals war, und er weckt ihre Erinnerung an ihre frühe Kindheit in Indien.
Die Fragen werden so dringend, dass sie nach Indien reist. Aruns Großeltern nehmen sie herzlich auf, und Saraswati lernt wissbegierig und leicht, was es bedeutet, dem Fluss des Lebens bedingungslos zu vertrauen. So kann Verleugnetes und Verdrängtes ans Tageslicht gebracht werden. Kurze Zeit nach ihr kehrt auch Arun in seine Heimat zurück, weil neue Fragen seinen Geist bestürmen und auch er nach Antworten verlangt. So begeben sie sich gemeinsam auf die Suche nach ihren Wurzeln. Trotz großer Ängste und tödlicher Gefahren sind sie bereit, der Wahrheit über eine sie verbindende Vergangenheit zu begegnen. Viele lange gefürchtete Einsichten in die Verstrickungen ihrer beider Familien verlieren den Schrecken, als Saraswati und Arun erkennen, dass alles, was sie erleben, in direktem Zusammenhang mit ihnen selbst steht.
Unerschrocken gehen sie ihren Weg der bedingungslosen Selbsterforschung und Hingabe an die Liebe, die jede Trennung beseitigt und jenseits der Dualität ist. Diese Erkenntnisse führen sie immer mehr zum innersten Selbst, das das Göttliche in jedem Menschen ist.

Meine Gedanken zum Buch:

Fast ist es vermessen, dieses Buch als belletristisches Werk zu bezeichnen. Der Roman ist ein spiritueller Ratgeber, der sich aber auch so leicht wie ein Liebesroman lesen lassen kann. Die Autorin spiegelt in ihrer Sprache die Dreiheit der indischen Sprache wider, wo es eine offensichtliche, eine verborgene und eine geheime oder okkulte Bedeutung des Textes gibt. So kann sie jedem Leser das vermitteln, was er zu erkennern und zu erfassen bereit ist. Das ist die Liebe der Autorin zur Sprache und zu den Lesern ihrer Bücher: Sie gibt bedingungslose Unterstützung bei aller Freiheit der individuellen Wahrnehmung.
Ich liebe die Art, wie Daniela Jodorf schreibt, und kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

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