Sitemap

China

Balzac und die kleine chinesische Schneiderin

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Di, 21/06/2011 - 13:16
Inhaltsangabe

Die witzigste, traurigste, schönste Liebesgeschichte des Jahres - der
so gefeierte Roman aus Frankreich erzählt von zwei pfiffigen
chinesischen Studenten, die es in ein gottverlassenes Bergdorf
verschlagen hat. Ein Koffer voll westlicher Weltliteratur und eine
entzückende Schneiderin retten ihnen das Leben.
Sie hat einen dicken schwarzen Zopf, zwei hinreißende Schühchen aus
rosafarbener Seide und das zauberhafteste Lächeln, das man sich
vorstellen kann: die Kleine Schneiderin aus dem abgelegenen Bergdorf,
in die sich der junge Luo gleich beim ersten Anblick verliebt. Er und
sein Freund, zwei Studenten, die zur kulturellen Umerziehung
hierher ans Ende der Welt verschickt wurden, merken bald, daß sie nur
eine einzige Möglichkeit haben, ihre Haut zu retten: Sie müssen in
den Besitz jenes wunderbaren Lederkoffers gelangen, der die
verbotenen Meisterwerke der westlichen Weltliteratur enthält. Denn
nur aus Balzac und Stendhal, aus Dostojewski und Dumas könn en sie
die Lebensenergie und den Esprit schöpfen, die sie brauchen, um den
Widrigkeiten ihres Daseins und der Willkür des Dorfältesten Paroli zu
bieten. Und vielleicht können sie am Ende sogar das Herz der
Schneiderin gewinnen.

Meine Gedanken zum Buch:

Liest man die Inhaltsangabe, könnte man dieses Buch schnell für einen Liebesroman eines chinesischen Schriftstellers halten.
 
Falsch gedacht. Viel, viel mehr steckt in diesem kleine Büchlein!!!!
 
"Kulturelle Umerziehung".... Worte, die für uns keine große Bedeutung haben, uns aber mit diesem Buch trotzdem die Augen öffnen.
Zum Glück leben wir heutzutagen in einer Welt, bzw. in einem Land, in dem wir uns nicht scheuen müssen, unsere Gedanken zu formen und auch zu formulieren. Uneingeschränkter Zugang zu jeglicher Art von Informationen ist Normalität, anders könnte man sich das Leben auch garnicht mehr vorstellen.
 
Dai Sijie zeigt uns hier die andere Seite. Er macht dem Leser klar, welche Kraft und auch Hoffnung in Worten liegen kann. Natürlich.... das Verbotene zieht automatisch unheimlich an....trotzdem kann es für so viele auch ein Rettungsanker sein....
 
Ein kleins Buch mit einem ganz großen Inhalt... schön und auch gleichzeitg traurig.... und der Stoffeinband meiner Sonderausgabe macht es auch zusätzlich noch mal zu etwas ganz Besonderem... das hat was :o)))))))

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Die Feuerreiter seiner Majestät 02: Drachenprinz (Audiobook)

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 30/05/2011 - 13:45
Inhaltsangabe

Kaum haben Captain Will Laurence und sein gewaltiger Drache Temeraire ihre erste Bewährungsprobe bestanden, da erscheint eine chinesische Delegation am britischen Königshof und fordert die Rückgabe Temeraires. Als Laurence sich weigert, muss er seinen geliebten Gefährten in den fernen Osten begleiten - ohne zu ahnen, was ihn und Temeraire am Ende ihrer langen, gefahrvollen Reise erwartet...

Meine Gedanken zum Buch:

Temeraire, von den Engländern noch im Ei von einem französischen Schiff erbeutet, wäre eigentlich ein Geschenk der Chinesen an Napoleon gewesen. Wütend darüber, dass nur ein einfacher Soldat einen dieser seltenen und edlen Himmelsdrachen fliegen darf, verlangen sie ihr mittlerweile 18 Tonnen schweres Geschenk zurück, aber Temeraire weigert sich, ohne Laurence und seine Crew zu gehen. Somit begeben sich alle auf einem Transportschiff auf die Reise nach China, das sie nach einigen Abenteuern auch erreichen.
 
Dort wird Temeraire mit weitaus mehr Ehrfurcht behandelt als in Europa, Drachen werden ähnlich wie Menschen respektiert und auf keinen Fall wie Tiere behandelt. Temeraire wird sogar von eigenen Köchen bekocht und kommt immer mehr ins Grübeln darüber, woher sich die Menschen das Recht nehmen, ihn und seine Artgenossen als Kriegsmaschinen und Zuchttiere zu halten.
 
Trotz einiger Intrigen und Mordanschläge gelingt es den Chinesen nicht, Laurence und den Drachen zu entzweien, Freundschaft und Solidarität stehen auch hier im Mittelpunkt der Geschichte, der Detlef Bierstedt mit seiner schönen Lesestimme viel Leben und Charakter verleiht.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Mein Leben unter zwei Himmeln

Bild von biosigerlmeyer
Verfasst von grey bookreader biosigerlmeyer am Fr, 15/04/2011 - 08:57
Inhaltsangabe

Y. C. Kuan erzählt seine spannende Lebensgeschichte. Geboren in Kanton, aufgewachsen in Shanghai, Sohn eines Intellektuellen, besuchte er gute, westliche Schulen. Er erlebte die japanische Invasion und schloss sich mit Begeisterung der kommunistischen Revolution an.
Immer wieder wurde ihm aber sein impulsiver Charakter und seine Liebe zur Freiheit und eigenen Meinung zum Verhängnis, und so wurde er immer wieder strafweise versetzt. Nur mit viel Glück konnte er wieder zurück nach Peking kommen, doch als er wieder das Ziel von Hetzkampagnen wurde, sah er nur noch eine Möglichkeit für sich: die Flucht.
Eine abenteuerliche Reise führte ihn über Ägypten nach Deutschland, wo er in Hamburg schließlich eine neue Heimat und als Professor für Sinologie (Chinakunde)an der Universität eine Stelle fand.

Meine Gedanken zum Buch:

Im Buch wird die Lebensgeschichte sehr detailreich erzählt.   Für mich ist es immer sehr interessant, etwas über die Verhältnisse in verschiedenen Ländern zu erfahren und dieses Buch hat mir ein ganz neues Bild von China gezeichnet. Es hat mir die Menschen in China sehr viel näher gebracht. Laut Klappentext ist der Autor ja auch einer der bekanntesten Vermittler chinesischer Kultur.
Am besten gefallen hat mir die Episode, als er die vorbildliche Modellarbeiterin einer tibetischen Minderheit interviewen sollte. Sie, mit ihrem Charme, ihrer Schönheit und dem ganz anderen gesellschaftlichen Hintergrund, hat ihm nämlich ganz schön den Kopf verdreht! Nachzulesen ab ´Seite 310.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Der rote Mandarin

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 22/02/2011 - 15:37
Inhaltsangabe

Kommissar Wang ermittelt in Hongkong Mit seinen ersten beiden äußerst erfolgreichen Krimis »Zuviel himmlischer Frieden« und »Der Verräter vom Schlangental« führte China-Kenner West mitten in die Widersprüche dieses riesigen Landes. Im neuesten Fall reist Kommissar Wang nach Hongkong, um in einem politisch brisanten Fall zu ermitteln. Ein hoher chinesischer Beamter wurde als Wasserleiche aufgefunden. Die chinesischen Behörden versuchen, den Mord dem britischen Geheimdienst in die Schuhe zu schieben.

Meine Gedanken zum Buch:

Der dritte Teil der Kommissar-Wang-Reihe führt uns wieder nach Hongkong, das kurz vor seiner Rückgabe an die Volksrepublik China steht. Ein hohes Tier wird ermordet aufgefunden, peinliche Details werden bekannt, und das Regime fürchtet um seinen guten Ruf. Da kann nur mehr Kommissar Wang helfen, der gemeinsam mit seiner klugen Frau Rosina das Unterste nach oben kehrt und letztendlich eine grausame Wahrheit ans Licht bringt.
Die Figur Wang gefällt mir immer besser. Getrieben von seinem eigenen Gewissen, aber auch den liberalen Ansichten seiner Ehefrau, gerät er immer öffter in diesen Zwiespalt zwischen Pflicht und besseres Wissen. Ein Mensch, der bemüht ist, dem Regime zu dienen, der aber im richtigen Moment sein Hirn nicht abschalten kann und will, und der immer wieder auf sein Herz hört. Ein sehr sympathischer Charakter.
Die Geschichte selbst ist spannend und schon allein aufgrund der Location interessant, vor allem, wenn man selbst schon auf Wangs Spuren gewandelt ist. Was am Schluss aufgedeckt wird ist einfach nur schrecklich und kaum zu glauben, entspricht aber leider der Wahrheit. Es geht um die Waisenhäuser in der VR China, in der weggelegte Babies, hauptsächlich erstgeborene Mädchen und behinderte Kinder, nicht einmal notdürftig versorgt werden. Ich hab mal im "Stern" Bilder gesehen, die ein Reporter heimlich geschossen hat, und die hatte ich jetzt wieder so deutlich vor Augen, dass mir fast wieder die Tränen gekommen sind. Unglaublich, dass wir Geschäfte mit einem Land betreiben, in dem derartige Dinge legal möglich sind!
Alles in allem ist "Der rote Mandarin" ein spannender Krimi mit Tiefgang, den ich nicht nur Fans der Serie empfehlen würde, sondern allen Leuten, die sich für China und seine Menschen begeistern können.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Wie ein Wanderer in einer mondlosen Nacht

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 15/02/2011 - 15:06
Inhaltsangabe

Kunstvoll verwebt Dai Sijie die zarte Liebe zwischen einer französischen Studentin und einem chinesischen Gemüsehändler mit einer fast zweitausend Jahre alten Kulturgeschichte. Sein hochpoetischer Roman über die geheimnisvolle Welt Chinas entfaltet auf virtuose Weise einen unaufhaltsamen Sog.

Es ist mehr als das Band einer großen Liebe, das in Peking das Schicksal einer französischen Sinologie-Studentin mit dem eines chinesischen Gemüsehändlers verknüpft. Beide sind sie auf der Suche nach der verlorenen Hälfte einer uralten Schriftrolle, eines seidenen Sutras, das die geheimnisvollen Anfänge des Buddhismus in seinen fremdartig kalligrafierten Zeichen birgt. In einem Anfall von Wahnsinn soll einst Kaiser Pu Yi, der letzte Kaiser von China, das kostbare Relikt mit den Zähnen zerrissen haben. Und so begeben sich die zwei - fasziniert vom Zauber der Sprache und ihrer Macht - auf eine entbehrungsreiche Reise, die sie weit voneinander entfernen und weit zurück in die eindrucksvolle Geschichte der chinesischen Kultur führen wird.

Meine Gedanken zum Buch:

Dai Sijie erzählt einmal mehr ein Stück chinesische Geschichte, indem er die Vergangenheit eng in Beziehung zur Gegenwart setzt. Poetisch und doch geradlienig und direkt berichtet er einerseits über die Liebesbeziehung zwischen einer französischen Studentin und dem chinesischen Gemüsehändler Tumschuk, und andererseits über die Zustände in den kommunistischen Gefangenenlagern, in denen Menschen für ihre Lebensanschauungen zu lebenslangen Qualen in Bergwerken und Arbeitslagern leiden müssen.
Parallel dazu erfahren wir die Geschichte des letzten Kaisers von China, Pu Yi, der durch den - durchaus grandiosen  - Film von Bernardo Bertolucci wohl sehr idealisiert und verfremdet in die westliche Geschichte einging. Ein verstörter Mensch, der nur durch die Umtriebe seiner machtgierigen Tante an die Macht gekommen ist, die so indirekt das Schicksal von Tumschuks Familie maßgeblich beeinflusst hat.
 
Angenhem zu lesen, wenngleich mit den vielen chinesischen Namen auch leicht verwirrend, historisch interessant, durchaus spannend und berührend ist dieses Buch, wobei man sich mit der Erzählweise über mehrere Ebenen entsprechend anfreunden muss. Alles in allem ein Tip für Freunde großer Erzählkunst und chinesischer Literatur.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Der Verräter vom Schlangental. Kommissar Wang ermittelt

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 02/02/2011 - 14:04
Inhaltsangabe

Kommissar Wang kommt in sein Heimatdorf, wo ein Staudamm gebaut werden soll. Der Parteisekretär ist begeistert von dem Projekt, doch im Dorf hat sich eine geheime Protestgruppe gegründet. Eines Morgens findet man den Parteisekretär erschlagen in seinem neuen Haus. Hat er in der Nacht Kunstdiebe überrascht, stecken die Umweltschützer hinter der Tat oder liegen ihre Ursachen tief in der düsteren Zeit der Kulturrevolution?

Meine Gedanken zum Buch:

Eine feine Fortsetzung zu "Zuviel himmlischer Frieden" ist dieser 2. Teil der Reihe, die mir immer besser gefällt. Wang ist mittlerweile mit der junge Rosina verheiratet und hat deutlich mehr Freude am Leben als noch im letzten Buch. Somit leistet er sich auch den Luxus eines Urlaubs, der allerdings letztendlich nur in Arbeit ausartet und auch für Rosina viele Herausforderungen birgt. Gemeinsam gelingt es den beiden, ein umweltfeindliches Bauprojekt zu stoppen, familiäre Bande neu zu knüpfen, ein Verbrechen aufzuklären, ein Rätsel der Vergangenheit zu lösen und 2 sehr einsame Menschen zueinander zu führen.
Auch diesmal finde ich die Figur des Kommissars besonders gut getroffen, der als Polizist ja einerseits dem System nahe steht und es grundsätzlich auch unterstützt, der aber trotzdem sein Hirn nicht ausschaltet und sein Herz sprechen lässt. Und genau darin bestärkt ihn seine Ehefrau, die der Partei weitaus skeptischer gegenübersteht, als sie es als Krankenschwester in einem staatlichen Krankenhaus eigentlich dürfte.
Gut geschrieben, durchaus spannend, ab und zu auch zum Schmunzeln - ein feines Leseerlebnis für alle, die sich für China und seine Menschen interessieren.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Zuviel himmlischer Frieden. Kommissar Wang ermittelt

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 19/01/2011 - 16:42
Inhaltsangabe

China 1991: Mitten in einer Vorstellung der Peking-Oper wird ein Mann ermordet. Zufällig ist Kommissar Wang anwesend und nimmt sich des Falls an. Die Spuren führen ihn in Kreise des organisierten Verbrechens, zu Ausgrabungen in den Huashan-Bergen, wo seit längerer Zeit bedeutende Kunstgegenstände auf geheimnisvolle Weise verschwinden, und in den Süden Chinas, von wo aus sie möglicherweise nach Hongkong verschoben werden. Wang glaubt fest an den Sieg der Gerechtigkeit, doch läßt sie sich wirklich durchsetzen im heutigen China, nach all dem, was er im Juni 1989 auf dem Tianamen-Platz erlebt hat? In seinen Romanen um Kommissar Wang vermittelt Christopher West ein farbenprächtiges und gleichzeitig menschlich und politisch sehr stimmiges Bild vom heutigen China.

Meine Gedanken zum Buch:

Dieser erste Teil von vier macht uns mit Kommissar Wang bekannt, einem im Grunde parteitreuen Kommissar um die 40, der in Peking ermittelt. Und der immer wieder an die Grenzen dessen kommt, was die Partei vorgibt und was die Menschlichkeit ihm abverlangt. Dieser Konflikt kostet ihn fast seine Karriere, wie es darum geht, seine Position zum Massaker am Platz des himmlischen Friedens 1989 darzustellen.
Wang ermittelt in einem Mordfall, der sich unerwartet schnell löst, somit wird er von seinem Gruppenleiter zu einer Ausgrabungsstätte ins Gebirge beordert, wo ständig wertvolles Kulturgut verschwindet. Die Untersuchungen führen seinen Kollegen nach Hongkong, zu den Versuchungen der modernen westlichen Welt.
Christopher New zeichnet meiner Meinung nach ein recht realistisches Bild eines Menschen, der auf dem Land aufgewachsen und somit der Tradition und einer gewissen Moral verhaftet ist, die in der Großstadt kaum mehr Platz findet. Seine Hauptfigur ist sympathisch und autentisch, die Kulisse exotisch und durchaus auch befremdlich - alles in allem spannend und lesenswert, vor allem natürlich für Asien- oder Chinafans.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Love, Revolution und wie Kater Haohao nach Hollywood kam

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 08/03/2010 - 13:21
Inhaltsangabe

Ost trifft West. Comic trifft Roman.

So wurde über China und seine jüngste Geschichte noch nie geschrieben – der Schriftsteller Li Dawei ist eine Entdeckung! Die Helden seines Romans sind ein junger Comiczeichner und sein sprechender Kater. Dies spiegelt sich auch in der Form wieder: Das Buch ist Roman und Comic zugleich.

Peking im Sommer 1989: Der namenlose Ich-Erzähler, ein Kunststudent, wird unfreiwillig in die Studentenunruhen hineingezogen. Er, dem jede Art von Kollektivismus suspekt ist und der sich lieber seinen Comics widmet, verliebt sich ausgerechnet in die Studentenführerin Little Kim. In dem Chaos, das nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens herrscht, findet er eine verstörte Katze und nimmt sie mit nach Hause. Little Kim dagegen bleibt verschwunden.
Eines Abends beginnt die Katze zu sprechen: Haohao sei ihr Name, und sie eröffnet ihrem verblüfften Gefährten, dass sie eine Karriere als amerikanischer Comicstar à la Garfield anstrebe. In der Tat gelangt Haohao auf chaotischen und gefahrvollen Wegen nach Hollywood. Der Student bleibt zurück in Beijing und flüchtet in seine Comictraumwelten. Schließlich folgt er seiner Katze nach Amerika in der Hoffnung, dort seine große Liebe wieder zu finden. Aber im goldenen Westen erwartet ihn lediglich eine böse Überraschung.

Li Dawei verbindet in seinem Roman eine ungewöhnlich spannende Mischung aus Alltagsstimmung und Fantasie. Er setzt die subversive Kraft der Bilder gegen Monotonie und Hoffnungslosigkeit einer verlorenen Generation.

Meine Gedanken zum Buch:

Der erste Teil des Buches, der in Beijing spielt, hat mir sehr gut gefallen. Der Autor erzählt aus der Sicht seiner Generation in moderner peppgier Sprache die Vorkommnisse am Platz des himmlischen Friedens 1989, macht immer wieder interessante Ausflüge in die chinesische Geschichte und gewährt Einblick in ein politisches System, das wir Europäer wohl nie begreifen werden. Anfang der 90er ist die Zeit des Aufschwungs, die freie Marktwirtschaft ermöglicht es immer mehr Leuten, schnell zu viel Geld zu kommen. Luxusgegenstände aus dem Westen werden in Geschäften angeboten, in den Bars trinkt man Cocktails, man liest westliche Literatur. Gleichzeitig herrscht immer noch eine strenge Zensur und Kontrolle durch den Staat.
Der zweite Teil beschreibt hauptsächlich das Leben von Haohao in Hollywood und driftet ab ins Phantastische, und damit konnte ich nicht so viel anfangen. Es ist zwar witzig geschrieben und zeichnet ein recht treffendes Bild einer oberflächlischen Konsumgesellschaft, aber irgendwie habe ich mich in dieser Cartoon-Welt nicht mehr richtig zurechtgefunden. Schockierend fand ich, wie die chinesischen Einwanderer sich ihren Status als politische Flüchtlinge erschwindeln, da man sie als Wirtschaftsflüchtlinge sofort wieder ausweisen würde.
Alles in allem ein unterhaltsames facettenreiches Buch, das durch vom Autor gezeichnete Comics auf originelle Weise immer wieder aufgelockert wird. Amüsant auch die Dialoge zwischen Dawei und Haohao, der sprechenden Katze - er spricht aus, was uns wohl unsere Schnurrer auch gern mitteilen würden.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Himmelstänzerin

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 15/12/2009 - 17:06
Inhaltsangabe

Peking, 4. Juni 1989. Panzer rollen durch die Straßen. Ayamei, die revoltierende Studentin, und Zhao, der regimetreue Soldat, laufen durch die dunkle Stadt. Der Platz des Himmlischen Friedens ist bedeckt vom Blut der Kinder des modernen China. Ayamei flieht, zunächst ans Meer und schließlich ins Gebirge. Ein Weg der Schönheit und der Poesie eröffnet sich der jungen Frau in den unwegsamen Höhen, die bis in den Himmel reichen. Doch gnadenlos hetzt der Jäger seine Beute und folgt ihrer Spur, um seine grausame Pflicht zu erfüllen.

Meine Gedanken zum Buch:

Der 4. Juni 1989 ist wohl vielen von uns noch im Gedächtnis. Die Bilder der Panzer, die in Peking die Studenten überrollen, haben mich damals zutiefst schockiert - und nicht weniger erschütternd ist dieses Buch. Es geht um Liebe und Freiheit, um Freundschaft, blinden Fanatismus und eine gnadenlose Verfolgung.
Shan Sa beschreibt nicht nur den Aufstand in der Hauptstadt ausgesprochen bildhaft, sondern auch die chinesische Landschaft, die Küste, den Wald, die Berge. Auch die wunderschöne chinesische Lyrik kommt zu Wort, die mit wenigen Silben oft ein ganzes Leben beschreiben kann.
Ein wunderschönes Buch, das seinem Vorgänger, der "Go-Spielerin" in nichts nachsteht - ein absoluter Tipp für Freunde wertvoller schön geschriebener Literatur mit Anspruch und Geist.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Exil Schweiz Tibeter auf der Flucht 12. Lebensgeschichten

Bild von Freilich
Verfasst von white bookreader Freilich am So, 13/09/2009 - 19:47
Inhaltsangabe

Wie kann man existieren, wenn die Heimat keine Heimat mehr ist? Was heisst es, zu flüchten und ein Leben lang Flüchtling zu bleiben? Und wie kann man aushalten, dass es kein Zurück in das eigene Land gibt? Diese Fragen beschäftigen Tibeter und Tibeterinnen, die nach der Besetzung ihrer Heimat aus dem Land geflüchtet sind.
Fünfzig Jahre nach dem Volksaufstand gegen die Besetzer erzählen zwölf Tibeter und Tibeterinnen erstmals die Geschichte ihrer Flucht. Wir erfahren, wie sie in der unbesetzten Heimat aufwachsen, die chinesische Invasion erleben, unter Lebensgefahr flüchten, den Weg in die Schweiz finden und sich eine neue Existenz aufbauen - Männer und Frauen, Bauern und Nomadinnen, Händler und Mönche, die aus der Stille des tibetischen Hochlands mitten in eine industrialisierte Leistungsgesellschaft geraten.

Meine Gedanken zum Buch:

Berührend, ergreifend, spannend

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Dein Lieblingsbuch im Bücherforum nicht gefunden?

Werde selbst Buchpate!

Inhaltsangabe bzw. Zusammenfassung - selbst verfasst oder der Buchklappentext, Zitate, Quellenangaben, deine Meinung, und schon bist du Buchpate. Wir freuen uns auf deine Lieblingsbücher.

Stelle deine Bücher im Forum vor und diskutiere mit anderen bookreaders über das Buch. Rezension bzw. Rezensionen sind zwar "hübsche" Worte, auf bookreaders.at schreibt einfach jeder seine Meinung in der Diskussion. Eine Bewertung des Inhalts mit Sternchen oder dergleichen, wie sie in Buchbesprechungen üblich scheint, gibt es auf bookreaders.at nicht. Was zählt sind die persönlichen Eindrücke über den Inhalt, den Autor, ... Wir freuen uns über jede Buchvorstellung.