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Cafehausliteratur

Wiener Geschichten

Bild von Lothar Gross
Verfasst von yellow bookreader Lothar Gross am Mo, 27/04/2009 - 22:46
Inhaltsangabe

Man hat Peter Altenberg vor einigen Jahren ein Denkmal gesetzt: seit der Neueröffnung des Wiener Café Central in der Herrengasse sitzt er dort an einem Einpersonentisch nahe der Mehlspeisenvitrine, lebensgroß in Pappmaché nachgebildet. Eine solche Ehrung ist, über ihre Lächerlichkeit hinaus, und vielleicht sogar durch sie, angemessen: Der Flaneur Altenberg machte Halt nicht in den Akademien oder Vortragsälen der Stadt, sondern im Caféhaus, im Kabarett oder im Hotel, wo er Zeit seines Lebens wohnte. Sein Verhältnis zu Wien war das eines Forschungsreisenden zu einem kaum entdeckten Land; Kennerschaft und Faszination wechselten mit Befremden und Abscheu. Nichts Unscheinbares, das er im Gewühl der Straßen vorbeigehen ließ, ohne nicht dahinter die Katastrophe oder die große Glücksversprechung zu vermuten.

Meine Gedanken zum Buch:

Peter Altenberg hat im Hotel geschlafen aber im Cafehaus gewohnt. Tagtäglich lief er brafuß in Holzpantinen durch Wien und hat hernach im Cafehaus seine Beobachtungen zu Papier gebracht. Melancholisch und wehmütig muten seine Geschichten an, aber sie sind herrlich zu lesen.

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Das große Lesebuch

Bild von Lothar Gross
Verfasst von yellow bookreader Lothar Gross am So, 26/04/2009 - 13:19
Inhaltsangabe

Polgars frühere Werkausgabe, die von Marcel Reich-Ranicki und Ulrich Weinzierl herausgegeben wurde, ist zwar sehr gelungen, doch leider vergriffen. Deshalb ist es gut, dass Harry Rowohlt das Übersetzen ein wenig hintan gestellt hat und sich um eine neue Auswahl kümmerte. So entstand Alfred Polgar. Das große Lesebuch. Immerhin ist Polgar für ihn ein Vorbild, eines, das er sogar noch persönlich kannte, wie er im Vorwort schreibt.

Polgar war ein Meister der kleinen Form, dem das Leben zu kurz schien für lange Literatur. Er schrieb deshalb Feuilletons, Skizzen, eine Fülle von Rezensionen und Kritiken, Aphorismen und wieder Feuilletons. Und diese kurzen Texte darf man nicht unterschätzen. Immer wieder verblüfft, wie viel er darin verpacken konnte. So lässt sich gut demonstrieren, wie Texte, die eigentlich für den Tag geschrieben wurden, noch nach Jahrzehnten witzig, unterhaltend und sehr nahe sein können. Wohltuend ist dabei auch, dass seiner Sprache das heute übliche Knallige und Spektakuläre gänzlich abgeht.

Unter den Nationalsozialisten musste Polgar emigrieren. Nach dem Krieg kehrte er zurück, und man verpasste ihm schnell das Etikett eines Klassikers -- oder wie er es ausdrückte: "In Österreich ist ein empfindlicher Mangel an Klassikern ausgebrochen, und da musste ich eben aushelfen." Herumgereicht wurde er gerne, doch war sein intellektueller Witz und sein unbestechlicher Blick unbequem geworden. Genaue Beobachter stören immer, besonders wenn am Wiederaufbau gearbeitet wird und die früheren Jahre möglichst schnell vergessen werden sollten.

Meine Gedanken zum Buch:

Alfred Polgar schrieb bissige, satirische und stellenweise fast schon bösartige Texte. er war auch ein bösartiger Kritiker, der in der Lage war, alle die er nicht leiden konnte, derart nieder zu machen, dass es eine Pracht war.

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Der unsterbliche Österreicher

Bild von Lothar Gross
Verfasst von yellow bookreader Lothar Gross am So, 26/04/2009 - 13:05
Inhaltsangabe

Anton Kuh, "Sprechsteller" laut Kurt Tucholsky: "Pumpgenie" laut Emil Szittya; "Hansdampf in allen Gassen" laut Karl Kraus, ohne Fackelerwähnung; "Psychoakrobat" laut Hugo Bettauer; "Kulturbolschewist" laut Nazi-Presse; "Notorischer Nicht-zu-Worte-kommen-Lasser" laut Anton Kuh; Wahlberliner seit 1928, weil er es vorzog, "in Berlin unter Wienern, statt in Wien unter Kremsern zu leben" – der Caféhaus-Literat, der seinen Esprit in erster Linie auf der Bühne und im Caféhaus verströmte, mag ein Literat der "kleinen Schriften" gewesen sein; es tut dies jedoch nicht seiner Schärfe im Formulieren, seiner Brillanz im Setzen von Pointen, seiner Fähigkeit, die Dinge auf den Punkt zu bringen, und schon gar nicht seiner politischen Hellsichtigkeit irgendeinen Abbruch.

Dieser Band vereint Vergriffenes mit neu Aufgefundenem und stellt aufs Neue Anton Kuhs Geist, seinen messerscharfen Blick, seine sprachliche Virtuosität und seinen Witz unter Beweis.

Meine Gedanken zum Buch:

Eine weitere Anekdotensammlung eines Autors, der heutzutage leider relativ unbekannt geworden ist und wie bei vielen anderen Autoren seines Genres werden seine Bücher nur noch selten verlegt.

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