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Betrug

Die Vergangenheit ist ein gefährliches Land

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 16/01/2012 - 11:55
Inhaltsangabe

Giorgio ist in jeder Hinsicht perfekt: er ist ein mustergültiger Sohn und ein strebsamer Jura-Student, er hat eine nette Freundin und ganz konkrete Vorstellungen davon, wie sein Leben einmal aussehen soll. Als er eines Abends jedoch auf den charismatischen Francesco trifft, einen ebenso undurchschaubaren wie charmanten Nichtstuer, fällt er gleichsam aus seiner kleinen Welt. Denn Francesco übt eine fatale Faszination auf Giorgio aus, der seinerseits alles dafür tun würde, damit etwas von Francescos Glanz auf ihn fällt. Und so gerät der unerfahrene Giorgio immer tiefer in den Sog der zwielichtigen Welt seines neuen Freundes: Bei konspirativen nächtlichen Treffen lernt er nicht nur das illegale Glücksspiel kennen und lieben, sondern auch alle Tricks der Falschspieler. Ohne lange nachzudenken wirft Giorgio all seine Pläne und Vorhaben über Bord, um in Francescos Welt Karriere zu machen …

Meine Gedanken zum Buch:

Einmal mehr hat mich dieser Autor von seiner Schreibkunst überzeugt. Die Art, wie er die Geschichte von Girogio erzählt, der wie Wachs in den Händen des Kleinkriminellen Francesco vom Musterstudenten zum Taugenichts wird, ist schon faszinierend. Schritt für Schritt verfolgen wir den zunehmenden Verfall, die Hilflosigkeit und Hörigkeit von Girogio, den wir am liebsten an den Schultern packen und laut anschreien würden, er solle doch endlich aufwachen und erkennen, auf welche Schiene er abgedriftet ist.
Wie in allen Romanen Carofiglios ist die Stadt Bari ein fester Bestandteil der Handlung, ihre dunkelsten Ecken, ihre Verwandlung über die Jahre. Für mich oft ein Spaziergang durch bekannte Gassen und Straßen, vorbei an den beeindruckenden Gebäuden aus den verschiedensten Epochen.
Anfangs verwirrend aber sehr berührend ist die parallele Schilderung des Tenente Chiti, der letztendlich eine entscheidende Rolle in Giorgios Geschichte spielen wird.
 
Alles in allem ein wunderbarer Roman mit überzeugenden Figuren, die einen menschlich berühren und einer durchaus spannenden Handlung. Ein Muss für alle Fans des Autors und solche, die es vielleicht noch werden wollen!

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Vor allen Nächten

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 19/12/2011 - 17:33
Inhaltsangabe

Vor allen Nächten erzählt die Geschichte eines jüdischen Einwanderersohnes aus den Nordstaaten, der während des amerikanischen Bürgerkriegs zwischen alle Fronten gerät. Dara Horn entfaltet darin eine solche Farbigkeit, wie sie weltberühmte Romane über diesen großen historischen Stoff nicht hervorbrachten. New York, 1861. Der neunzehnjährige Jacob Rappaport, Sohn jüdischer Einwanderer aus Deutschland, soll mit der einfältigen Emma, Tochter eines Geschäftspartners seines Vaters, verheiratet werden. Außerstande, sich gegen die Pläne des Vaters zur Wehr zu setzen, bleibt ihm am Vorabend des Festes nur die Flucht. Der Bürgerkrieg steht kurz bevor, und Jacob schlägt sich als Soldat auf die Seite der Nordstaatler, die für die Abschaffung der Sklaverei kämpfen. Unerprobt wie er ist, wird er auf waghalsige Mission geschickt. An Bord eines Schmugglerschiffs verfrachtet man ihn nach New Orleans, wo er seinen eigenen Onkel vergiften soll, der sich während des Pessachfestes von Sklaven bedienen lässt und als Spion für die Südstaatler ein Mordkomplott gegen Präsident Abraham Lincoln plant. Kaum ist Jacob in den Norden zurückgekehrt, verschlägt es ihn ein weiteres Mal in den Süden. Diesmal mit einer Mission der anderen Art: Nun soll er Eugenia Levy, feindliche Spionin und Tochter eines alten Bekannten, heiraten und im Auftrag der Kommandanten bespitzeln. Aber auf das, was ihn im Hause Levy erwartet, ist Jacob nicht vorbereitet: Vier bildhübsche Schwestern mit derart verwegenem Charme, dass er bald nicht mehr weiß, auf wessen Seite er steht. Mit Fabulierlust erzählt Dara Horn die Geschichte eines zaudernden Helden, der erst in den Wirren des Krieges lernt, für sich selbst zu sprechen.

Meine Gedanken zum Buch:

Den Hintergrund für diese Mischung aus Liebes- und Spionagegeschichte bildet der amerikanische Bürgerkrieg, insbesondere wird die Rolle der Juden in diesem Gemetzel genauer beleuchtet. Der Ich-Erzähler Jacob Rappaoport, ein junger Mann aus angesehener Familie, wird zum Spion für die Nordstaaten und überschreitet so gut wie jede Grenze der Menschlichkeit, um einem Ideal zu dienen, das nur bedingt auch das Seine ist. Es mangelt ihm an Charakterstärke und Durchsetzungsvermögen, was ihn immer wieder sehr unsympathisch erscheinen lässt.
Leider konnte ich mich mit dieser Figur nicht anfreunden, denn obwohl viel von Gefühlen die Rede ist, war sie für mich nicht nachvollziehbar und eine Spur zu flach. Dementsprechend wenig Profil hatten für mich dann auch die anderen Protagonisten, die in Jacobs Leben eine mehr oder weniger große Rolle spielen. Allen voran Eugenia, deren mehrfach beschriebene Schönheit mich nie berühren konnte.
Die Geschichte an sich ist durchaus spannend und interessant, vor allem, wenn man sich für diese wichtige Epoche der US-amerikanischen Geschichte interessiert. Ehrlich gesagt ist mir dieses Thema sehr fremd, somit hab ich mir auch immer wieder schwergetan, Namen und Orte den richtigen Parteien zuzuordnen.
Alles in allem solide geschriebene Unterhaltung mit Höhen und Tiefen, die es jedoch trotz vieler detailreicher Beschreibungen von z.B. Jacobs Verletzungen nicht schaffen, den Leser emotional wirklich zu bewegen. Emfpehlen würde ich es daher nur jenen, die sich für das Judentum in den USA oder eben den Bürgerkrieg interessieren. Kein Meisterwerk, aber nette Unterhaltung, würde ich sagen.
 

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Der Hypnotiseur (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 02/09/2011 - 10:49
Inhaltsangabe

Vor den Toren Stockholms wird an einem Sportplatz die Leiche eines brutal ermordeten Mannes entdeckt. Kurz darauf werden Frau und Tochter ebenso bestialisch getötet aufgefunden. Offenbar wollte der Täter die ganze Familie auslöschen. Doch der Sohn überlebt schwer verletzt. Als Kriminalkommissar Joona Linna erfährt, dass es ein weiteres Familienmitglied gibt, eine Schwester, wird ihm klar, dass er sie vor dem Mörder finden muss. Er setzt sich mit dem Arzt und Hypnotiseur Erik Maria Bark in Verbindung. Er will, dass Bark den kaum ansprechbaren Jungen unter Hypnose verhört. Bark hatte sich jedoch wegen eines traumatischen Erlebnisses geschworen, niemals mehr zu hypnotisieren. Aber es geht hier um ein Menschenleben. Es gelingt ihm schließlich, den Jungen zum Sprechen zu bringen. Was er dabei erfährt, lässt ihm das Herz gefrieren ...

Meine Gedanken zum Buch:

Lars Kepler, eigentlich ein Deutscher, hat einen erstklassigen Skandinavienkrimi geschrieben. Es stimmt die Atmosphäre, die Figuren haben Hand und Fuß, der Stil ist sachlich und die Themen sind durachaus auch als aktuell zu betrachten. Vor allem die Art und Weise, wie manche Jugendliche ihre Zeit vor dem PC verbringen und in Fantasiewelten leben, die bald einmal zur Realität werden können.
Ein zentrales Thema ist natürlich die Hypnose, deren Methoden und Wirksamkeit in der Psychotherapie von mehreren Seiten beleuchtet und hinterfragt wird. Im Zentrum der Geschichte steht Erik Maria Bark, der mittels der Hypnose einem Menschen das Leben retten soll, was letztendlich zum Desaster führt.
Alles in allem ein solider Thriller mit viel Spannung und grundsätzlich stimmiger Handlung, sehr gut gelesen von Simon Jäger. Eine Empfehung für Thrillerfans ist dieses Buch auf jeden Fall. Das Hörbuch gibt es gekürzt auf CD und ungekürzt exklusiv bei audible.de

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Perfect Copy - Die zweite Schöpfung

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Verfasst von yellow bookreader Laura am Do, 18/08/2011 - 14:21
Inhaltsangabe

In Wolfgangs Klasse grassiert seit Wochen das Klon-Fieber. Ein kubanischer Wissenschaftler hat zugegeben, vor 16 Jahren zusammen mit einem deutschen Mediziner einen Menschen geklont zu haben. Nun sucht alle Welt nach dem Klon, der ungefähr in Wolfgangs Alter sein müsste. Und Wolfgangs Vater, Chefarzt der örtlichen Kurklinik, hat den Kubaner zu fraglichen Zeit gekannt. Als schließlich eine große Boulevardzeitung mit Wolfgangs Foto und der Schlagzeile "Ist das der deutsche Klon?" auf der Titelseite erscheint, ist in dem idyllischen Kurstädtchen die Hölle los...

Ist die Individualität eines Menschen ausschließlich abhängig von seinen Erbanlagen?
Und ist ein Klon notwendigerweise nur eine Kopie?
Bestsellerautor Andreas Eschbach hat einen atemberaubenden Thriller über die brisantesten Fragen unserer Zeit geschrieben.

Meine Gedanken zum Buch:

„Perfect Copy – Die zweite Schöpfung“ erzählt von dem 15-jährigen Wolfgang, deren Eltern ihm eine große Musikkarriere voraussagen und ihn stundenlang Cello üben lassen. Doch als man in den Medien nichts mehr anderes findet als den Verdacht, er sei der Klon, welcher auf Hochtouren gesucht wird, beginnt die Fassade ganz langsam zu bröckeln, als Wolfgang bald darauf Unglaubliches herausfindet…
Selten habe ich ein so spannendes und mitreißendes Buch gelesen wie dieses. Man wird wortwörtlich von einem zum anderen Ereignis geschleudert, wobei dies ohne Pause und Ende geschieht. Die Langeweile ist einfach chancenlos, wenn man gespannt über die Seiten hinwegfegt und sich vor Neugierde nicht mehr halten kann. Außerdem nimmt diese tolle Geschichte dauernd Wendungen an und wurde von Andreas Eschbach bis ins kleinste Detail ausgeschöpft. Oft war ich mir, was den Ausgang des Buches angeht schon sehr sicher, doch Eschbach nimmt einem seinen Verdacht sofort wieder ab und lenkt die Geschichte in eine komplett andere Richtung. Ich kann mich nur an wenige Personen erinnern, die ich nicht verdächtigt habe, Wolfgang irgendetwas Schlechtes zu wollen oder gar ein Spion zu sein, da ein ständiges Misstrauen mein Begleiter war.
Wer sich außerdem für das Thema Klontechnik interessiert, wird bei diesem Buch nicht enttäsucht werden, da es einiges an Wissen enthält, sodass man zu keinem Zeitpunkt verwirrt ist.
„Perfect Copy“ ist wirkliche ein bewundernswertes Buch, welches eine spannende Geschichte mit Musik und Wissen vereint und mich dazu veranlasst, weitere Jugendbücher von Eschbach zu lesen. Empfehlenswert!

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Verlassenschaften

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Verfasst von  duttwal am Mi, 27/07/2011 - 12:26
Inhaltsangabe

Der reiche Privatmann Athos von Horváth entdeckt auf dem jüdischen Friedhof in Budapest in der Gruft seiner Großtante eine Leiche. Der wohl erst vor kurzem getötete junge Mann hat jede Menge Schmuckstücke bei sich. Juwelen, die aus dem Besitz der Großtante Horváths stammen könnten – wären da nicht diese für Athos fremden Namen eingraviert. Während die Polizei versucht, den Mord an dem unbekannten jungen Mann aufzuklären, beginnt Athos mit der gründlichen Erforschung seiner Familiengeschichte. Schon bald ist nichts mehr, wie es früher war.
Ana Vasia verwebt auf fesselnde Weise die Geschichte der Juden in Ungarn mit einer packenden Familiengeschichte in der Gegenwart.

Verlassenschaften ist ...
 ein Gegenwartskrimi: wer ist der Tote in Tante Etelkas Grab? Wie kommt er überhaupt in die Gruft und wer hat den jungen Mann ermordet? Vor allem aber geht es um die Frage, woher die Schmuckstücke stammen, die er dabei hat? Während die ungarische Kriminalpolizei mit ihren Mitteln versucht, den Fall zu lösen, arbeitet Athos von Horváth privat an der Lösung der Fragen, die ihn interessieren - und dabei ist die Kripo leider oft hinderlich.
 eine Familiengeschichte: noch nie machte sich Athos von Horváth Gedanken über seine Familie - bis zu dem Tag, an dem er unsanft damit konfrontiert wird, dass wahrscheinlich nicht einmal sein Familienname richtig ist. Was hat sein Großvater wirklich getan? Woher stammt und wem gehört das Familienvermögen?
 ein Roman zur jüdischen Geschichte: Athos Nachforschungen führen ihn in die jüdische Geschichte Budapests in der Zeit zwischen 1890 und 1945.
 ein Ungarn-Roman: Budapest, Szeged, ungarisches Essen, die Kaffeehäuser - das alles bildet den authentisch geschilderten Hintergrund der Geschichte.

Meine Gedanken zum Buch:

Der zweite Roman von Ana Vasia. Wieder gespickt mit interessanten Figuren und Orten. Hier sind mehrere skurille Persönlichkeiten zu finden, die es erleichtern, die an sich tragische Geschichte hinter dem Verbrechen (mehr sei nicht verraten) aufnehmen und verarbeiten zu können. Ich habs in einem Rutsch durchgelesen. Wer Ungarn/Budapest mag, wird hier nicht enttäuscht - es gibt fundierten (finde ich immer wichtig!) Lokalkolorit in einer spannenden Geschichte!

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Mord am Vesuv - SPQR 11 (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Do, 14/07/2011 - 10:33
Inhaltsangabe

Decius Caecilius Metellus hat eine neue Aufgabe: Soeben zum Praetor Peregrinus gewählt, ist er nunmehr für alle Gerichtsfälle zuständig, in die Nicht-Römer verwickelt sind – und das in ganz Italien. Als die Pflicht ihn nach Kampanien an den Fuß des Vesuv ruft, zaudert er nicht lange: Die Gegend rund um die Bucht von Neapel zeigt sich im Frühsommer von ihrer angenehmsten Seite. Pompeji, Cumae und vor allem Baiae sind legendär für ihre Pracht und Schönheit, und nicht umsonst haben die reichsten Bürger Roms hier ihre Sommerresidenzen. In Begleitung von Julia und Hermes lässt sich Decius in der Luxusvilla eines Bekannten nieder, genießt die Annehmlichkeiten seines neuen Postens und macht die Bekanntschaft der vornehmen Gesellschaft, die sich so ganz anders gibt als die machtbesessenen Bürger Roms.Was man hier anstrebt, ist nicht politischer Einfluss, sondern Reichtum. Decius‘ süße Routine wird empfindlich gestört, als man die Tochter eines griechischen Priesters erdrosselt auffindet. Der Verdacht fällt sofort auf den Sohn des reichen Sklavenhändlers Gaeto, denn der hatte vergeblich um die Gunst der schönen jungen Frau geworben. Doch weitere Nachforschungen ergeben, dass die Ermordete alles andere als eine Unschuld vom Lande war und ihr Vater keineswegs nur der harmlose Apollo-Priester ist, als der er sich ausgibt. Unterdessen wollen die Schönen und Reichen Gaetos Sohn so schnell wie möglich verurteilt sehen und zeigen sich wenig geneigt, Decius bei seinen Ermittlungen zu unterstützen. Als kurze Zeit später auch Gaeto selber tot aufgefunden wird, ist zumindest eines klar: Die prächtigen Villen und Gärten Südkampaniens können ebenso lebensgefährlich sein wie die engen Straßen Roms ...

Meine Gedanken zum Buch:

Decius Caecilius Metellus ermittelt diesmal in Baje, der Stadt am Vesuv, die heute Neapel heisst. Mittlerweile auf der Karriereleiter weit nach oben gelangt, wohnt er samt Ehefrau Julia und Gefolge im feudalen Landgut des Hortensius Hortalus und genießt den Wohlstand in vollen Zügen. Lang allerdings dauert der Friede nicht an, bald passiert der erste von einer Reihe von Morden, und natürlich kann der alte Schnüffler es nicht lassen, höchstpersönlich in allen Fällen zu ermitteln. Gemeinsam mit seinem Freigelassenen Hermes und seiner klugen Julia findet er im letzten Moment des Rätsels Lösung.

Wie immer liefert uns Roberts ein amüsantes Zeitbild, das recht anschlaulich macht, wieviel dekadente Lebensfreude die Reichen sich damals leisten konnten, natürlich auf Kosten der Sklaven aus aller Herren Länder.

Eine spannende Geschichte mit viel Flair, die von Erich Räuker wie immer noch einmal aufgepeppt wird. Die ungekürzte Hörbuchversion gibt es exklusiv bei audible.de, die o.g. ISBN-No. bezieht sich auf die Printversion, die auch oben abgebildet ist.

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The Summer Without Men (Der Sommer ohne Männer)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 30/05/2011 - 12:57
Inhaltsangabe

Die New Yorker Dichterin Mia und der Neurowissenschaftler Boris haben eine Ehekrise. Boris möchte eine "Pause". Mia stellt fest, dass die Pause viel vollere Brüste hat als sie und überdies Boris Laborassistentin ist.
Nach einer klinischen Depression braucht sie eine Pause, fährt allein in ihre Geburtsstadt in Minnesota und verbringt den Sommer in der Nähe ihrer Mutter, die, mit neunzig noch recht aktiv, im Heim lebt.
Ansonsten brütet sie über den untreuen Boris und die Männer im Allgemeinen. Mit Wut im Bauch und dem Herzen auf der Zunge notiert sie zum Thema Liebe, Ehe und Sex, was ihr einfällt. (Und das ist, neben Gedichten und einem erotischen Tagebuch, eine Menge!)
Die Kur schlägt an, und siehe da, langsam entdeckt sie sich und das Leben neu. Was für ein Genuss, was für eine Befreiung! Selbst Boris merkt das in der Ferne und schickt zerknirschte Mails.
Siri Hustvedts Roman ist ein hinreißendes, blitzgescheites Buch über das Leben von Frauen heute. Von der Geburt über den Sexus bis hin zum Tod, die scharfzüngige Mia nimmt kein Blatt vor den Mund. So erfrischend, so komisch kann Beziehungsanalyse sein und das ganz ohne Männer!

Meine Gedanken zum Buch:

Siri Hustvedt erzählt einmal mehr die uralte Geschichte der verlassenen Ehefrau. Jung und vollbusig ist die "Pause", um die ihr langjähriger Ehemann sie bittet. Keine Trennung, sondern einfach eine Unterbrechung ihrer Beziehung.
 
Nachdem Mia den ersten lähmenden Schock in der Psychiatrie verarbeitet hat, entschließt sie sich zum Handeln. Sie besucht den Ort ihrer Kindheit, verbringt Zeit mit ihrer Mutter und deren Freundinnen - alle in den Achtzigern und älter - , einer Schreibgruppe im Teenageralter und mit einer jungen Frau und deren Kindern. Drei unterschiedlich geprägte Welten mit völlig anders gelagerten Problemen, die Mia dazu zwingen, das Leben wieder aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Die Vergangenheit aufzuarbeiten und die Gegenwart anzunehmen.
 
Mit Humor, Ironie und Tiefgang beschreibt Siri Hustvedt diesen Prozess der inneren Heilung einer Frau, die mit 55 ihr Selbst neu entdecken muss. Ein wunderbares Werk mit hohem sprachlichen, aber auch intellektuellen Anspruch. Gespickt mit Zitaten aus den Werken großer Philosophen und Naturwissenschafter ist dieses Buch nicht immer einfach zu lesen, aber gerade das macht es auch zu einem herausfordernden Leseerlebnis für alle, die bei guter Unterhaltung gern auch einmal ihr Hirn anstrengen :-)

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The House of Special Purpose (Das Haus zur besonderen Verwendung)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Do, 05/05/2011 - 12:37
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Russland 1915: In einem kleinen Dorf verhindert der sechzehnjährige Bauernsohn Georgi mit Glück und Geistesgegenwart ein Attentat auf ein Mitglied der Zarenfamilie. Zar Nikolaus II. ruft Georgi daraufhin nach Sankt Petersburg, wo er ihn zum Leibwächter seines einzigen Sohnes ernennt, der nicht nur als Thronfolger in ständiger Lebensgefahr schwebt. Georgi weicht dem kleinen Zaren fortan nicht mehr von der Seite und findet in ihm einen Freund. In den prunkvollen Sälen des Winterpalais begegnet er auch der Zarentochter Anastasia. Sie verlieben sich, wohl wissend, dass diese Liebe nicht sein darf. Doch Georgi ist entschlossen, für Anastasia bis zum Äußersten zu gehen. Aber dann erhebt sich das Volk gegen den Zaren; das ganze Land taumelt dem Abgrund der Revolution entgegen. Anastasia und ihre Familie werden an einen geheimen Ort verschleppt ins "Haus zur besonderen Verwendung".

Meine Gedanken zum Buch:

Nachdem ich in letzter Zeit einiges zum Thema russische Revolution aus der Sicht der Revolutionäre gelesen habe, war dieses Buch eine willkommene Abwechslung in dem Sinne, dass diesmal aus Sicht der Zarenfamilie und ihrer Getreuen berichtet wird. Der Ich-Erzähler Georgy wird durch ungewollte Tapferkeit zum persönlichen Leibwächter des Zarewitsch Alexander ernannt und lernt so die Familie aus nächster Nähe kennen. Den Zar respektiert er aus ganzem Herzen, wobei er dieses jedoch der jüngsten Großfürstin Anastasia schenkt. Wie es kommen muss, fällt die Familie dem Mord durch die Revolutionäre zum Opfer, Georgy jedoch gelingt es, nach Frankreich und später nach England zu fliehen, wo er bis zum Krebstod seiner Frau alle Höhen und Tiefen eines Emigrantendaseins durchlebt.
 
Boyne hat einen interessanten und berührenden Roman geschrieben, dem es jedoch leider oft am Detail mangelt. Z.B. fragt man sich doch unwillkürlich, woher ein russicher Bauer so gut Französisch und Englisch spricht, dass er unmittelbar nach seiner Ankunft im entsprechenden Land Jobs im Buchhandel bzw. einer Bibliothek bewältigen kann. Derartige Informationslücken gibt es etliche, wobei andererseits die historische Genauigkeit relativ gut gegeben ist, wie ich nachrecherchieren konnte. Natürlich leidet diese immer dort, wo Georgy seine persönlichen Erlebnisse mit der Zarenfamilie berichtet, aber sonst hätten wir ja ein Geschichtswerk und keinen Roman vor uns. Alles in allem ein schönes Buch, leicht zu lesen und gut fürs Gemüt. Kein Meisterwerk, das man unbedingt gelesen haben muss, aber doch gut für ein paar entspannende Lesestunden.

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Das Wasserwerk

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Do, 05/05/2011 - 12:27
Inhaltsangabe

E. L. Doctorow, der mit zahlreichen literarischen Auszeichnungen geehrte amerikanische Schriftsteller, führt in diesem Roman in das New York des Jahres 1871. Hier gerät der junge Journalist Martin Pemberton in ein gespenstiges Abenteuer. Er hat in einem Pferdeomnibus auf dem Broadway seinen ein Jahr zuvor verstorbenen Vater gesehen. Bei seinen Nachforschungen entdeckt er ein aufgegebenes Wasserwerk, in dem ein genialisch verrückter Arzt seinen Experimenten nachgeht.

Meine Gedanken zum Buch:

Doctorow zeichnet in seinem Roman ein kritisch-satirisches Bild der Stadt New York in den 1870ern, einer Zeit, in der Korruption und Betrug von oberster Stelle regieren.
Abgesehen von der mystischen Handlung rund um das Wiederauftauchen eines Verstorbenen erfährt der Leser vor allem eine Menge über das Zeitungswesen dieser Epoche, vor allem auch über das unwürdige und harte Leben der für Amerika so typischen Zeitungsjungen.
Die Hauptfigur ist Journalist und heftet sich, getrieben von professioneller und auch persönlicher Neugier, auf die Spuren seines Mitarbeiters, der behauptet, seinen schon vor längerer Zeit verstorbenen Vater in einer Kutsche gesehen zu haben. Alle Spuren verdichten sich beim Wasserreservoir der Stadt, wo McIlvaine und seine Begleiter letztendlich eine schreckliche Entdeckung machen, die viele ethische Fragenzum Thema wissenschaftliche Forschung aufwirft.
Beim Lesen des Buches hatte ich immer den Film "Gangs of New York" vor meinem geistigen Auge, der zwar nicht ganz in der selben Zeit spielt, aber doch auch ein recht griffiges und skurriles Bild von New York zeichnet. Korrupte Politiker, gierige Geschäftsleute, kleine Gauner und durchaus respektable Leute, die zu allem bereit sind, um sich einen persönlichen Vorteil zu verschaffen.
Alles in allem ein interessantes Zeitbild mit durchaus spannender tiefgreifender Handlung und gut gezeichneten Figuren, die es nur leider nicht geschafft haben, mich zu berühren. Ein paar Seiten hätte man vielleicht einsparen können, alles in allem aber ein feines Lesevergnügen.

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A Red Herring Without Mustard: A Flavia de Luce Novel: A Flavia de Luce Mystery (Flavia de Luce 3)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 25/03/2011 - 10:53
Inhaltsangabe

Flavia had asked the old Gypsy woman to tell her fortune, but never expected to stumble across the poor soul, bludgeoned in the wee hours in her own caravan. Was this an act of retribution by those convinced that the soothsayer had abducted a local child years ago? Certainly Flavia understands the bliss of settling scores; revenge is a delightful pastime when one has two odious older sisters. But how could this crime be connected to the missing baby? Had it something to do with the weird sect who met at the river to practice their secret rites? While still pondering the possibilities, Flavia stumbles upon another corpse—that of a notorious layabout who had been caught prowling about the de Luce’s drawing room.

Pedaling Gladys, her faithful bicycle, across the countryside in search of clues to both crimes, Flavia uncovers some odd new twists. Most intriguing is her introduction to an elegant artist with a very special object in her possession—a portrait that sheds light on the biggest mystery of all: Who is Flavia?

As the red herrings pile up, Flavia must sort through clues fishy and foul to untangle dark deeds and dangerous secrets

Meine Gedanken zum Buch:

Der dritte Teil der Flavia-De Luce-Reihe hat besonders gut gefallen.
Es war garnicht so sehr die Handlung, die natürlich wie immer verworren, spannend, amüsant und mit viel Lokal- und Zeitkolorit versehen war.
Vielmehr hat mich dieses Buch richtig berührt, weil die Einsamkeit, in der die kleine Flavia lebt, immer deutlicher wird. Ihre Traurigkeit, die Sehnsucht nach Liebe und Zuwendung, die sie nur so selten erhält. Wenn sie so dahinerzählt, hat man ja immer das Gefühl, ein viel älteres Kind vor sich zu haben, aber wenn sie dann mit ihrem Fahrrad Gladys spricht oder ihre fliegenden Zöpfchen erwähnt, weiß man wieder, wen man vor sich hat. Jayne Entwhistle liest das auch so gut, mit der nötigen Schläue, aber eben auch einem großen Maß an Sensibilität.
Was in dieser Geschichte auch immer deutlicher wird, ist die Situation des britischen Landadels nach dem Krieg, dem langsam das Geld ausgeht. Ein Familienerbstück nach dem anderen wird verscheuert, über Arbeit denkt aber niemand wirklich nach. Etwas irritierend finde ich es auch, dass Flavia nie von Schule spricht und dort auch nicht hingeht.
Abgesehen davon war das Buch eine sehr feine Fortsetzung zu seinen Vorgängern und natürlich ein Muss für Flavia-Fans.

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