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Alkohol

Die vergitterte Welt: Mit 16 im Knast

Bild von Laura
Verfasst von yellow bookreader Laura am So, 14/08/2011 - 17:08
Inhaltsangabe

Überall waren immer Probleme und irgendwann waren es so viele, dass Juli sich nicht mehr zu helfen wusste - und zuschlug. Seitdem dreht sich die Gewaltspirale immer schneller und schneller. Juli schafft es nicht, sich daraus zu befreien und landet schließlich hinter Gittern. Dort ist es so erdrückend und einsam, dass Juli sich immer wieder fragt, ob es Menschen gibt, die trotz allem auf ihn warten?

Meine Gedanken zum Buch:

Auch bei diesem Buch von Jana Frey habe ich nichts auszusetzen: Diesmal dreht sich alles um Patrick, auch Juli genannt, der von der Unterstützung seiner Familie nur träumen kann und durch falsche Freunde zur Kriminalität gedrängt wird. Als sich seine ärmliche Situation jedoch zum Guten wendet, steht schon das nächste Problem vor der Tür, welches prägend für Patricks Zukunft sein wird…
Wie immer überzeugt Frey durch ihre realistischen und gefühlvollen Erzählungen. Schonungslos und ehrlich berichtet sie über die schrecklichen Ereignisse, welche Patrick vor und in der Zeit des Jugendgefängnisaufenthalts durchmachen musste. Dieses Buch zeigt, wie man langsam und nichtsahnend in die Kriminalität hineinschlittert und danach mit schwerwiegenden Folgen zu rechnen hat. Auch über Themen wie Alkohol, Gewalt und Probleme in der Familie wird nicht geschwiegen. Außerdem bekommt man als Leser das Gefühl vermittelt, nicht Patrick sei der Täter, da er wegen seiner ausweglosen Situation zu Hause, seinen Freunden, die ähnliche Probleme haben und durch Provokationen von Mitschülern zu den Verbrechen getrieben wird.
Da ich inzwischen schon ein richtiger Fan von Jana Frey und ihren Büchern mit wahren Geschichten bin, empfehle ich auch „Die vergitterte Welt“ weiter, da es ein sehr interessantes Thema anspricht und sich nicht scheut, die Wahrheit auszusprechen.

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Der König von Havanna

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Do, 01/07/2010 - 13:49
Inhaltsangabe

Wer in Havanna aufwächst, wird schnell erwachsen. So auch der dreizehnjährige Reynaldo, dessen Familie auf tragische Weise ums Leben kommt. Unschuldig landet er im Gefängnis und muss dort lernen, sich im alltäglichen Überlebenskampf zu behaupten. Als ihm nach vier Jahren die Flucht gelingt und er in die schäbig-schöne Welt am Malecón zurückkehrt, wird er schnell zum unumstrittenen König der Stadt – vor allem in den Augen der Frauen …

Meine Gedanken zum Buch:

Gutiérrez erzählt schonungslos die Geschichte eines Jugendlichen, der im Grunde nie eine Chance hatte. Ein totalitäres System, in dem kein Platz für psychische Störungen ist, in dem Gewalt, Alkohol und Sex die Welt der Armen regieren.
Der Text ist pornografisch und brutal, der Autor erlaubt sich keine Senitmentalitäten, diese klingen nur sehr leise zwischen den Zeilen durch.
Ein Muss für Menschen, die Kuba und Havanna besucht haben, wo uns eine Welt präsentiert wird, in der zwar nicht alles in Ordnung ist, aber die Menschen doch ein würdiges Auskommen finden. Hier bekommt man Einblick in eine Seite der Stadt, die man als Tourist wohlweislich meidet und die sich in den letzten zehn Jahren wohl auch nicht viel verändert haben wird.

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Der grosse Durst

Bild von ant
Verfasst von white bookreader ant am Sa, 25/04/2009 - 17:30
Inhaltsangabe

Der Vater ein Superman? Ein Slapstickstar? Ein Westernheld? Wenn der Vater meist alles andere als er selbst ist, kann ihn der Sohn umso leichter so gestalten, wie er ihn in seinen Lieblingsfilmen zu sehen glaubt. Schliesslich hat ein Neunjähriger noch wenig Ahnung davon, was ein Alkoholiker ist. Und seine Familie setzt alles daran, dass das so bleibt. Wenigstens vorerst.

„Der grosse Durst“ ist die Geschichte eines folgenreichen Missverständnisses. Ein Sohn erzählt von seinem etwas anderen Verhältnis zum alkoholkranken Vater. Seine manchmal irritierend wohlwollende Sicht auf eine hoffnungslose Verfallsgeschichte nimmt oft grotesk-komische Züge an. Sein Optimismus aber ist unerschütterlich. Er kann nicht anders, als die Exzesse seines Vaters als sorgfältig geplante Kapitel einer noch geheimen Erfolgsgeschichte zu verstehen. Wie sonst sollen es die beiden je zu einem Happy End bringen?

Der Autor
Dominik Bernet, 1969 in Basel geboren, schreibt Drehbücher für Kino und Fernsehen. Sein Roman-Erstling „Marmorera“
wurde zum Bestseller und kam in der Verfilmung von Markus Fischer in die Schweizer Kinos. Bernet wurde mit Förderpreisen ausgezeichnet, zuletzt von der Fachstelle Kultur des Kantons Zürich und vom Fachausschuss Literatur BS/BL für seinen zweiten Roman „Der grosse Durst“. Bernet lebt in Zürich.

Meine Gedanken zum Buch:

Sehr einfühlsames Buch, das sich aus völlig neuem Blickwinkel, dem altäglichen Problem des Alkohlismus widmet.
 
Das ist grosse Erzählkunst.
Bernet kann alles, was spannendes Schreiben ausmacht. Alles ist stimmig,  seine Schreibe ist  humorvoll und genau.
 

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Abschaffel, Die Vernichtung der Sorgen, Falsche Jahre, Roman-Trilogie

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am So, 23/12/2007 - 11:45
Inhaltsangabe

Abschaffel, kleiner Angestellter, Flaneur und "Workaholic des Nichtstuns" streift durch die Großstadt, eine von Geld und Konsum beherrschte Welt. Er verweigert sich dieser Welt, indem er alle Zerstreuungsangebote der Freizeitindustrie ausschlägt, und kompensiert die üußere Ereignisöde seines Daseins durch innere Phantasietätigkeit.

Meine Gedanken zum Buch:

Jetzt beim Wiederlesen bzw. Wiederdurchstreifen des Romans empfinde ich ihn als sehr humorig und real. Das ist Genazinos Durchbruchswerk. Das klingt sehr hammerig, dabei ist gerade dieses Buch sehr ruhig und voller Liebe zum Detail. Ich würde es als "Angestellten-Literatur" bezeichnen, da die meisten Probleme (Problemchen) sichtlich ohne Zeitzugehörigkeit unverändert auch heute noch geschehen. Obwohl die handelnden Personen ja (hier wie damals) eine andere Generation sind. Da ich verschiedenste Bücher hierzu gelesen habe - ich meine hier auch die Werke von Italo Svevo, der ja doch vor ca. 100 Jahren gelebt hat - muss ich sagen, es hat sich bis heute nichts verändert. Wenn man drinnen steckt, glaubt man also immer "Jetztzeit", diese neuen Problemchen lösen, usw. Jeder muss durch und es gibt sichtlich keine Anleitung zu "So lebst du dein Leben am besten", was auch immer jetzt und in Zukunft geschrieben werden wird. Ein jeder will seine Fehler selbst machen. Oder gibt es eine andere Lösung?

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