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Adios Hemingway

Der Nebel von gestern

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 25/08/2008 - 09:47
Inhaltsangabe

Not macht erfinderisch. Auch Mario Conde, der sich als Antiquar durchs Leben schlägt - kein schlechtes Geschäft in Zeiten, in denen viele Kubaner ihre Bücher zu Geld machen müssen. Eines Tages stößt Conde auf eine außerordentlich wertvolle, seit vierzig Jahren vergessene Bibliothek. All seine Geldsorgen scheinen mit einem Schlag gelöst.

Doch dann entdeckt er zwischen den bibliophilen Kostbarkeiten eine Zeitschrift aus den Fünfzigerjahren mit dem Porträt der Bolero-Sängerin Violeta del Río. Ihr Bild und die einzige Schallplatte, die sie vor ihrem rätselhaften Tod aufgenommen hat, verzaubern ihn. Er macht sich auf die Suche nach ihr und dringt vor in das Havanna von gestern, zu den letzten Zeugen jener wilden Jahre, in die Welt der Boleros, der Mafia und der Spielhöllen, aber auch in das zerfallende, melancholische Havanna der Gegenwart.

Meine Gedanken zum Buch:

Nach dem vierbändigen "Havanna-Quartett" und "Adiós Hemingway" ist dies das sechste Buch, in dem Mario Conde ermittelt. Allerdings hat er seinen Polizisten-Beruf schon seit Jahren an den Nagel gehängt und widmet sich nunmehr ganz seinem Lieblingsthema, der Literatur.
Faszinierend ist für mich, wie sich diese Figur von Buch zu Buch weiterentwickelt, Höhen und Tiefen erlebt und die Konsequenzen daraus zieht.
Alle Romane aus dieser Serie dienen eigentlich nur dazu, dem Leser Kuba und insbesondere Havanna näherzubringen. Eine faszinierende Stadt mit einer strahlenden Vergangenheit, von deren Glanz nur mehr Splitter übriggeblieben sind. Und diese sammelt Padura im "Nebel von gestern", wie ein Puzzle setzt er die Teilchen zusammen bis sie die faszinierende Geschichte der Familie Montes de Oca mit dem Schicksal der Bolero-Sängerin Violeta del Rìo in Verbindung bringen.
Ich liebe Paduras Stil, der von lateinamerikanisch poetisch bis ins Derbe reicht, immer angepasst an die Situation, in der sich sein Held gerade befindet. Am schönsten finde ich die Beschreibung der Bibliothek, die Mario durch Zufall entdeckt. Das Flimmern des Staubes im buntgefärbten Licht, die dunkel glänzenden Lederrücken, die Stille und Beschaulichkeit inmitten dieser dem Verfall preisgegebenen Umgebung.
Ein grandioses Buch!

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