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2. Weltkrieg

Das Orchideenhaus

Bild von Alpensalamander
Verfasst von  Alpensalamander am Fr, 26/08/2011 - 21:01
Inhaltsangabe

Als junges Mädchen verbrachte Julia Forrester jede freie Minute bei ihrem Großvater, einem bekannten Orchideenzüchter, im Gewächshaus von Wharton Park. Nach einem schweren Schicksalsschlag führt der Zufall Julia Jahre später noch einmal zu dem Anwesen zurück. Der jetzige Besitzer Kit Crawford überreicht ihr ein altes Tagebuch, das bei den Renovierungsarbeiten gefunden wurde und womöglich Julias Großvater gehörte. Als Julia ihre Großmutter Elsie mit dem Tagebuch konfrontiert, drängt ein jahrelang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das auch Julias Leben komplett verändern wird…

Meine Gedanken zum Buch:

Der Roman beginnt eigentlich noch ganz interessant und vielversprechend, das kann er aber bis zum Schluss leider nicht halten. Die Geschichte von früher um Harry, Olivia und später dann Lidia ist auch noch das Lesenswerte an diesem Buch und eigentlich ganz gut getroffen (wobei dazugesagt sei, dass ich Romane aus der Zeit des 2. Weltkrieges immer gern lese). Absolut übertrieben ist allerdings die Geschichte um Julia aus der Jetztzeit. Die Liebesgeschichte wirkt einfach total kitschig und überzogen. Es wirkt so, als hätte die Autorin diese Liebesgeschichte einfach schnell im Buch untezurbringen versucht, was aber wohl eher nach hinten losgegangen ist. Gegen Ende wird die Geschichte um Julia dann wirklich sehr unrealistisch, was ich sehr schade fand, da das Buch eigentlich wirklich gut hätte werden können. Trotzdem hat sich das Buch leicht und flüssig durchgelesen und ich würde auch nicht davon abraten. Es gibt aber Besseres.

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Die Bücherdiebin

Bild von sollhaben
Verfasst von  sollhaben am Do, 28/07/2011 - 14:28
Inhaltsangabe

Den Tod muss man nicht fürchten. Er ist nämlich, wie er als Ich-Erzähler von sich selbst in einer Vorbemerkung sagt, „bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen“. Nur hätten die meisten Menschen „einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen“. Mit einem weiteren Vorurteil räumt der Tod gleich zu Beginn auf, dass ihm nämlich die Menschen gleichgültig seien. Im Gegenteil. Ab und zu, so erfahren wir, braucht er sogar eine Auszeit, um sich abzulenken. „Ihr wollt wissen“, fragt er, „wovon ich mich ablenken muss? (…) Es sind die übrig gebliebenen Menschen. / Die Überlebenden.“ Eine solche Überlebende, „eine Expertin im Zurückbleiben“ ist die neunjährige Liesel Memminger. Von ihr handelt dieses wunderbare Buch. Zum ersten Mal begegnet der Tod der neunjährigen Liesel 1939 am Grab ihres kleinen Bruders, wo sie auch ihre Karriere als Bücherdiebin beginnt: Mit Hilfe des Handbuchs für Totengräber lernt sie das Lesen und muss fortan immer wieder Bücher stehlen. Sie „rettet“ auch welche -- vor den Flammen der Nazis. Und hin und wieder bekommt sie auch welche geschenkt. Ihre Liebe zu Büchern muss es sein, die den Tod, der sich selbst hier als großer Erzähler erweist, die Liesel lieb gewinnen lässt. Während um sie herum Bombenhagel alles in Schutt und Asche legen, findet sie Schutz im Keller – und in ihren Büchern.

Meine Gedanken zum Buch:

Die Bücherdiebin wurde zu meinem Lieblingsbuch.
Eine Geschichte, die zum Nachdenken aber auch zum Lachen anregt. Liesl Memminger steht im Mittelpunkt der Geschichte. Sie wächst in einer Pflegefamilie zu Beginn des II. Weltkriegs auf. Ihr Pflegevater vergöttert Liesl und auch die Pflegemutter hängt an ihr auch wenn diese sehr ruppig und rauh ist, aber wie heisst schon das Sprichtwort "Rauhe Schale - weicher Kern". Liesl findet Freunde, lernt endlich zu lesen und versteckt gemeinsam mit ihren Eltern einen Juden.  Ansich keine spektakuläre Geschichte, wenn nicht der Erzähler ungewöhnlich wäre: Der Tod begleitet Liesl und kommt ihr immer wieder sehr nahe und zieht uns in ihren/seinen Bann. Eigentlich ist die Bücherdiebin ein Jugendbuch, aber auch Erwachsene werden dieses Buch mögen. 
Normalerweise mag ich die Jugendbuchausgaben lieber, aber dieses Mal hat es mir die Erwachsenenausgabe angetan, das Cover ist so gelungen. Unbedingt kaufen und lesen!!!
 

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Nemesis (Audiobook)

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 22/07/2011 - 11:38
Inhaltsangabe

Newark 1944. In der Stadt bricht eine schreckliche Polioepidemie aus. Die meisten Betroffenen sind Kinder, denen Lähmung oder gar der Tod droht. Bucky, ein junger Sportlehrer, bewahrt die Ruhe, während in den Familien Panik herrscht. Als er seine Freundin Marcia in ein Kinderferienlager begleitet, scheint der Fluch der Seuche in der idyllischen Landschaft gebannt. Doch wenige Tage nach Buckys Ankunft erkranken auch hier zwei Jungen an Polio und ihn beschleicht ein schrecklicher Verdacht ...

Meine Gedanken zum Buch:

Ich bin wirklich froh, dass ich nach "The Dying Animal", das ich nach 50 Seiten genervt weggelegt habe, Philip Roth noch eine Chance gegeben habe! Dieses Buch ist ein unglaubliches Leseerlebnis! Sprachlich klar und schlicht schildert der Autor die Auswirkungen der Polio-Epidemie in New Jersey 1944. Da diese Krankheit hauptsächlich Kinder befiel (eine Impfung gibt es erst seit den späten 50er-Jahren), sind die zentralen Themen dieses Buches sehr traurige und berührende, Roth lässt uns an den Ängsten und dem Schmerz der Eltern so intensiv teilhaben, dass einem beinahe die Tränen kommen.
Die zentrale Figur dieser Geschichte ist der junge Lehrer Eugene "Bucky" Cantor, der sich inmitten dieser Gräuel für die Kinder seines Viertels engagiert, versucht, keine Panik aufkommen zu lassen. Bis er selbst an einer irrationalen Schuld zerbricht. Nämlich der, dass er zuguterletzt doch seine eigenen Interessen in den Vordergrund rückt und so zum Schicksal für viele wird.
Joachim Schönfeld liest dieses Buch mit der nötigen Ernsthaftigkeit, ohne jedoch je ins Pathetische abzurutschen. Ein tolles Hörbuch, das viele Fragen aufwirft und einen nicht so schnell wieder loslässt.

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Das andere Kind

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Sa, 02/07/2011 - 10:33
Inhaltsangabe

Eine alte Farm, eine einsame Landschaft, ein düsteres Geheimnis aus vergangener Zeit. Mit tödlichen Folgen für die Gegenwart ...

In der nordenglischen Küstenstadt Scarborough wird eine Studentin erschlagen aufgefunden. Monatelang tappen die Ermittler im Dunkeln – dann geschieht ein ähnlicher Mord. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Opfern ist nicht erkennbar. Und so klammert sich die ehrgeizige Polizistin Valerie Almond an das allzu Offensichtliche: an ein Zerwürfnis in der Familie des zweiten Opfers. Lange ist ihr der Blick jedoch verstellt für das Gift, das in dieser Familie wirkt, und dessen Ursprung sie bis weit in die Vergangenheit hinein zurückverfolgen müsste. Und fast zu lange dauert es, bis Valerie Almond begreift, dass ein kranker Täter seinen Rachedurst noch nicht gestillt hat …

Meine Gedanken zum Buch:

Charlotte Link kann gut erzählen, daran besteht kein Zweifel, aber leider schafft sie es nicht, ihren Figuren wirklich Tiefe zu verleihen. Trotz der Dramen, die jede für sich erlebt, bleiben sie flach und unnahbar, nicht nachvollziehbar in ihrer Handlungsweise.
Die Geschichte an sich ist spannend, zum Teil grausam, berührend und schockierend. Gespickt mit historischen Elementen aus dem 2. Weltkrieg, der Kinderevakulierung und The Blitz vermittelt sie einen gute Vorstellung darüber, wie furchtbar das Leben in dieser Zeit für die Londoner gewesen sein muss. 2 parallele Handlungselemente vereinen sich letztendlich zu einem Geheimnis, das die Hauptfiguren anhand von E-Mails, alten Tagenbüchern und Recherchen Schicht für Schicht lüften.
Alles in allem nicht schlecht, aber wenn man die fast 700 Seiten nicht gelesen hat, entgeht einem auch nichts. Für ein Meisterwerk fehlt einfach das besondere Etwas.

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Das Tagebuch der Anne Frank

Bild von Laura
Verfasst von yellow bookreader Laura am So, 24/04/2011 - 19:55
Inhaltsangabe

Das Tagebuch der Anne Frank ist Symbol und Dokument zugleich. Symbol für den Völkermord and den Juden durch die Nazi-Verbrecher und Dokument der Lebenswelt einer einzigartig begabten jungen Schriftstellerin.

Meine Gedanken zum Buch:

„Das Tagebuch der Anne Frank“ stand auf meiner Bücherwunschliste schon ganz oben, als sich die passende Möglichkeit bot, dieses Buch für die Schule zu lesen. Gegen den Rat meiner Freundin, die dieses Buch schon gelesen hatte und es als langweilig empfand, ließ ich mich auf Annes witzige, spannende und interessante Tagebucheinträge ein. 
Ab dem Anfang an begeisterte mich Anne mit den Erzählungen, die sie Kitty anvertraute. Auch wenn es zwischendurch etwas langweilig war und ich nicht von der Stelle kam, bereue ich es in keinerlei Hinsicht, dieses Buch, besser gesagt Tagebuch, gelesen zu haben. Der Schreibstil von Anne ist bewundernswert und ihre Art Dinge zu beschreiben, ist meiner Meinung beachtlich.
Besonders die Verschiedenheit der Tagebucheinträge hat mir sehr gut gefallen. So schreibt sie über die Streitereien, Konflikte und Meinungsverschiedenheiten der Geflohenen, lässt sich über ihre Eltern aus, beschreibt angstvolle Momente wie Einbrüche im Vorderhaus, Bombardierungen und Schießereien, informiert über den neuesten Stand der Politik und noch vieles mehr. Weil mich die Zeit um den 2. Weltkrieg und die damalige Judenverfolgung sehr interessiert, war das genau das richtige Buch für mich, was die Thematik betrifft.
Doch „Das Tagebuch der Anne Frank“ hat mich auch sehr zum Nachdenken gebracht. Wenn ich nur an die vielen Menschen und auch an Anne und alle Versteckten vom Hinterhaus denke, die in qualvollen Umständen sterben mussten, denke ich mir, wie anders das Leben dieser unschuldigen Menschen hätte verlaufen können. Anne wäre vielleicht berühmte Schriftstellerin geworden und wir hätten vermutlich ihre bemerkenswerten Bücher, zuallererst „Das Hinterhaus“ bestaunen können.
Ich würde dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Es könnte besonders denen gefallen, die sich für Geschichte interessieren, jedoch auch diejenigen, die gerne über die Leben oder Schicksäle junger Menschen lesen! 

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Der Tag, an dem Marilyn starb

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Mi, 05/01/2011 - 11:18
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Ist es Zufall, dass Lucy Coulter am selben Tag stirbt wie Marilyn Monroe? Der 5. August 1962 jedenfalls ist für ihre Familie ein tragischer Tag. Warum musste die junge Frau auf so mysteriöse Weise ums Leben kommen? Doch ihr Tod zwingt ihren Mann Howard auch, sich endlich der Antwort auf eine Frage zu stellen: Warum hat er ihr all die Jahre nie die Wahrheit über seine Vergangenheit gesagt?

Meine Gedanken zum Buch:

Kriegsjahre voller Angst und Bangen... Familien die um ihr Söhne und Väter fürchten, Zerstörung, Furcht, der Wunsch nach Heimat, der Kampf ums Überleben... Donna Milner erzählt in diesem Roman eine Lebensgeschichte aus zwei Sichtweisen.
Einmal eine Art Rückblende in vergange Tage, in denen sich der damals noch junge Howard freiwillg zum Kriegsdienst gegen die Japaner meldet..... und zum anderen die Zeit danach, wo man glaubt alle Schrecken hinter sich gelassen zu haben.... zurück im Schoß der Familie und doch wird sofort klar, das Erlebt kann nicht so leicht abgeschüttelt werden..... als dann noch Howards Frau unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt, droht die ganze Familie zu zerbrechen....
 
Eigentlich ein "alter Hut"... man kennt genau diese Art von Erzählungen aus unzähligen Filmen und Büchern und doch schafft Donna Milner mit ihrem neuen Roman keine billige Kopie sonderen ein Buch, das dem Leser sehr nahe geht.
Mit ruhigem und feinfühligem Schreibstil behandelt sie ein Thema, das Unfassbares parat hält. Als Leser wird man mit viel Schrecklichem konfrontiert.. ist schockiert, berührt, aufgewühlt.... viele Eindrücke bleiben und auch die Gewissheit, das ein "Kriegsende" im Grunde absolut nichts damit zu tun hat, dass Waffen niedergelegt werden.... auch wenn körperliche Gewalt ein Ende hat so gilt das noch lange nicht für die Seele und den Geist....
 
Danke an das bookreaders Team für dieses Geschenk, da habt ihr wieder einen tollen Griff gelandet!!!
 

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Die Midaq-Gasse

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 30/11/2010 - 13:48
Inhaltsangabe

Onkel Kamil, der Bonbonverkäufer, al-Hilu mit seinem Friseursalon und der alte Dichter, den keiner mehr hören
will, seit es das Radio gibt – alle suchen ihren eigenen Weg in die Zukunft, und sie sind damit nicht die Einzigen. In diesem fantastischen Roman von Machfus wird eine Altstadtgasse von Kairo zum Mikrokosmos einer Welt im Umbruch.

Meine Gedanken zum Buch:

Eine Gasse in Kairo, wie es sie wohl zu tausenden gibt. Ein Kaffeehaus, ein Laden, ein Friseur - Machfus zeichnet das Bild eines Viertels in den 1940er-Jahren, das sich seitdem sicher kaum verändert hat. Gierige Vermieterinen, listige Heiratsvermittlerinnen, ein reicher Kaufmann, neidische Nachbarn, kein Klischee wird ausgelassen, und doch besteht kein Zweifel an der Authentizität dieser Beschreibungen. Wo anfangs noch eine fadenscheinige Idylle zu herrschen scheint, gewinnen dunkle Machenschaften immer mehr die Oberhand. Verbotene Gelüste, Haschisch und durchtriebene Verführer lösen im Laufe der Geschichte die harmlosen Gassenbewohner mit ihren kleinen Freuden ab, Krankheit, Angst und Tod schleichen sich in ihr Leben ein.
Eine uneingeschränkte Empfehlung für Freunde großer Erzählkunst und ägyptischer Lebensweise.

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The Book Thief (Die Bücherdiebin) (Audiobook)

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 02/06/2010 - 12:22
Inhaltsangabe

Selbst der Tod hat ein Herz …

1939, Nazideutschland. Liesel lebt bei Pflegeeltern in der Himmelstraße in Molching. Sie sieht die Juden nach Dachau ziehen. Sie erlebt die Bombennächte über München. Und überlebt: weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat. Sie – und die Menschen aus der Himmelstraße.

Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet.

Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns …

»Die Bücherdiebin« erzählt von kleinen Freuden, großen Tragödien und der gewaltigen Macht der Worte. Eine der dunkelsten und doch charmantesten Stimmen und eine der nachhaltigsten Geschichten, die in jüngster Zeit zu vernehmen waren.

Meine Gedanken zum Buch:

"Let's go, Saukerl!  What do you bet, you little Saumensch?  She schmunzelled.  They returned to Frau Diller's, Heil Hitlered and waited." Wenn man kann, sollte man dieses Buch unbedingt auf Englisch lesen, denn gerade dieses Einfließenlassen der deutschen Sprache macht den besonderen Witz der Dialoge und Beschreibungen aus.
 
Erzählt wird die Geschichte der kleinen Liesel Memminger, die in einem Vorort vor München mit den Gräueln des Zweiten Weltkrieges konfrontiert wird. Erzähler ist der Tod höchstpersönlich, der sich einen gewissen Sarkasmus oft nicht verkneifen kann. Wer könnte es ihm auch verübeln? Doch herzlos ist er nicht, der Sensenmann, ganz im Gegenteil. Er verfolgt die Geschichte dieses Kindes, das immer wieder seinen Weg kreuzt mit viel Anteilnahme für sie und ihre Lieben. Der ruppigen Rosa Hubermann, dem sanftmütigen Papa Hans, ihrem besten Freund Rudi, der verstörten Bürgermeistersfrau und dem geflohenen Juden Max.
 
Jahrelang verstecken die Hubermanns Max in ihrem Keller, jahrelang beobachten die Bürger von Molching den Marsch der Judenkolonnen durch ihren Ort in Richtung Dachau.
 
Zusak erzählt eine leise Geschichte, wie sie zu dieser Zeit wohl tausendfach geschehen ist. Was dieses Buch zu einem grandiosen Leseerlebnis macht, ist der Stil, in dem es geschrieben ist. Dramatisch, komisch, tragisch - wie das Leben selbst. Für mich persönlich sicher unter den Top 5 dieses Jahres.
 
Ein besonderes Lob gebührt auch noch Allan Corduner, der ein faszinierendes Buch zu einem unvergesslichen Hörerlebnis macht!

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Der Tod ist mein Beruf

Bild von SANDRA
Verfasst von yellow bookreader SANDRA am So, 25/04/2010 - 15:01
Inhaltsangabe

Inspiriert von den Tagebuchnotizen des Lagerkommandanten Rudolf Höß schrieb der junge Merle diesen ersten Holocaust-Roman aus Tätersicht, der ihn weltberühmt machte. Die einzigartige Psychostudie eines Massenmörders aus Gründlichkeit und Gehorsam hat bis heute nichts von ihrer düsteren Spannung verloren.

Meine Gedanken zum Buch:

Ich habe die letzte Seite dieses Buches umgeblättert und brauchte eine Weile, um die Fassung wieder zu erlangen. Dieses Buch, das ich bewusst gewählt und gelesen habe, ist ein „Buch der Geschichte“. Der Protagonist Rudolf Lang hat tatsächlich existiert. Er hieß in Wirklichkeit Rudolf Höß und war Lagerkommandant von Auschwitz. Der Autor selber schreibt im Nachwort: „Es übersteigt jedes Vorstellungsvermögen, dass Menschen des 20. Jahrhunderts, die in einem zivilisierten Land Europas lebten, soviel Methode, Findigkeit und schöpferische Gaben eingesetzt haben sollen, um einen riesigen industriellen Komplex zu errichten mit dem Ziel, ihresgleichen MASSENWEISE zu ermorden.“ Und ich gebe ihm recht. Wohl wissend, worauf ich mich mit der Wahl dieses Buches einlasse, wollte ich der notwendigen Konfrontation mit diesem Thema nicht aus dem Weg gehen. Die Geschichte des Rudolf Lang, der einen teuflischen Plan zur massenhaften Ermordung von Juden ersann – und wir sprechen hier von 2,5 Millionen jüdischen Bürgern, die Lang ermordete, wie er selber im Verhör zugegeben hatte – jene Geschichte ist eiskalt und Lang handelt ohne die kleinste menschliche Regung. Man muss Robert Merle zugute halten, dass er sich um Sachlichkeit bemüht – trotz allem entsteht eine derartige Fassungslosigkeit beim Lesen der vielen Details, der Brutalität, Gewissen- und Skrupellosigkeit von Lang und seinen Mordgesellen. Dieses „Geschöpf“ (Menschlichkeit kann man Lang nach der Lektüre dieses Buches nicht mehr zusprechen) erstickte jede menschliche Regung in seinem gesamten Umkreis sofort im Keim und es wird einem übel beim Lesen der Verleumdungen und Aussagen der SS-Mitglieder über Juden. Das gesamte Leben des Rudolf Lang ist ein „Handeln nach Befehl“. Keine Hinterfragen der Befehle. Niemals Emotionen. Nur das sture und völlig skrupellose Befolgen dieser Befehle. Als er seiner Frau Elsie gegenüber aussagt, er würde aufgrund eines Befehles seines direkten Vorgesetzten, des Reichsführers Himmler, „natürlich“ auch seinen eigenen kleinen Sohn Franz erschießen, stockte mir als Leser der Atem. Gewalttätigkeit, Rassismus und Fanatismus, Brutalität und Skrupellosigkeit, gepaart mit dem völligen Fehlen jeglicher menschlicher Regungen und selbstverständlich auch keinerlei Gewissensbisse oder Reue – der Stoff, aus dem Monster geschaffen sind. Möge Gott uns davor bewahren, dass sich die Geschichte in irgendeiner Form wiederholen könnte und Menschen zulassen, dass sie zu Marionetten und Befehlsempfängern werden, die foltern und morden.

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Gefängnistagebuch

Bild von Alex Gölles
Verfasst von yellow bookreader Alex Gölles am Fr, 09/04/2010 - 21:07
Inhaltsangabe

Vom 22. Oktober bis zum 21. Dezember 1944 reichen die Aufzeichnungen die Luise Rinser heimlich in der Zelle eines nationalsozialistischen Frauengefängnisses gemacht hat, während in Berlin ein Prozess wegen Hochverrats gegen sie lief. Sie beschreibt, was sie beobachtet und am eigenen Leibe erfahren hat. Ihr Bericht ist Anklage, für die jedoch, die das Regime der Gewalt nicht bewusst erlebt haben, ein Dokument.

Meine Gedanken zum Buch:

Gott sei Dank bin ich nicht in diesen Zeiten auf die Welt gekommen!

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