Sitemap

Krimi

Nur der Tod ist ohne Makel

Bild von Sylli
Verfasst von  Sylli am So, 29/01/2012 - 16:43
Inhaltsangabe

Für Fran sieht die Zukunft momentan nicht gerade rosig aus. Sie ist zwar jung, hat aber kein Geld, keine Arbeit und nicht einmal ein richtiges Dach über dem Kopf. Mit anderen Leidensgenossen lebt sie in einem abbruchreifen Haus und kämpft gegen die Zwangsräumung. Da wird eine Mitbewohnerin erhängt in ihrem Zimmer aufgefunden.
Eigentlich mochte die unfreundliche und nörglerische Terry, die nicht viel über sich erzählte, niemand. Doch gibt es einige Hinweise, dass ihr Tod nicht ganz freiwillig erfolgte, obwohl es danach aussehen sollte.
Als Terrys Großvater auftaucht, ist Fran auf seine Bitte hin bereit, Nachforschungen anzustellen.

Meine Gedanken zum Buch:

Wieso sich der alte Herr gerade an eine ihm völlig unbekannte Frau wendet, die nicht einmal mit Terry befreundet war, ist mir genauso unklar geblieben wie die Tatsache, dass Fran, die wohl andere Sorgen hatte, darauf eingeht.
Die so offensichtlich falsche Spur, die plumpen Ermittlungsversuche, die untätige Polizei, die unbeholfene Überführung des Täters, das alles hat mich eher an einen drittklassigen Film denken lassen, und ist von einem gut aufgebauten Krimi Lichtjahre entfernt.
Hätte sich der Mörder nicht wie ein Elefant im Porzellanladen benommen und sich schließlich selber wie auf einem Silbertablett präsentiert, wäre ihm wohl kein Mensch je auf die Schliche gekommen. Warum auch noch einer von Terrys ehemaligen Mitbewohnern dran glauben musste, und dann so ungeschickt verscharrt wird, dass ausgerechnet Frans Freund beim ersten Schritt in den Wald über die Leiche stolpert, will ich weiters gar nicht hinterfragen.
Als Pendant zu den stets schicken Ermittlerinnen, die man aus vielen anderen Romanen dieses Genre kennt, war mir aber die in völlig desolaten Verhältnissen lebende Fran um nichts sympathischer, von der Glaubwürdigkeit ganz zu schweigen. 
Die Überlegungen der Heldin gegen Ende des Romans, sich als Detektivin selbständig zu machen, läßt nichts Gutes erahnen, und sollte genügen, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Der Menschenräuber

Bild von Sylli
Verfasst von  Sylli am Sa, 28/01/2012 - 16:50
Inhaltsangabe

Der erfolgreiche Fotograf Jonathan und seine Frau Jana, eine ehemalige Primaballerina, verlieren ihre erst 18 Jahre alte, künstlerisch hochbegabte Tochter Giselle durch einen tragischen Verkehrsunfall.
Die Schuld daran trägt ein junger Abiturient, der nach einer Feier betrunken am Steuer saß. Da dessen Vater gute Beziehungen zur Justiz hat, fällt das Urteil äußerst milde aus.
Während Jana nach einer angemessenen Trauerzeit wieder zu einem normalen Alltag zurückfindet, ist Jonathan untröstlich. Die Ehe zerbricht, seine Karriere kümmert ihn nicht mehr, und eines Tages verläßt er Deutschland in Richtung Süden.
Wer schon andere Bücher der Autorin kennt, weiß, dass Jonathan in der Toskana landen wird. Hier verliebt er sich in Sofia, die blinde Tochter seiner Vermieter, die Giselle zum Verwechseln ähnlich sieht. Mit ihr baut er sich eine neue Existenz auf, doch Ruhe findet er nicht. Jonathan hat nämlich herausgefunden, dass der Unglückslenker, der Giselle auf dem Gewissen hat, unterdessen ebenfalls Vater einer Tochter geworden ist.

Meine Gedanken zum Buch:

Wie alle Bücher, die ich von Sabine Thiesler gelesen habe, war auch dieses spannend, aber mir persönlich zu realitätsferne. Dass ein Vater am Tod seiner Tochter fast zerbricht, ist durchaus nachvollziehbar, aber dass er dafür seine gesamte Existenz aufs Spiel setzt, wohl eher unwahrscheinlich. Und ganz so leicht ist es sicher nicht, in Italien - noch dazu ohne irgendeine vorhergehende Planung - als Betreiber von Ferienwohnungen Fuß zu fassen. Dazu noch die große Ähnlichkeit Sofias mit Giselle, ein abstruser Rachefeldzug und ein von Leichen gesäumter Weg, der schließlich in einem blutigen Finale endet - alles in allem ist das doch recht starker Tobak, der dem Leser da zugemutet wird.
Gegen Dramatik und unerwartete Wendungen hätte ja sicher niemand etwas einzuwenden, aber für meinen Geschmack hat Frau Thiesler in diesem Fall doch etwas zu dick aufgetragen.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Hexenkind

Bild von Sylli
Verfasst von  Sylli am Fr, 27/01/2012 - 20:53
Inhaltsangabe

Sarah, die Frau des Trattoriabesitzers Romano, wird in einem einsamen Waldhaus mit durchschnittener Kehle aufgefunden.
Die Verkettung der unglücklichen Umstände, die dazu führten, nimmt ihren Anfang vor fast 20 Jahren, als Sarah noch in Deutschland studierte. Romano war sie vor allem deshalb in seine italienische Heimat gefolgt, um ihrem gewalttätigen Freund, dem Vater ihrer hochbegabten, aber äußerst anstrengenden Tochter Elsa, zu entkommen.
Im Schoße ihrer neuen Familie findet sie freundliche Aufnahme. Mit der Geburt des gemeinsamen Sohnes scheint das Glück von Romano und Sarah perfekt zu sein, doch bald schon schlägt das Schicksal grausam zu. Am 2. Geburtstag des kleinen Edi fällt das Kind in einem unbeobachteten Augenblick in einen Teich und ist fortan geistig behindert.
Sarah betäubt ihre Schuldgefühle durch ständig wechselnde Männerbekanntschaften und überläßt Edis Betreuung ihrer Schwiegermutter oder Elsa. Als Sarah ihrer Tochter auch noch den ersten Freund ausspannt, und Elsa ihren leiblichen Vater kennenlernt, ohne zunächst zu wissen, mit wem sie es zu tun hat, nimmt das Unglück seinen Lauf.

Meine Gedanken zum Buch:

Nicht nur einen spannenden, sondern vor allem einen psychologisch recht gut durchdachten Roman hat Sabine Thiesler mit dieser Arbeit vorgelegt. Sicher gibt es einige Zufälle, bei denen man beide Augen zudrücken muss, um sie als glaubhaft durchgehen zu lassen, aber meiner Meinung nach fallen sie noch unter annehmbare dichterische Freiheit.
Was mir an Frau Thieslers Romanen sehr positiv aufgefallen ist, ist die Lebensnähe mit der sie ihre Figuren zeichnet. Selbst Täter (oder solche, die es noch werden) müssen einmal essen, schlafen oder sich duschen, und alle gehen ihren alltäglichen Verrichtungen nach. So sind Romano und sein Vater beim Holzarbeiten anzutreffen, während für Sarahs Schwiegermutter die Küche eine große Rolle spielt. Mit Hilfe ihrer Kochkunst versucht sie ihrer Familie ihre Zuneigung zu bezeugen, und so ihre manchmal etwas schroffe Art abzumildern.
Gerade diese kleinen, liebevollen Details sind es, die dem Roman eine ungeheure Dichte verleihen, obwohl sie im sonstigen Handlungsverlauf keine Rolle spielen.
Der Roman, der meiner Meinung nach eher unter Familienroman als unter Krimi oder Thriller einzureihen wäre, ist jedenfalls eine sehr empfehlenswerte Lektüre, die für unterhaltsame Lesestunden sorgt und mich auch noch eine Zeitlang nach Beendigung des Buches beschäftigt hat. Und das soll bei diesem Genre doch etwas heißen.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Unverdächtig

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 23/01/2012 - 12:40
Inhaltsangabe

Lise arbeitet als Animierdame in einer Bar und schläft am Tag. Ihr Liebster Sam hingegen verbringt seine Tage vor dem Fernseher. Der Traum von einem anderen Leben scheint auf ewig ein Traum bleiben zu müssen. Bis Lises bester Kunde ihr einen Heiratsantrag macht. Das ist die Chance, findet Lise und unterbreitet Sam den perfekten und perfiden Plan Die Atmosphäre eines bretonischen Küstenstädtchens, die Requisiten der Nouvelle Vague, eine Prise Maigret und Hitchcock ergeben einen spannenden Roman über menschliche Abgründe, Treue und Verrat.

Meine Gedanken zum Buch:

Der Ich-Erzähler Sam liebt Lise, diese heiratet einen reichen Mann, die beiden schmieden einen perfiden Plan um an sein Geld zu kommen, und der geht schief. So könnte man die 120 Seiten zusammenfassen. Komplexer wird es dort, wo es um den Inhalt geht, der zwischen den Zeilen steht, um die Emotionen und feinen Nuancen, die die eigentlichen Spannungserzeuger sind.
Ein kleines, sehr feines Büchlein, das sich durch eine aussergewöhnliche Sprache auszeichnet, ein kurzes Lesevergnügen für alle, die gerne einmal etwas länger bei einem Satz verweilen.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Der Doppelmord in der Rue Morgue (als ebook)

Bild von Rotbart
Verfasst von yellow bookreader Rotbart am So, 22/01/2012 - 12:38
Inhaltsangabe

Es ist ein Krimi und eine Kurzgeschichte. Es ist angeblich die erste sog. Detective Story, ja sogar das Wort detective (in der engl Sprache) soll auf Poe zurückgehen.

Die Story ist schnell erzählt , der ich-Erzähler und Dupin haben sich kennengelernt und wohnen für einige Zeit im gleichen Haus. Da passiert in der Rue Morgue ein brutaler Doppelmord an zwei Frauen, die Polizei ist ratlos, da er in einem verschlossenen Haus stattgefunden hat.

Dupin löst diesen Fall allein mit Hilfe seiner Beobachtungs- und Kombinationsfähigkeit. Der verblüffende Schluss soll hier natürlich nicht verraten werden.

All dies wäre nur eine Randnotiz wert, aber es war mein erstes eBook, kostenlos downloadbar im Kindleshop oder im Project Guttenberg (engl. Guttenberg, Buch aber auf Deutsch verfügbar.

Meine Gedanken zum Buch:

Man kann das Buch getrost als Vorläufer von Sherlock Holmes und Dr. Watson und viele viele andere Detective Stoties ansehen, mir kam es ja vor allem auf den ebook Test an, zumal mein Reader das Kindle "mobi" nicht lesen kann und so ging es

Schritt 1
Die Software Calibre (kostenlos) als eBook Verwaltung auf den PC installieren

Schritt 2
Ob Kindle oder Guttenberg oder andere, gewünschtes Buch downloaden und in Calibre einstellen

Schritt 3
In Calibre in das gewünschte Format konvertieren und auf den Reader (in meinem Fall Mini-Tablet-PC mit Android)übertragen.

Fertig Nun kam das wichtigste , der Lesetest und ich muss sagen - ein voller Erfolg ! Klares Bild / leichte Benutzung und falls Fotos im Buch sind (ich hatte auch ein engl. Buch über Cornwall down-geloaded) gute Wiedergabe der Farbfotos.

Der einzige Wermutstropfen - mein Bildschirm schaltet um von Hoch- auf Querformat, wenn man ihn kippt. Das ist mir beim Lesen im Bett ab und zu unfreiwillig passiert, trotzdem war das Handling einfacher als mit einem dicken Buch.

Also ich bin begeistert, wer nun etwas über die Technik des Readers (der ja eigentlich ein Mini-PC ist) möge bei Pandigital im Internet nachlesen
http://www.pandigital.net/pandigitalnovel
oder auch bei Libri
http://www.libri.de/shop/action/productDetails/14730158/pandigital_novel...

(Nicht über den Preis erschrecken - sondern bei ebä nachsehen)

Rotbart

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Evas Auge

Bild von Sylli
Verfasst von  Sylli am Fr, 20/01/2012 - 22:23
Inhaltsangabe

Die erfolglose Malerin Eva Magnus trifft ihre einstige Jugendfreundin Maja nach 25 Jahren ganz zufällig beim Einkaufen. Beim Kaffee erzählt Eva von ihrer finanziellen Notlage, während Maja als Prostituierte bereits ein Vermögen verdient hat und sich bald ihren Traum von einem eigenen Hotel erfüllen möchte. Von Majas Vorschlag, sie in ihr Metier einzuführen, will Eva zunächst nichts wissen, stimmt aber schließlich zu, die Freundin bei ihrer Arbeit heimlich zu beobachten und wird so ungewollt Zeugin eines Mordes.

Meine Gedanken zum Buch:

Ich kann nur eines sagen: Spannung pur, zwar nicht von der ersten Seite an, aber so ab der Mitte war es mir kaum noch möglich das Buch aus der Hand zu legen.
Ich fühlte mich wie von einem Magneten in die Geschichte hineingezogen, woran wahrscheinlich auch die Charakterisierung der Protagonisten keinen unbedeutenden Anteil hatte. Besonders gut konnte ich mir Eva vorstellen, die magere (Hunger)Künstlerin in ihren langen schwarzen Röcken mit  ihren langen schwarzen Haaren, die für sich und ihr pummeliges Töchterchen kaum genug Geld fürs tägliche Überleben auftreiben kann. Meine Sympathien gehörten ihr von Anfang an, und Frau Fossum hat es auch ganz wunderbar zu schildern verstanden, wie die arme Eva, ohne je zuvor etwas Ungesetzliches getan zu haben, in ein übles Verbrechen hineingezogen wird. Ohne ihre großen Geldsorgen wäre es dazu wahrscheinlich auch nie gekommen.
Genauso hat wohl auch Kommissar Konrad Sejer gedacht. Er hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, weil er nicht zu den problembeladenen und stets am Abgrund des Wahnsinns taumelnden Ermittlern gehört, wie sie in den letzten Jahren so häufig in diesem Genre auftauchen. Scharfsinnig und umsichtig, aber eher im HIntergrund agierend, erledigt er seine Arbeit.
Gegen Ende, als der Leser schon glaubt, den Fall sonnenklar zu durchblicken, gelingt es der Autorin noch einmal eine dramatische Wende herbeizuführen, die aber jeder Unglaubwürdigkeit entbehrt, und der Geschichte ein letztes Mal eine dramatische Steigerung beschert.
Meiner Meinung nach ein psychologisch gut durchdachter, logisch aufgebauter Krimi auf recht hohem Niveau, der bei mir auch stilstisch punkten konnte, und den ich allen Krimifreunden guten Gewissens empfehlen kann.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Todeshauch (Audiobook)

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 16/01/2012 - 14:01
Inhaltsangabe

In einer Baugrube am Stadtrand von Reykjavík werden menschliche Knochen gefunden. Wer ist der Tote, der hier verscharrt wurde? Wurde er lebendig begraben? Erlendur und seine Kollegen von der Kripo Reykjavík werden mit grausamen Details konfrontiert. Stück für Stück rollen sie Ereignisse aus der Vergangenheit auf und bringen Licht in eine menschliche Tragödie, die bis in die Gegenwart hineinreicht

Meine Gedanken zum Buch:

Teil 4 der Erlendur-Reihe führt uns in die Vergangenheit Islands, und zwar in die Zeit des 2. Weltkrieges, in der Engländer und Amerikaner auf der Insel stationiert waren. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die von ihrem Ehemann schwer misshandelt wird, ein Thema, das wohl nie an Aktualität verlieren wird.
Gleichzeitig leiden wir mit Erlendur, der am Krankenbett seiner Tochter seine eigene Vergangenheit aufrollt, versucht, mit seinem todkranken Kind ins Reine zu kommen.
Beide Erzählfäden sind gleichermaßen berührend, und auch an Spannung und Atmosphäre fehlt es nicht.
Wie immer liest Frank Glaubrecht souverän und der Geschichte entsprechend, leider werden diese Hörbücher ja nur gekürzt angeboten, man könnte ihm auch länger zuhören.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Nordermoor (Audiobook)

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 16/01/2012 - 13:45
Inhaltsangabe

Was zunächst aussieht wie ein schlampig ausgeführter Mord, erweist sich als überaus schwieriger Fall für Erlendur von der Kripo Reykjavík. Wer ist der tote alte Mann in der Souterrainwohnung in Nordermoor? Warum hinterlässt der Mörder eine Nachricht bei seinem Opfer, die niemand versteht? Während schwere Islandtiefs sich über der Insel im Nordatlantik austoben, wird eine weitere Leiche in Nordermoor gefunden

Meine Gedanken zum Buch:

Auch Teil 3 dieser Serie hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Der Atuor erzählt trocken, ohne Schnörkel und trotzdem berührend die Geschichte Erlendurs, eines Mannes um die 50, der in der Überzeugung lebt, in allen menschlichen Dingen versagt zu haben. Vor allem aber als Vater, und in dieser Rolle wird er erneut herausgefordert.

Natürlich ermittelt er auch in einem Mordfall, der von Anfang an viele Rätsel aufgibt und nicht der einzige bleiben soll. Eine durchaus spannende Geschichte, die uns in die Welt der Genforschung entführt, für die Island sich besonders gut eignet. In einem Land mit nicht einmal 350.000 Einwohnern ist es einfach, eine Datenbank mit allen Erkrankungen zu führen, die Aufschluss über gewisse Erbmuster geben soll. Fragwürdig bleibt die Datensicherheit und Anonymität der teilnehmenden Patienten, denn welches System ist schon wirklich fehlerfrei? 

Ein sympathischer Komissar, atmosphärische Beschreibungen und eine interessante Geschichte machen diesen Krimi zu einem feinen Lesevergnügen. Frank Glaubrecht sorgt dafür, dass man auch am Hörbuch seine Freude hat.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Die Naschmarkt-Morde. Ein Roman aus dem alten Wien

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 27/12/2011 - 14:02
Inhaltsangabe

Wien 1903. Auf dem nächtlichen Naschmarkt, dem größten Viktualien-Markt der Stadt, wird die junge Gräfin Hermine von Hainisch-Hinterberg brutal ermordet. Die Presse macht viel Lärm um den 'Naschmarkt-Mord', vor allem der Journalist Leo Goldblatt übt Druck auf die Polizei aus. Und während sich Joseph Maria Nechyba, Inspector des kaiserlich-königlichen Polizeiagenteninstituts und ausgewiesener Gourmet, lieber seinem leiblichen Wohlbefinden als den Ermittlungen widmet, geschieht ein weiterer Mord am Naschmarkt

Meine Gedanken zum Buch:

Schön, dass es Dinge und Orte gibt, die sich auch über die Jahrhunderte nur wenig verändern. Dazu gehören der Wiener Naschmarkt und das Café Sperl, in das uns der Autor immer wieder entführt. Zwar wird dort nicht mehr geraucht, aber sonst ist wohl alles immer noch so wie im Jahr 1903, und auch das Gasthaus zur Goldenen Glocke bietet immer noch ein Mittagsmenü an.
Loibelsberger zeichnet das Bild einer Stadt und ihrer Menschen, wie wir es aus vielen Filmen kennen. In der Hochblüte des Jugendstils und der Kaffeehausliteratur lässt er uns immer wieder einen Blick in die Hinterhöfe und kleinen Geschäfte werfen, die es leider nicht ins 21. Jahrhundert geschafft haben.
Vor dieser Kulisse werden 2 sehr unterschiedliche Frauen ermordet, und lange tappt der Leser im Dunklen. Die Auflösung ist letztendlich stimmig, wobei sie mir eine Spur zu schluderig und oberflächlich war, die wahren Motive des Mörders kommen in der vorangegangen Erzählung meiner Meinung nach zu kurz, aber das tut einer gewissen Grundspannung keinen Abbruch.
Letztendlich lebt das Buch vom Lokalkolorit, den Originalen einer Stadt und der herrlichen Altwiener Sprache, und damit hab ich mich prächtig unterhalten. Ich freu mich auf Teil 2, der schon am Nachtkasterl auf mich wartet.
 

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

In ihrer dunkelsten Stunde

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 30/11/2011 - 14:10
Inhaltsangabe

Eine ungewöhnliche Aufgabe für Avvocato Guido Guerrieri: Manuela, eine Studentin aus Rom, ist spurlos verschwunden, und der Polizei fehlt jeglicher Hinweis. Nun soll die Akte geschlossen werden – doch die verzweifelten Eltern bitten Guerrieri, dies zu verhindern. Schnell wird klar, dass er hier weniger juristisch nach einem Formfehler zu suchen hat, als vielmehr nach einer Möglichkeit, das unerklärte Verschwinden der jungen Frau doch noch aufzuklären und seinen Auftraggebern Gewissheit über das Schicksal ihrer Tochter zu verschaffen.
Und je mehr Guerrieri nachforscht, desto deutlicher wird, dass all jene, die Manuela gut kannten, mehr wissen, als sie sagen – und mit allen Mitteln versuchen, die grausame Wahrheit zu verbergen …

Meine Gedanken zum Buch:

Endlich der lang ersehnte 4. Teil der Guido-Guerrieri-Reihe! Und, wie erwartet, lässt auch dieses Buch nichts zu wünschen übrig. Natürlich nur, wenn man sich für den Protagonisten und seine Umgebung interessiert, für seine Kindheit in Bari, für die Menschen dort, das dubiose Nachtleben und die bewegte Geschichte dieser Hafenstadt. Diese Dinge sind es, die Carofiglio-Fans schätzen. Dazu kommen natürlich die einfühlsamen Geschichten, die immer einen direkten Bezug zum aktuellen Geschehen und Leben unserer Zeit haben.
 
Der Autor, früher selbst Staatsanwalt im Kampf gegen das organisierte Verbrechen, kennt das Rechtssystem in Italien wie seine Westentasche, vor allem auch seine Mängel und Schwächen. Mitten in diesem täglichen Kampf um das Wohl seiner Klienten, wird Guerrieri mit der Suche nach einem verschwundenen Mädchen beauftragt und gerät in einen Strudel von Ereignissen, die sein eigenes Selbstbild völlig durcheinanderbringen.
 
Berührend und amüsant ist seine Freundschaft mit der ehemaligen Prostituierten Nadia und ihrem "Monsterhund" Pino, den er liebevoll "Baskerville" nennt.
 
Für mich knüpft Carofiglio mit diesem Buch nahtlos an sein letztes, "Eine Nacht in Bari" an, einem autobiografischen Roman, in dessen Mittelpunkt die Wandlung einer Stadt steht.
 
Alles in allem ist es für sich allein gestellt eine spannende Lektüre, jedoch glaube ich, dass man sie nur wirklich genießen kann, wenn man auch die drei Vorgänger dazu gelesen hat. Wenn man dann noch, so wie ich, Apulien liebt und Bari, DANN ist es ein Lesehochgenuss der besonderen Art.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Dein Lieblingsbuch im Bücherforum nicht gefunden?

Werde selbst Buchpate!

Inhaltsangabe bzw. Zusammenfassung - selbst verfasst oder der Buchklappentext, Zitate, Quellenangaben, deine Meinung, und schon bist du Buchpate. Wir freuen uns auf deine Lieblingsbücher.

Stelle deine Bücher im Forum vor und diskutiere mit anderen bookreaders über das Buch. Rezension bzw. Rezensionen sind zwar "hübsche" Worte, auf bookreaders.at schreibt einfach jeder seine Meinung in der Diskussion. Eine Bewertung des Inhalts mit Sternchen oder dergleichen, wie sie in Buchbesprechungen üblich scheint, gibt es auf bookreaders.at nicht. Was zählt sind die persönlichen Eindrücke über den Inhalt, den Autor, ... Wir freuen uns über jede Buchvorstellung.