Wien

Ihr Blumen aus Eis

Bild von nitti
Verfasst von  nitti am Mo, 15/02/2010 - 11:56
Inhaltsangabe

Aufgewachsen in einer Bauernfamilie in Tirol, erlebt die Autorin ihre Kindheit wenig geliebt und geprägt von einem oft betrunkenen und grausamen Vater, einer wehrlosen Mutter sowie von harter Arbeit.

Als sie im zarten Alter von 18 Jahren den feschen Bernie, der immerhin zehn Jahre älter als sie ist, kennen lernt, scheint sie endlich ihr Glück gefunden zu haben. Doch nur alsbald soll sich dessen wahrer Charakter offenbaren: Alkohol- und sexsüchtig, hinterlistig und gemein, demütigt und ruiniert er sie seelisch und finanziell, dieses naive und so sympathisch mit Gottvertrauen ausgestattete Mädel.
Und so bleibt ihr eine psychiatrische Behandlung, die sie nur widerwillig über sich ergehen lässt, nicht erspart.
Wird sie nach zwei weiteren mißglückten Partnerschaften endlich zu sich und ihrem Glück finden?

Franziska Fischbach erzählt diese tragische Geschichte so ergreifend, dass selbst der sonst eher rational und wenig emotional veranlagte Leser hier und da ganz schön mitleidet, sich aber um so mehr freut, wenn das Licht am Ende des Tunnels in Sicht ist...

Meine Gedanken zum Buch:

Dieses Buch hat mich noch lange nachdem ich es gelesen habe, bewegt. Was sich diese Frau alles in ihrem Leben gefallen lassen musste und doch hat sie niemals den Glauben an sich selbst verloren. Zum Schluss muss ich noch festhalten, dass man sich sehr in die Autorin hineinversetzen kann, da sie ihre Gefühle und Gedanken intensiv beschreibt und preisgibt.

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Glockengasse 29

Bild von Fürsorgezögling
Verfasst von green bookreader Fürsorgezögling am Mi, 30/12/2009 - 18:29
Inhaltsangabe

Vilma Neuwirth überlebte als 10-17jähriges Mädchen
den Terror der NS Herrschaft als Sternträgerin in der Wiener Glockengasse und erzählt in ihren Erinnerungen an die Jahre 1938 bis 1945 eindringlich von Veränderunge unter den neuen Machthabern, von der antisemitischen Hetze der Nachbarn, won jugendlichem Leichtsinn und dramatischen Änderungen.

Meine Gedanken zum Buch:

Immer wieder erschreckend wie "normale Menschen" und einst  liebenswerte Nachbarn zu Bestien werden können wenn es zu ihrem Vorteil ist. Eine andere Schriftstellerin nannte solche Dinge "Banalität des Bösen", d a s  werde ich nie verstehen.

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Herr Mozart wacht auf

Bild von Lothar Gross
Verfasst von yellow bookreader Lothar Gross am So, 27/12/2009 - 16:52
Inhaltsangabe

Am Vorabend noch hat er auf dem Sterbebett gelegen. Nun erwacht Wolfgang an einem unbekannten Ort und - wie ihm nach und nach klar wird - in einer fremden Zeit. Die Ungeheuerlichkeit seiner Zeitreise ins Jahr 2006 kann er sich nur mit einem göttlichen Auftrag erklären: Er soll endlich sein Requiem beenden.
Als wunderlicher Kauz und lebender Anachronismus irrt Wolfgang durch das moderne Wien, wagt nicht mehr, sich Mozart zu nennen, und scheitert an U-Bahntüren und fehlenden Ausweisen. Einzig die Musik dient ihm als Kompass, um sich in der erschreckend veränderten Welt zu orientieren. Zur Seite stehen ihm ein polnischer Stehgeiger, das Mädchen Anju und seine Lust, hergebrachte Harmonien auf den Kopf zu stellen. Doch je länger sich Wolfgang in der fremden Zeit aufhält, desto drängender wird die Frage, was ihn erwartet, wenn er das Requiem vollendet hat.

Meine Gedanken zum Buch:

Ein absolut phantastischer Roman, in jeder Hinsicht. Die Vorstellung, ein Mensch irrt in einer anderen Zeit umher, ist ja schon kurios und in unzähligen Bücher bereits vermarktet worden, aber meistens ist es umgekehrt, dassein moderner Mensch in die Vergangenheit versetzt wird. Aber hier gerät Mozart in unsere Zeit, und das ist noch einmal anders, denn im Gegensatz zu einem Menschen der heutigen Zeit, der sich ohne unsere Technik zurecht finden wird, steht ein Mensch aus dem 18. Jahrhundert vor unlösbaren Problemen.

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Der Duft von Schokolade

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 16/12/2009 - 09:20
Inhaltsangabe

Für August klingt es wie ein Traum: Als der junge Leutnant 1881 seinen Dienst bei der k. u. k. Armee Österreich-Ungarn quittiert, liegt ein ganzer langer Sommer in seiner Heimatstadt Wien vor ihm. Erst im Herbst soll er bei seinem Onkel, einem Schokoladenfabrikanten, seine neue Stelle antreten. Dann jedoch trifft er die selbstbewusste Elena Palffy, deren Mann erst kurz zuvor unter mysteriösen Umständen verschwunden ist, und die unter dem Verdacht steht, ihn umgebracht zu haben. Mit außergewöhnlichen Schokoladenkreationen wirbt August um sie und gewinnt schließlich ihr Herz. Doch nach dem Brand in der Wiener Oper bleibt Elena spurlos verschwunden ...

Meine Gedanken zum Buch:

Ein sinnliches Leseerlebnis, das einem die Düfte des Kaffees, der Schokolade und Gewürze fast riechen lässt. Frauen, so unterschiedlich wie dunkle, bittere Schokolade und das helle, süße Nougat, ein Mann, für den Gerüche zu Bildern werden, eine Geschichte, wie sie romantischer und dramatischer nicht sein könnte.
Dazu minutiöse Beschreibung der Wienerstadt um 1881, dem Jahr des großen Ringtheaterbrandes, der fast 400 Todesopfer forderte. Bei der Beschreibung des Flammenmeeres wird einem um eine Spur wärmer, doch die Aufbahrung der verkohlten Leiche läßt einen gleich wieder frösteln - eine Berg- und Talfahrt der Gefühle, die auch der Protagonist August Liebeskind durchmachen muss.
Ein wunderbares Buch, ein Genuss für alle Sinne und auch sprachlich ein Leckerbissen - genau richtig für die Advent- und Weihnachtszeit!
Einzige offene Frage: hat der Mensch, der Klappentext und Kurzbeschreibung geschrieben hat, das Buch auch gelesen??? August hat Elena nicht mit eigens kreiertem Konfekt erobert, sondern mit Dufterlebnissen, und es ist nicht die Wiener Oper abgebrannt, sondern das Ringtheater. Auch wenn dort ebenfalls Opern aufgeführt wurden, ist das doch ein Unterschied, weil es sich um ein anderes Gebäude handelt. So viel nur am Rande.

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Die Teufelsbibel

Bild von headmaster
Verfasst von yellow bookreader headmaster am Mi, 21/10/2009 - 15:28
Inhaltsangabe

Böhmen 1572. In einem halb zerstörten Kloster wird der achtjährige Andrej Zeuge eines schrecklichen Blutbads. Zehn Menschen, darunter seine Eltern, werden brutal ermordet. Andrej kann fliehen und nimmt eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Kirche mit sich: das Wissen um die Existenz des Codex Gigas - der Teufelsbibel. Ein Dokument, das drei Päpste das Leben kosten und die Macht haben soll, das Ende der Welt einzuläuten. Sieben schwarz gekleidete Mönche haben geschworen, das Geheimnis der gefährlichen Handschrift zu behüten. Wer zu viel darüber weiß, muss sterben. Denn der Codex, so heißt es, stammt aus der Feder des Teufels ...

Meine Gedanken zum Buch:

Ursprünglich habe ich das Buch unter "Historische Fantasy" eingeordnet, aber das ist nicht ganz richtig.
Die "fantastischen" Elemente sind nicht wirklich vorhanden, die "Macht" der "Teufelsbibel" ist etwas, das mehr in den Köpfen und Vorstellungen der Menschen existiert und ihre Handlungen bestimmt.
Interessant und gelungen sind die Beschreibungen des Kaiserhofs, des schon ziemlich verrückten Rudolf von Habsburg und seiner Obsession, seltene Artefakte zu sammeln, gut gelungen auch die Schilderungen des Lebens im Wien des 16. Jahrhunderts.
Insgesamt spannende, gut recherchierte und gut geschriebene Unterhaltung auf brauchbarem Niveau.

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Mausi oder Das Leben ist ungerecht

Bild von headmaster
Verfasst von yellow bookreader headmaster am Mi, 30/09/2009 - 14:49
Inhaltsangabe

Der ganz normale Alltagswahnsinn kostet Antonia eine Menge Nerven: Neben dem Job im Immobilienbüro ist da nicht nur ihre ständig trostbedürftige Schwester Marietta, sondern auch noch ihr Vater, ein etwas zerzauster Lebemann, und ihre Tochter Nina, die lieber ihre Sozialkontakte pflegt, als für die Schule zu büffeln. Zu allem Überfluss platzt eine bizarre Plüschmaus in ihr Leben, die mit schnarrender Stimme Befehle erteilt ... Ein hinreißender Roman mit herzerfrischendem Witz, brillanten Dialogen und einer ungewöhnlichen, aber charmanten Titelheldin.

Meine Gedanken zum Buch:

Eine Immobilienmaklerin, die sich in die zu verkaufenden Häuser verliebt.
Ihre Schwester, die ihren verheirateten Freund anhimmelt.
Ihre Tochter,die gerne einen Vater hätte, der sich auch wie ein Vater benimmt und behauptet, deshalb so schlecht in der Schule zu sein.
Ihr Vater, der als ehemaliger Schauspieler sich noch immer für den Traum aller Frauen hält.
Ihr Exmann, der genau die Frau geheiratet hat, die er verdient.
Ihre Nachfolgerin, die genau den Mann gekriegt hat, den sie verdient.
Ihr Liebesleben, das nicht vorhanden ist.
Und ihre Plüschmaus, die plötzlich lebendig wird, sich als Prinzessin vorstellt, alle in der dritten Person anspricht und das Leben von Antonia und ihrer Familie in ihre vornehmen Pfoten nimmt... Manchmal hab ich schallend gelacht beim Lesen!
Ein echtes "Goodie" für Zwischendurch! 

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Der Brenner und der liebe Gott

Bild von Michael Hausmann
Verfasst von green bookreader Michael Hausmann am Mo, 07/09/2009 - 20:58
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Nicht dass du jetzt glaubst der Brenner läuft dem Kriminellen nach. Gegenteil. Der Brenner sucht eigentlich die Ruhe. Doch das Kriminelle lässt den Brenner nicht in Ruhe. Das ist nämlich Naturgesetzt. Und jetzt hör gut zu.
Endlich hat der Brenner einen ruhigen Job. Also eine ruhige Kugel wie man so sagt gerade nicht, aber doch. Ruhig vor allem nicht, weil die Helena redet in einem fort. Das Weibliche wirft halt schon seinen Schatten voraus ins Kleinkindalter. Und wie die dann entführt wird, legt der Brenner eine Eins-A Ermittlung hin.
Aber die schöne Aussicht in Kitzbühel kann er trotzdem nicht geniessen. Obwohl der Brenner schon ein Genussmensch, gewissermassen. Aber da im Speziellen keine Aussicht. Weil in der Senkgrube. Siehst du, da war dem Brenner aber auch die Aussicht wurscht. Vor allem wie der braune Gatsch über seinem Scheitel zusammengeploppt ist. Plopp plopp. Zum Glück sag ich hat er schon vorher ordentlich gekotzt. Weil jetzt unmöglich....

Meine Gedanken zum Buch:

Wolf Haas muss man mögen genauso wie die Lethargie des Brenner. Wenn beides der Fall ist, wird man feststellen, dass der neue Simon Brenner alles bisher dagewesene in den Schatten stellt. Einen Fall lösen quasi durch nicht-ermitteln. Nur immer zufällig dort sein, wo gerade schon wieder was passiert.

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Hexendreimaldrei

Bild von mausezahn
Verfasst von grey bookreader mausezahn am Sa, 18/07/2009 - 20:56
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Auf dem Klo, während der Hochzeit ihres Märchenprinzen mit einer anderen passiert es: Olivia spielt mit dem Feuer und prompt erscheint ihr eine Fee. Also, äh, ein Feerich. Im rosaroten Tütü. Sie hat einen Wunsch frei. Und weil man so etwas ja einfach nicht ernst nehmen kann, wünscht sie sich einfach, der Prinz möge ein Frosch werden. Von da an beginnt ein wahnwitziger Wettlauf mit der Zeit, denn in London gibt es eine geheimnisvolle Hexenvereinigung, die die Verwandlung rückgängig machen kann, jedoch nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen...

Meine Gedanken zum Buch:

Aberwitzig! Schräg! Genial! Selten hat mich ein Buch so überrascht. Da wimmelt es nur so von unglaublichen Einfällen. Ein Feerich im Tüll-Tütü, ein Pakt mit einem wiedererweckten toten Dichter, eine sprechende schwarze Katze, eine frustrierte Hexe, ein unterirdisches Horrorparadies, dazu die tollen Querverbindungen zu Grimms Märchen und ein extrem spannendes Wettrennen, um diesen verwünschten, geliebten Frosch wieder in einen Menschen zurück zu verwandeln. Genregrenzen werden hier gesprengt. Es ist ein Frauenroman ohne Klischees, der Elemente von Märchen, Zitate von Shakespeare und Querverbindungen zu Harry Potter so perfekt miteinander verschmilzt, dass man am Ende absolut davon überzeugt ist, dass in London tatsächlich richtige Hexen leben und dass es essenziell ist, gut auf seine goldene Kugel aufzupassen. Ein spannendes, lustiges und romantisches Lesevergnügen von vorne bis hinten! Ich konnte es kaum weglegen. Große Empfehlung!

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Ballerina

Bild von sonja
Verfasst von yellow bookreader sonja am Sa, 23/05/2009 - 06:12
Inhaltsangabe

Die Wiener Staatsoper spielt "Carmen". Doch noch während die Aufführung in wollem Gang ist, wird in den Gaderoben eine Tote gefunden. Eine der spanischen Tänzerinnen wurde brutal ermordet.
So viel ist sicher, sie muss ihren Mörder gekannt haben. Bei seinen Ermittlungen muss der Kommissar jedoch eines erkennnen: Die Welt der Oper stellt einen eigenen Mikrokosmos dar, in dem Regeln herrschen, die sich aufs Äußerste von der Realität der normalen Welt unterscheiden und in den Ausßenstehenden nur schwer eindringen können.

Meine Gedanken zum Buch:

Wow. Kaum ein Autor verschafft es einen so gefühlvollen Roman zu schreiben.
Bei dem Buch sind Eigenschaften wie Spannung eher nebensächlich. Die ganze Geschichte liest sich fast wie ein Gedicht. Es ist einfach in die Gefühlswelt der Charaktere einzutauchen.
Interessant ist auch, dass man zuerst einen Überblick über die Menschen in der Oper bekommt und später wird in drei bzw. vier Charakter eingegangen. 
Ein Buch das mich sehr positiv überrascht hat und auch das Ende ist passend.

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Die Nibelungen - neu erzählt

Bild von Sabine Stachl
Verfasst von bookreaders team member Sabine Stachl am So, 17/05/2009 - 13:53
Inhaltsangabe

Als strahlender Held zieht Siegfried, der Drachentöter, mit dem Schatz der Nibelungen in den Hof der Burgundenkönige ein, um die schöne Kriemhild zu freien. Prachtvoll wird dei Doppelhochzeit von Siegfried/Kriemhild und Gunther/Brünhild am Wormser Hof gefeiert. Doch dann setzt ein, was an Intrigen, Hinterhalt und Mord, an Hass und Rache kaum mehr zu überbieten ist und nach der Ermordung Siegfrieds mit dem grausigen Tod Hagens und Kriemhilds endet.

Meine Gedanken zum Buch:

Eigentlich hatte ich nicht richtig Lust, dieses Buch zu lesen. Aber dann hab ich angefangen und es in zwei Tagen ausgelesen.
Dramatisch, romantisch, lustig...

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