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Ublilsk

Bunny und Blair

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 28/09/2010 - 10:32
Inhaltsangabe

Kurzbeschreibung von Amazon:
Im Alter von 33 Jahren werden die siamesischen Zwillinge Bunny und Blair voneinander getrennt. Bunny kränkelt nach der Operation vor sich hin, während Blair seine sexuelle Freiheit genießen will. Tausende Kilometer entfernt, in der Bürgerkriegsregion am Fuße des Kaukasus, erstickt Ludmilla Iwanova ihren zudringlichen Großvater. Nun soll sie sich für den Unterhalt der Familie prostituieren. Ihr Foto landet auf der Website eines dubiosen Heiratsvermittlers, und so verliebt sich Blair in Ludmila. Seinen Bruder im Schlepptau, macht er sich auf den Weg gen Osten, um die Frau seiner Träume zu treffen. Es entspinnt sich ein aberwitziges und atemberaubendes Drama, in dem sich alles um die Macht der Triebe, die Überzeugungskraft von Kalaschnikows und ein sättigendes Englisches Frühstück dreht.

Meine Gedanken zum Buch:

DBC Pierre's erstes Buch "Jesus von Texas" war ein großer Erfolg - mit Recht. Sein Nachfolgewerk  wurde von der Kritik durchwegs negativ aufgenommen, auch die Leser konnten sich damit nur bedingt anfreunden.
 
Ich selbst muss dazu sagen, dass ich während des Lesens stets einen Film im Kopf ablaufen hatte, eine Mischung zwischen Kaurismäki und Tarantino. Skurril, trist, brutal, schwarz-weiß und grellbunt auf einmal.
Einerseits erleben wir die gerade erst voneinander getrennten siamesischen Zwillinge Bunny und Blair, die auf für sie nicht nachvollziehbare Weise in die englische Gesellschaft eingegliedert werden sollen, was zu slapstickartigen Szenen führt. Andererseits begleiten wir Ludmilla durch die Wirren eines Bürgerkrieges in einer fiktiven Gegend im Kaukasus. Immer wieder musste ich an Gogols "Tote Seelen" denken, an diesen schrägen Galgenhumor, der so treffend die Missstände im Russland des 19. Jahrhunderts beschreibt.
 
Alles in allem ist dieses Buch eine Satire auf die englische Gesellschaft und die russische Seele, und gleichzeitig eine berührende Geschichte von Menschen, die in Umständen gefangen sind, die sie emotionell binden und ihnen die Freiheit nehmen, das zu tun, was sie sich im Innersten wünschen.
Wenn man sich an Brachialsprache nicht stößt und die blutige Gewalt im Sinne eines Tarnatino als Mittel zum Zweck sehen kann, ist dieses Buch ein Leseerlebnis der besonderen Art, das ich allen Menschen mit einem Sinn für schrägen Humor nur empfehlen kann.

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