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Rio de Janeiro

Perspektivenwechsel 03: Die Großstädter

Bild von AlbertKnorr
Verfasst von white bookreader AlbertKnorr am So, 13/05/2012 - 11:16
Inhaltsangabe

Die Großstädter nennt sich das jüngste Mitglied der Buchreihe Perspektivenwechsel. Die Auswahl der 20 Geschichten (jede über eine andere Metropole) ist gut gelungen. Lediglich drei davon wollte ich nicht zu Ende lesen.

Umgekehrt gibt es aber auch drei Erzählungen, die mir besonders gut gefallen haben. Ihre Autoren haben es aus meiner Sicht am besten verstanden, die Beschreibungen der jeweiligen Städte in ihre Geschichten zu integrieren. Nämlich so, dass sie beim Lesen zum Leben erwachen und den Leser in die jeweilige Stadt/Zeit mitnehmen:

Orhan Pamuk entlockt einem das eine oder andere Schmunzeln, wenn er von Bauvorschriften und Erdbeben in Istanbul berichtet. Ernest Hemingway wartet mit einer tragisch bis komischen Geschichte über den Stierkampf in Madrid auf, und Georg Elterlein nimmt sich eines kohleschaufelnden Kettenrauchers in Wien an, der einem Jungen dabei hilft, seine Liebe für das Bezirksmuseum zu entdecken.

Geschmacklich irgendwo dazwischen bewegen sich die anderen Geschichten, sodass für jeden das Passende dabei sein sollte. Ganz anders als gewohnt, ist beispielsweise Ian Flemings Geschichte über James Bond in New York. Interessant auch die Gegenüberstellung von Ost- und West-Berlin in zwei Erzählungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nachdenklich lassen einen Hamburg und Las Vegas zurück.

Meine Gedanken zum Buch:

Fazit: Der Septime Verlag beweist duch die Mischung alter Größen mit frischen Talenten ein glückliches Händchen bei seinem neuen Perspektivenwechsel.

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Im Schatten der Zeit

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 12/03/2012 - 17:05
Inhaltsangabe

Die Lebensreise einer bemerkenswerten jungen Frau im Jahrhundert der Extreme: ein sensibler, wortmächtiger und bilderreicher Roman. Anna kam am 3. Dezember 1909 in Wien zur Welt und war die zweitälteste der vier Töchter des Glasmalermeisters Franz Goetzer. Lakonisch beginnt der neue Roman von Erika Pluhar. Er erzählt die Geschichte einer hochbegabten Frau, die zwischen den Weltkriegen an der Wiener Kunstakademie studiert und von einem selbstbestimmten Leben träumt. Doch Annas Auswanderung nach Brasilien, ihre Ehe und vor allem der aufkeimende Nationalsozialismus verhindern für lange Zeit diesen Traum. Einfühlsam beschreibt Pluhar die Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste der jungen Anna, die im Jahrhundert politischer Extreme aufwächst. Österreich, Brasilien, Deutschland und Polen sind die Stationen ihres Lebens, das einen unerwarteten Verlauf nimmt. Ein sensibler, wortmächtiger und bilderreicher Roman der großen österreichischen Autorin.

Meine Gedanken zum Buch:

Erika Pluhar hat einen wunderbaren Roman geschrieben, der mich noch länger nicht loslassen wird. Es geht um eine kreative junge Frau im Wien vor und während des 2. Weltkriegs, die unglaublich mutig an ihr Leben herangeht und zugleich die Augen vor so vielem verschließt.
 
Ich denke, es ist die sehr ehrliche Geschichte einer Österreicherin, die mit den Nazis nichts am Hut hatte, aber halt ihren Mann walten ließ. Bis auch dieser nicht mehr mit dem leben konnte, zu dessen Handlanger er sich gemacht hatte und freiwillig als einfacher Soldat in den Krieg zieht, Frau und Kinder allein zurücklässt. Unglaublich berührend ist der Teil der Geschichte, in dem Anna mit ihren drei Mädchen ums Überleben kämpft, auf sich allein gestellt, immer wieder auf die Hilfe von freundlichen Menschen angewiesen.
 
Ein Aspekt hat mich total überrascht, daran hatte ich noch nie gedacht, davon hab ich auch noch nie gehört. Anna hatte nach dem Krieg viel weniger Angst vor den Russen als davor, dass die Juden kommen und sich im gleichen Ausmaß dafür rächen würden, was man ihnen angetan hat. Dieser Gedanke ist für mich ganz neu, aber er ist natürlich logisch für diejenigen, die irgendwann einmal doch mitbekommen haben, was da passiert.
 
Alles in allem ein empfehlenswertes Buch über ein Frauenschicksal, das stellvertretend für so viele ähnliche steht, in schnörkelloser aber liebevoller Sprache erzählt, so, wie man sie von Frau Pluhar auch gewohnt ist. Da die Namen der fiktiven Familie großteils mit denen von Pluhars Familie übereinstimmen, darf man wohl davon ausgehen, dass vieles aus mütterlichen Erzählungen und eigenen Erlebnissen übernommen wurde.

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Elf Minuten

Bild von Alex Gölles
Verfasst von yellow bookreader Alex Gölles am Di, 20/11/2007 - 21:43
Inhaltsangabe

Als junges Mädchen verlässt Maria ihr Dorf in Brasilien, um nach Rio de Janeiro zu gehen. Sie will Abenteuer, Geld und Ruhm - und einen Mann fürs Leben. Durch eine Modelagentur gerät sie an einen Mann, der sie mit nach Europa nimmt, wo sie in einem Nachtclub landet und als Prostituierte zu arbeiten beginnt. Lange Monate verkauft sie ihren Körper, ohne groß nachzudenken; sie gewinnt hauptsächlich die Erkenntnis, dass ein durchschnittlicher Geschlechtsakt elf Minuten dauert. Sie hortet das Geld, das sie verdient, da ihr Traum darin besteht, mit vollen Taschen nach Hause zurückzukehren und sich und ihren Eltern eine Farm zu kaufen. Bis sie in einem Café einen Mann kennenlernt und sich in ihn verliebt. Maria spürt, dass sie Seelenverwandte sind. Gleichzeitig gerät sie an einen "besonderen Freier", der ihre sado-masochistische Seite weckt und sie zu neuer Lust treibt. Maria erfährt, dass Liebe und Lust zwei verschiedene Dinge sind.

Meine Gedanken zum Buch:

Obwohl ein sehr "schlüpfriges" Thema, wird es von Coelho absolut souverän behandelt. Nie rutscht er "unter die Gürtlelinie" und wenn dann sehr stilvoll.
Ausserdem eine sehr schöne Liebesgeschichte und natürlich tragisch *seufz*
 

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