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London

Zwei bemerkenswerte Frauen

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Verfasst von  Jeromina am Mi, 18/04/2012 - 15:47
Inhaltsangabe

Es geht in diesem Buch tatsächlich um zwei außergewöhnliche Frauen. Die drei unverheirateten Schwestern von John Philpot werden nach Lyme Regis verfrachtet, damit der Bruder mit seiner Familie in London standesgemäß leben kann.Für die Schwestern reicht das Erbe von 150 Pfund im Jahr nur zu einem Leben in Lyme. Louise und Elizabeth haben sich - reizlos und ohne nennenswerte Mitgift - mit ihrer Jungfernschaft abgefunden; Margaret muss es noch lernen. Als Elizabeth am Strand die ersten Fossilien findet, ist es um sie geschehen. Sie hat ihre Lebensbeschäftigung gefunden. Bei ihrer Suche am Strand lernt sie Mary Anning kennen, die Tochter eines Tischlers, die jeden Tag nach Kuriosiäten sucht, die sie an Touristen verkauft. Elizabeth lernt viel von Mary. Eines Tages entdeckt Mary ein Krokodil-ähnliches Fossil in den Klippen von Lyme. Im Jahre 1830 glaubt man noch daran, dass die Erde erst ein paar Tausend Jahre existiert und die Vorstellung, dass es vielleicht Tiere gegeben hat, die ausgestorben sind, ist für die meisten Menschen völlig undenkbar.
Als Elizabeth den Geistlichen Reverend Jones fragt, wie es kommt, dass die Tierskelette in die Steine gelangen und zu Fossilien werden, wenn es doch in der Genesis heißt, dass die Steine zuerst kamen, antwortet er ihr: "Als ER die Steine schuf, hat Gott die Fossilien eingefügt, um unseren Glauben auf die Probe zu stellen und ihren Glauben stellt er eindeutig auf die Probe, Miss Philipot."
Mary entdeckt auch noch ein Schildkröten-ähnliches Fossil mit einem sehr langen Hals wie bei einem Schwan. Durch ihre spektakulären Funde, sichert sie ihrer Familie über die Jahre ein gutes Auskommen und führt sie damit aus der früheren Armut heraus. Gesellschaftlich wird sie jedoch niemals anerkannt.
Die Freundschaft zwischen ihr und Elizabeth wird durch Eifersucht eine Zeit lang auf eine harte Probe gestellt, doch finden die beiden so unterschiedlichen Frauen wieder zusammen und widmen sich weiterhin den rätselhaften Versteinerungen am Strand von Lyme Regis.

Meine Gedanken zum Buch:

Dieses Buch las sich wunderbar und ich fand es äußerst interessant, obwohl mich beim Lesen manchmal die Wut gepackt hat über die damalige Männerwelt. Eine tollen historisch fundierte Geschichte über diese beiden bemerkenswerten Fossiliensammlerinnen, von denen ich noch nie gehört hatte. Andererseits auch wieder diese aus unserer heutigen Sicht ungeheuerliche Unterdrückung der Frauen, denen nicht einmal erlaubt wurde, bei einem Vortrag der Geologischen Gesellschaft zuzuhören, geschweige denn, dass sie das Wort ergreifen durften.

Im Laufe der Jahre hat Mary Anning damals außer dem Ichthyosaurier auch noch den Plesiosaurier gefunden. Diese sind im Natural History Museum in London ausgestellt und ein kopfloser Plesiosaurier von ihr in der paläontologischen Galerie des Musèe National d'Histoire Naturelle in Paris.
Von Elizabeth Philpot gibt es eine Fossiliensammtlung, die sich im Oxford University Museum of Natural History befindet. Außerdem gibt es in Lyme Regis das Philpot-Museum.

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Das Buch Gabriel

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 13/04/2012 - 13:30
Inhaltsangabe

Gabriel Brockwell, als Idealsit und Alltagsphilosoph dem Alkohol und den Drogen nicht abgeneigt, hat genug vom Leben. Er beschließt, sich umzubringen, doch halt: nicht sofort. Vorher will er es noch einmal richtig krachen lassen. Seine Reise führt ihn von einer englischen Entzugsklinik nach Tokio, wo er eine Nahtoderfahrung in einem japanischen Restaurant hat, und weiter nach Berlin, wo ein orgiastisches Bacchanal in den Katakomben des Flughafens Tempelhof stattfinden soll - immer dem Genuss verpflichtet, auf der Suche nach der ultimativen Party. Dem Leben entsagt, und doch noch nicht tot. Gabriel ist im zwischenreich der endgültigen Gedanken angelangt, dem Fegefeuer der letzten Erkenntnisse.

Das Motto: Dekadenz. Das Buch Gabriel ist eine grandiose Allegorie unserer Zeit und ihrer Huldigung des Banalen. Es ist zugleich die unsagbar traurige, unendlich komische und unbeirrt optimistische Geschichet von einem, der lieber utergeht, als sich anzupassen. Und während Gabriel seine Abenteuer erlebt, sehen wir ihm dabei zu, wie er vor unseren Augen auseinanderfällt - und neu aufersteht.

Meine Gedanken zum Buch:

"Wenn deine moralischen Grundsätze nicht mehr tragen, ändere die Grundsätze". Damit beginnt dieses Buch, das einen in die tiefsten Tiefen der menschlichen Seele führt. London, Tokio, Berlin in drei Tagen - wie in der Hochschaubahn zischen die Orte am Leser vorbei, nirgends kann er lang genug verweilen, um sich genauer umzusehen.
Profit, Gier und vor allem die Suche nach dem absolut Abgefahrenen bestimmen die Welt, in der Gabriel sich plötzlich wiederfindet, um seinem einzigen Freund das Leben zu retten. Ganz nebenbei findet er dabei auch zu sich selbst und stellt fest, dass er sich selbst entscheiden kann, ob er erwachsen werden will oder nicht.
In bekannter Manier zeichnet DBC Pierre ein skurriles Bild unserer Welt und spart nicht mit Kritik an dem, was unseren Alltag ausmacht. Überzeichnet, grell und viel zu bunt ist das Bild, das er uns präsentiert. Und mitten drin ein viel zu sensibler junger Mann, der an dieser Herausforderung zu zerbrechen droht.
Ein schräges Buch, typisch für diesen Autor, den man gewiss nur Lesern empfehlen kann, die einen Sinn für die Sprache der Jugend und einen abgefahrenen Humor haben, der mehr als einmal an die Grenzen der Geschmacklosigkeit stößt.
 
Beachtenswert finde ich übrigens die Umschlaggestaltung: "Affen als Kunstrichter" von Gabriel Cornelius von Max - ein gruseliges Bild!

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The Amulet of Samarkand: The Bartimaeus Trilogy, Book 1 ("Das Amulett von Sarmakand") (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 13/04/2012 - 12:47
Inhaltsangabe

Der Dschinn Bartimäus bekommt eines Tages in London den Auftrag, dem hochnäsigen Zauberschüler Nathanael zur Seite zu stehen: ein Auftrag, der Bartimäus zunächst alles andere als glücklich macht. Doch schon bald stecken die beiden in einem Abenteuer, das sie wie Pech und Schwefel zusammenschweißt. Nathanael versucht sich am mächtigen Zauberer Simon Lovelace zu rächen und ihm das berühmte Amulett von Samarkand zu stehlen. Und mit Bartimäus’ Hilfe könnte ihm das auch gelingen ...

Meine Gedanken zum Buch:

Für Freunde von Jugend-Fantasy ist diese Serie ein Muss! Mit viel Humor und einem Augenzwinkern erzählt Jonathan Stroud die Geschichte des jungen Nathaniel, der sich beim Heraufbeschwören des frechen Dschinns Bartimäus noch nicht bewusst ist, worauf er sich da eigentlich einlässt. Klar, der Dämon muss ihm zudiensten sein, das ist magisches Gesetz, aber auch dieses lässt sich biegen und interpretieren, und so geraten die beiden immer tiefer in einen Sumpf aus Magie, Betrug und Verschwörung, dem sie nur mit knapper Not entkommen.
 
Ich hab mehr als einmal schmzunzeln müssen über die (im Buch als Fußnoten geführten) Anmerkungen von Bartimäus zu den unterschiedlichsten Fachbegriffen aus der Welt der Magie. Der Dschinn erzählt in Ich-Form und schildert vieles, das wir schon aus Nathaniels Geschichte kennen, aus einer Persepektive, die einem Normalsterblichen wohl mehr als fremd erscheinen muss.
 
Alles in allem ein ausgesprochen vergnügliches Lesevergnügen für Kinder ab 12, würde ich sagen, und für Erwachsene, die sich, so wie ich, bei Jungend-Fantasy blendend unterhalten können. Das englische Hörbuch wird von Simon Jones ganz hervorragend gelesen, aber ich habe gehört, dass Rufus Beck bei der deutschen Version seine Sache ebenso gut macht.

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Der letzte Werwolf (Kindle Edition)

Bild von TinaMarie
Verfasst von yellow bookreader TinaMarie am Di, 10/04/2012 - 11:59
Inhaltsangabe

Er ist der letzte seiner Art; seit Jahrhunderten wurden Werwölfe von einer internationalen Organisation gejagt und getötet.

Jake Marlowe ist müde und gelangweilt von einem Leben, welches bestimmt wird von seinem Instinkt, einmal im Monat bei Vollmond Menschen zu töten und zu essen. Nach 167 Jahren hat er sich entschieden, sich den Jägern zu stellen und so seinem Leben ein Ende zu machen.

Aber es gibt Fraktionen, die ihn lebend wollen ...

Meine Gedanken zum Buch:

Dies hier sind seine Memoiren, in denen er detailliert beschreibt, wie er seine Opfer auswählt, wie er sie zur Strecke bringt (nichts für schwache Nerven), was er dabei empfindet und wie sehr er das alles genießt.
 
Er ist keine netter Typ - ganz im Gegenteil - und trotzdem habe ich irgendwann in der Mitte des Buches angefangen, für ihn zu hoffen und ihn sogar zu mögen.
 
Das Buch ist spannend geschrieben, mit unerwarteten Wendungen bis hin zum überraschenden Showdown.

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Wüstensand und Sternenzelt

Bild von biosigerlmeyer
Verfasst von grey bookreader biosigerlmeyer am Fr, 27/01/2012 - 09:47
Inhaltsangabe

Als Patricia Holton einen Sommer lang zwei junge arabische Männer in ihre Familie aufnahm, begann für sie die Faszination durch die arabische Welt. Sie besuchte die Großfamilie in den Vereinigten Arabischen Emiraten, lernte die Scheicha und die anderen Frauen der Familie - den Harem - kennen, nahm an den Familienfesten teil, genoß den Zauber der Wüste und die Herzlichkeit ihrer "arabischen Familie".

Meine Gedanken zum Buch:

Ein humorvoller Einblick in die arabische Seele der 70er Jahre, als die Beziehungen zum Westen noch unbelastet waren und von gegenseitiger Wertschätzung, das Leben einer arabischen Scheichs-Familie noch recht traditionell war. Man merkt, dass es der Autorin wichtig ist, diese ganz andere Welt mit ihren Sippen, verschleierten Frauen und ganz anderen Werten und Gewohnheiten, dem Leser näherzubringen, ihn an ihren fast ausschließlich positiven Erlebnissen teilhaben zu lassen.
Ich bewundere sie, wie sie so ganz ohne Vorurteile die beiden jungen Burschen in ihr Haus in London aufnimmt. Sie will ihnen aber nie den westlichen Lebensstil überstülpen, sondern bewahrt immer den Respekt, vor ihrer Kultur. Auch bei ihren Besuchen in der Wüste, fügt sie sich als Gast in die örtlichen Gewohnheiten und wird ein wenig in die große Familie des Scheichs aufgenommen.
 

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Drood (Audiobook)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Sa, 02/07/2011 - 11:06
Inhaltsangabe

London im Jahr 1865: Bei einem dramatischen Eisenbahnunglück finden etliche Menschen den Tod. Unter den Überlebenden ist der bedeutendste Schriftsteller seiner Zeit: Charles Dickens. Doch nach diesem Ereignis ist Dickens nicht mehr derselbe. Wie besessen macht er sich auf die Suche nach einem mysteriösen Mann namens Drood. Aber wer oder was ist Drood wirklich? Und kann es sein, dass Charles Dickens in seinen letzten Lebensjahren zum kaltblütigen Mörder wird?

Meine Gedanken zum Buch:

Wer sich hier einen Horrorroman im alten Stil von Dan Simmons erwartet, wird enttäuscht sein, denn er hält mit "Drood" im Grunde eine Biografie der beiden Autoren Wilkie Collins und Charles Dickens in der Hand. Natürlich konnte Simmons es nicht lassen, etliche ausgesprochen gruselige Elemente einzufügen, und wer würde sich dafür besser eignen als die geheimnisvolle Figur aus Dickens' unvollendetem Roman "Das Geheimnis des Edwin Drood"?
 
Der Ich-Erzähler Wilkie Collins beschreibt minutiös sein gespaltenes Verhältnis zum "Unnachahmlichen", wie sich Dickens gerne selbst bezeichnet hat. Tiefe Freundschaft und Bewunderung prägen diese Beziehung, aber auch Neid und Eifersucht auf die Anerkennung und den Erfolg von Dickens, an den Collins nie anknüpfen konnte.
 
Historische Fakten, literarische Details und Fantasie prägen diesen Roman. Simmons führt uns auf den Spuren des geheimnisvollen Mr. Drood in die finstersten Ecken von London, in Opiumhöhlen, mystische Tempel und unterirdische Städte. Getrieben von seiner Sucht nach der Droge erliegt Collins den unterschiedlichstenn Wahnvorstellungen und verbeisst sich immer mehr in das Geheimnis, das Dickens seiner Meinung nach vor ihm verbirgt. Drood wird für ihn zu einer fixen Vorstellung, genauso wie die grausige Figur auf der Hintertreppe seines Hauses oder "der zweite Wilkie", sein imaginärer Doppelgänger, der mit der Zeit immer realer wird.
 
Für Liebhaber englischer Literatur ist dieses Buch ein echtes Schmankerl. Ich würde allerdings allen empfehlen, vorher Collins' "The Woman in White" (Die Frau in Weiß) und "The Moonstone" (Der Monddiamant) zu lesen (beide hab ich hier schon vorgestellt), weil Simmons sich immer wieder auf diese Werke bezieht und auch ihre Auflösung kommentiert. Ganz abgesehen davon, dass Collins als der Urvater des Krimis angesehen werden kann und sich wunder bar liest!
 
"Drood" gibt es als Hörbuch gekürzt auf CD oder ungekürzt - und das würde ich in diesem Fall auf jeden Fall empfehlen - exklusiv bei audible.de. Detlef Bierstedt liest unglaublich gut, sodass einem das Zuhören keine Sekunde langweilig wird.
 
Ein 100%iger Lese- und Hörbuchtipp für alle Fans der beiden Autoren, die sich an ein paar durchaus passenden Horrorelementen nicht stören.
 
Und wer dann von Drood noch nicht genug hat, dem empfehle ich "Die Wahrheit im Fall D." von Fruttero und Lucentini, ebenfalls ein hervorragendes spannendes Werk zu diesem unvollendeten Werk Charles Dickens'.

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Deliver Us From Evil

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Sa, 02/07/2011 - 10:49
Inhaltsangabe

Wiltshire, during the dying days of Oliver Cromwell's Republic. Robert Vaughan is the son of a Parliamentarian officer who is investigating a series of grisly murders which suggest a link with Satanic rituals at Stonehenge. The return of a notoriously wicked Cavalier, signalling the impending royalist restoration, leads to a terrible tragedy for the Vaughans. Robert's flight from his violent, terrifying past leads him to Restoration London, where he works as scribe for Milton, and where he survives the Plague and the Great Fire. But Robert is led along a dark path, to vampirism and beyond, as he devotes himself to gaining the powers that will enable him to fight an evil killer of seemingly satanic powers. He will travel the globe, from the ancient ghetto of Prague to the virgin forest of the New World, as he aims to gain revenge on those who betrayed him.

Meine Gedanken zum Buch:

Hollands Erstlingswerk "Vampyre" hat mir damals recht gut gefallen, dieses hier ist ein Bisserl mühsam, auch wenn interessante historische Figuren vorkommen, u.a. John Milton und der Earl of Rochester (siehe auch The Libertine - Sex, Drugs & Rococo mit Johnny Depp, eine herrliche Verfilmung über das Leben des poetischen Wüstlings), aus deren Texten sehr ausgiebig zitiert wird. Es geht um den klassischen Kampf gegen das Böse, um Rache, Blutsauger, lebende Tote, den Teufel - es wird also nichts ausgelassen. Ah ja, um die Liebe geht's natürlich auch, eh klar.
 
Die Geschichte beginnt und endet in Stonehenge, einen mystischeren Platz gibt es ja wohl kaum. Sie führt uns aber auch nach Prag zu Rabbi Loew und seinem Golem und in das brennende London.
Alles in allem nette Unterhaltung mit ein paar recht grausigen Elementen, aber auch etwas zäh und auf keinen Fall ein Muss.

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The Distant Hours (Die fernen Stunden)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 24/05/2011 - 13:01
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Ein geheimnisvoller Brief, ein verfallenes Schloss, eine unerfüllte Liebe.

Es beginnt mit einem verloren geglaubten Brief. Ein halbes Jahrhundert hat er darauf gewartet, gelesen zu werden. Die Suche nach dem Absender führt die junge Edie nach Milderhurst Castle, wo seit Jahrzehnten die exzentrischen Blythe-Schwestern leben. Als Edie das verfallene Schloss betritt, beginnt sie zu ahnen, dass hinter den alten Mauern der Schlüssel zur rätselhaften Vergangenheit ihrer Mutter liegt.

London 1939: Als die ersten Bomben auf die Stadt fallen, befindet sich die zwölfjährige Meredith mit einer Gruppe evakuierter Kinder auf dem Weg nach Kent, wo sie Zuflucht bei einer fremden Familie findet. Staunend und eingeschüchtert zieht sie auf das herrschaftliche Milderhurt Castle, wo die siebzehnjährige Juniper mit ihren Zwillingsschwestern und ihrem Vater, dem bekannten Schriftsteller Raymond Blythe, lebt. Sie taucht ein in eine Welt der Geschichten und der Fantasie — bis etwas geschieht, das das Leben des Mädchens für immer verändert. Nie ist sie nach Milderhurst zurückgekehrt, doch das Auftauchen eines lange verschollenen Postsacks führt ihre Tochter Edie auf die Spur einer geheimnisvollen Vergangenheit. Innerhalb der düsteren Gemäuer kommt mehr ans Licht, als Edie sich je hätte vorstellen können. Damals geriet auch die Welt der jungen Juniper Blythe aus den Angeln, doch vielleicht ist es noch nicht zu spät, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu versöhnen.

Meine Gedanken zum Buch:

Erneut hat Kate Morton bewiesen, dass sie wunderschöne Romane schreiben kann. Wie auch schon in "Der verborgene Garten" und "Das geheime Spiel" bewegen wir uns zwischen zwei Epochen - den frühen Kriegsjahren und den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts.
Edie Burchill, eine junge Verlegerin, entdeckt plötzlich die geheime Vergangenheit ihrer Mutter, die eng in Zusammenhang mit der "True Story of the Mud Man" steht, einem Jugendbuchbestseller aus den 20er-Jahren, dessen Autor und seine drei Töchter ein furchtbares Geheimnis umgibt. Anhand von Briefen, Tagebüchern und Gesprächen mit den alten Damen löst sich schön langsam ein Faden nach dem anderen aus dem Wirrnis von verschleiterten Tatsachen und enthüllt nicht nur ein Drama aus Liebe, Eifersucht und Enttäuschung.
Morton beschreibt mit viel Liebe England, seine Landschaften und vor allem die wunderschönen alten Herrenhäuser, die wirklich greifbar vor dem inneren Auge entstehen. Ebenso liebevoll zeichnet sie ihre Charaktere, allen voran die drei altjüngferlichen Schwestern, jede auf ihre Art liebenswert und mysteriös.
Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen mag, bevor man nicht auf der letzten der 670 Seiten angelangt ist. Unterhaltungsliteratur auf höchstem Niveau, für mich in einer Rige mit Daphne du Maurier und Vicki Baum. Ein besonderes Zuckerl für alle, die gerne über Gehemnisse, Bücher und alte Briefe lesen!

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The House of Special Purpose (Das Haus zur besonderen Verwendung)

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Do, 05/05/2011 - 12:37
Inhaltsangabe

Russland 1915: In einem kleinen Dorf verhindert der sechzehnjährige Bauernsohn Georgi mit Glück und Geistesgegenwart ein Attentat auf ein Mitglied der Zarenfamilie. Zar Nikolaus II. ruft Georgi daraufhin nach Sankt Petersburg, wo er ihn zum Leibwächter seines einzigen Sohnes ernennt, der nicht nur als Thronfolger in ständiger Lebensgefahr schwebt. Georgi weicht dem kleinen Zaren fortan nicht mehr von der Seite und findet in ihm einen Freund. In den prunkvollen Sälen des Winterpalais begegnet er auch der Zarentochter Anastasia. Sie verlieben sich, wohl wissend, dass diese Liebe nicht sein darf. Doch Georgi ist entschlossen, für Anastasia bis zum Äußersten zu gehen. Aber dann erhebt sich das Volk gegen den Zaren; das ganze Land taumelt dem Abgrund der Revolution entgegen. Anastasia und ihre Familie werden an einen geheimen Ort verschleppt ins "Haus zur besonderen Verwendung".

Meine Gedanken zum Buch:

Nachdem ich in letzter Zeit einiges zum Thema russische Revolution aus der Sicht der Revolutionäre gelesen habe, war dieses Buch eine willkommene Abwechslung in dem Sinne, dass diesmal aus Sicht der Zarenfamilie und ihrer Getreuen berichtet wird. Der Ich-Erzähler Georgy wird durch ungewollte Tapferkeit zum persönlichen Leibwächter des Zarewitsch Alexander ernannt und lernt so die Familie aus nächster Nähe kennen. Den Zar respektiert er aus ganzem Herzen, wobei er dieses jedoch der jüngsten Großfürstin Anastasia schenkt. Wie es kommen muss, fällt die Familie dem Mord durch die Revolutionäre zum Opfer, Georgy jedoch gelingt es, nach Frankreich und später nach England zu fliehen, wo er bis zum Krebstod seiner Frau alle Höhen und Tiefen eines Emigrantendaseins durchlebt.
 
Boyne hat einen interessanten und berührenden Roman geschrieben, dem es jedoch leider oft am Detail mangelt. Z.B. fragt man sich doch unwillkürlich, woher ein russicher Bauer so gut Französisch und Englisch spricht, dass er unmittelbar nach seiner Ankunft im entsprechenden Land Jobs im Buchhandel bzw. einer Bibliothek bewältigen kann. Derartige Informationslücken gibt es etliche, wobei andererseits die historische Genauigkeit relativ gut gegeben ist, wie ich nachrecherchieren konnte. Natürlich leidet diese immer dort, wo Georgy seine persönlichen Erlebnisse mit der Zarenfamilie berichtet, aber sonst hätten wir ja ein Geschichtswerk und keinen Roman vor uns. Alles in allem ein schönes Buch, leicht zu lesen und gut fürs Gemüt. Kein Meisterwerk, das man unbedingt gelesen haben muss, aber doch gut für ein paar entspannende Lesestunden.

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Being

Bild von Laura
Verfasst von yellow bookreader Laura am Sa, 16/04/2011 - 19:41
Inhaltsangabe

Als Robert Smith, 17 Jahre alt, nach einer Magenspiegelung aus der Narkose erwacht, ist das Leben, das er kannte, auf einen Schlag vorbei. Fassungslos starren die Ärzte auf das Videobild seiner inneren Organe: ein Gewirr von Plastik und Metall. Neben dem medizinischen Personal steht ein Mann im schwarzen Anzug - der Geheimdienstler Ryan, der wild entschlossen ist, das Rätsel um Roberts offenbar außermenschliche Identität zu lösen. Es gelingt Robert jedoch, sich zu befreien und zu fliehen. Nachdenken über das Erlebte will er später. Bald wird ihm klar, dass ihn Ryan und seine Leute mit allen Mitteln finden wollen und auch nicht davor zurückschrecken, ihm einen Mord anzuhängen. Eine wilde Jagd kreuz und quer durch England beginnt. Robert hat nur eine Chance, wenn er untertauchen kann. Und dabei hilft ihm Eddi, die Freundin eines früheren Freundes. Sie ahnt nichts von Roberts geheimnisvoller Identität...

Meine Gedanken zum Buch:

Als ich den Klappentext von „Being“ durchlas, hatte ich sehr große Erwartungen an dieses Buch. Es schien genau meinen Geschmack zu treffen, außerdem hörte es sich sehr spannend an und die außergewöhnliche Idee zur Geschichte dieses Buch versprach einiges. Gegen die Meinungen von Amazon, wo die Rezensenten eher wenig zufrieden waren, einiges an „Being“ auszusetzen hatten und dieses Buch nur mit zwei Sternen bewerteten, habe ich beschlossen, mich trotzdem für dieses Buch zu entscheiden.
Gleich am Anfang findet man sich in einer interessanten, unterhaltsamen Geschichte wieder. Man möchte das Buch nicht zur Seite legen, wissen, wie es weitergeht und welche spannende Wendung Roberts Leben nimmt, als man eine grausame Entdeckung in seinem Körperinneren macht. Seit diesem Tag an muss er sich einigen gefährlichen Hindernissen stellen und ist fortan auf der Flucht, die sich als sehr schwierig gestaltet.
Auch der Schreibstil von Brooks hat mich überzeugt, da er leicht leserlich ist und genau meinen Vorstellungen entspricht. Nur selten war ich verwirrt, wusste nicht, was Brooks mit den folgenden Stellen im Buch sagen wollte.
Auf Amazon beklagt man vor allem die vielen Fragen, die oft einen Weg in Roberts Gedanken finden, welche jedoch leider fast nie beantwortet werden. Genau diese Meinung teile ich auch. Ich hatte bis zum Schluss noch die Hoffnung auf Antworten zu treffen, doch leider vergeblich. Vielleicht war das ja die Absicht von Brooks, den Leser im Ungewissen stehen und selbst zu einem Schluss kommen zu lassen, was die Ereignisse für eine Bedeutung haben. Besonders das Ende hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, bin aber zum Entschluss gekommen, dass es zu diesem Buch passt. Ich könnte mir gut eine Fortsetzung vorstellen, die mehr Aufschluss geben könnte.
Alles in einem würde ich „Being“ wieder lesen, da es eine tolle Geschichte mit echtem Tiefgang beinhaltet. Besonders könnte es denen gefallen, die auf außergewöhnliche Geschichten mit großer Spannung stehen.  

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