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Brooklyn

Blindfisch

Bild von Chiacchierata
Verfasst von grey bookreader Chiacchierata am So, 30/08/2009 - 17:14
Inhaltsangabe

Jim Knipfel ist der blinde Seher im modernen Gewand. Konfrontiert mit der unausweichlichen Wahrheit einer unheilbaren Krankheit, die ihm langsam das Augenlicht raubt, sieht er überall die Lüge. Die Lüge der einem blinden Gesundheitswahn verfallenen Gesellschaft, die der überforderten Eltern und Freunde, die der eloquenten, aber teilnahmslosen Therapeuten.
Anstatt still zu leiden, reagiert Knipfel auf seine Weise. Er lacht über alles, schmeißt Ehe und Studium, zieht vom kleinbürgerlichen Wisconsin in einen Großstadtslum, treibt sich mit "Versagern" herum, stiehlt, säuft, schluckt Tabletten - ein junger Mann aus gutem Hause, auf der Überholspur ins Vergessen.

Irgendwann entdeckt er das Schreiben. Das Papier erträgt seine Wahrheiten; endlich kann er sie teilen. Mit schwarzem Humor, der von tiefster Sensibilität und Verletzlichkeit zeugt, aber keine Tabus respektiert, beschreibt er sein Leben, seine Angst, seine Hoffnung. "Blindfisch" ist das Gegenteil einer therapeutischen Krankengeschichte - es ist ein grotesker Aufschrei dessen, der hinter dem Schein, den er immer weniger zu sehen vermag, das whare Sein erkennt.

Meine Gedanken zum Buch:

Normalerweise interessieren mich Bücher, die die Beschreibung eines (gegenwärtigen) "amerikanischen Lebens" zum Thema haben nicht so sehr. Erst recht nicht, wenn die Sprache etwas in die vulgäre Richtung abzudriften scheint. Das war bei Jim Knipfel allerdings anders. Der Ich-Erzähler dieses Buches leidet an einer unheilbaren Augenkrankheit namens "Retinitis pigmentosa", die ihn langsam erblinden lässt.
Sicherlich geht jeder Mensch anders mit Schicksalschlägen um, die einen lassen sich fallen, die anderen sagen sich jetzt erst recht. Jim Knipfel nimmt's jedenfalls mit (Galgen)Humor. Er ist Realist und weiß mit seiner Situation umzugehen. Er beobachtet die Menschen, analysiert Situationen und deckt den Schein vor dem Sein auf. Jim Knipfel erblindet lagsam, beginnt aber immer deutlicher zu sehen.

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Die Brooklyn-Revue

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 15/01/2008 - 14:19
Inhaltsangabe

Nathan Glass, 59, geschieden, ist eigentlich zum Sterben nach Brooklyn gekommen. Doch stattdessen lernt er, wieder zu leben. Paul Austers neuer Roman erzählt von Brooklyn und von Menschen, die dort durch Zufall zusammenfinden. Von Träumern, Versagern und Exzentrikern. Und davon, wie aus Mutlosigkeit und Trauer neues Glück wachsen kann.

Meine Gedanken zum Buch:

Paul Auster ist einer meiner absoluten Lieblingsschriftsteller. Wie in allen seinen Romanen spielt auch hier der Zufall eine große Rolle. Die Dinge nehmen ihren Lauf, und oft genügt eine Kleinigkeit, um das Schicksal der handelnden Personen in eine neue Richtung zu lenken.
Paul Auster ist ein Meister des Dialogs, der Beschreibung von Personen und ihren Lebensumständen. Sprachlich reiht er sich für mich noch vor Irving und McEwan in die Liste der ganz großen zeitgenössischen Literaten ein. Empehlenswert ist es, das Buch im Original zu lesen ("The Brooklyn Follies").
Unbedingt empfehlenswert für New York bzw. Brooklyn Fans!

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