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Thomas Sautner

Fuchserde

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Sa, 15/10/2011 - 16:59
Inhaltsangabe

Seit ihrer Kindheit ist Frida der Mittelpunkt einer großen Familie. Mit ihrer ungezähmten Art sorgt sie für Kopfschütteln bei den Bewohnern des Dorfes. Kein Mann ist ihr recht, und kein Mann kann ihr widerstehen.
Frida gehört einem vergessenen fahrenden Volk an. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten aber droht ihr Leben zu vernichten.... (Klappentext)

Meine Gedanken zum Buch:

mein drittes Buch von Thomas Sautner und ich muss sagen, es hat mir fast am besten gefallen.
In Fuchserde gibt er uns auf ungeschminkte Weise einen Einblick in das Leben der Jenische zur Zeit des Nationalsozialismus.
Oft auch sehr humorvoll und unterhaltsam, lässt dieses Buch aber auch einen kleinen, bitteren Stachel zurück. Was zu jener Zeit mit den verschiedensten Bevölkerungsschichten und auch Abstammungsarten gemacht wurde, ist immer wieder auf´s Neue unfassbar.... und immer wieder fragt man sich auch...: wie konnte so was nur passieren...????
Umso schöner ist es aber auch zu lesen, wie der grenzenlose Kampfgeist und auch die Freude am Leben den Menschen in solchen Zeiten noch hoffen und auch leben lässt. In diesem Roman wird es vorallem auch am Beispiel der Jenische sichtbar, die durch ihr Temprament... durch ihr Fühlen und Denken... der Unterdrückung den Kampf ansagen...
 
Sautner hat hier nicht nur eine sehr lebendige und berührende Geschichte geschrieben, sondern versorgt den Leser auch mit unzähligen wunderbaren Sätzen voller Weisheit und Tiefe.

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Fremdes Land

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Di, 22/02/2011 - 17:32
Inhaltsangabe

Jack Blind glaubt, die Welt verändern zu können. Als Stabschef einer neuen Regierung wähnt er sich an den Hebeln der Macht. Tatsächlich aber wird er un-bemerkt zur Spielfigur in einem System, in dem der Einzelne nur noch als Konsu-ment zählt. Freiheit, Anstand und Selbstbestimmung sind bloß noch Schlagworte. Seine Schwester versucht, Jack die Augen zu öffnen. Doch er hält an der herrschenden Politik fest - bis er gezwungen ist, eine neue Wahrheit zuzulassen.

Meine Gedanken zum Buch:

Der neue Sautner, ganz anders, als man ihn bisher kannte.....
Mit seinem neuen Roman "Fremdes Land" zeigt er uns eine Weg durch eine Welt die sehr fern zu sein scheint, es in vielen Bereichen aber tatsächlich garnicht mehr ist. Sautners Prognose einer Zukunft ist amüsant und gleichzeitig schamlos und erschreckend nüchtern..... eine riesen Portion schwarzer Humor lässt den Leser immer wieder schmunzeln und auch manchmal laut auflachen DOCH so unterhaltsam und unrealistisch manches klingen mag... ein mulmiges Gefühl verbleibt.....
 
Was, wenn uns diese Zukunft schneller als erwartet einholt??? Wenn wir uns in einer Welt absoluter Kontrolle wiederfinden, wo ein Tag ohne Feel-good-Pillen garnicht mehr zu überstehen ist....wo man ständig von wachsamen Augen begleitet wird... wo kein Fehler, egal wie klein er auch zu sein scheint, unbemerkt bleibt...... wo der Mensch im Grunde nur mehr funktioniert, aber nicht lebt....????
 
Wie kann es passieren, dass es so weit kommt??? Ist es Blindheit oder...Naivität??? Wie kann man es verhindern, oder ist es etwa schon zu spät und wir sind uns dessen nur noch nicht bewusst????
 
Sautner`s Roman wirft viele Fragen auf, drängt Bilder in den Kopf des Lesers die unterhalten aber auch  nachdenklich machen. Von Beginn weg sehr flüssig zu Lesen, leider ab der Hälfte allerdings für meinen Geschmack in bisschen zu ausschweifend.... Trotzdem, alles in allem ein toller Roman mit  Hintergrund.
 
Hoffen wir, dass dieses fremde Land weiterhin nur in Sautners Roman existiert.... lebenswert scheint es nämlich nicht gerade zu sein....

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Milchblume

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Fr, 31/07/2009 - 10:51
Inhaltsangabe

Im kleinen Dorf Legg verläuft in den späten fünfziger Jahren das Leben noch recht beschaulich. Das Wort des Pfarrers und des Bürgermeisters ist Gesetz, und so ist es nur verständlich, dass eine Person wie Jakob für einiges Ausehen und Unmut im Alltag der Legger sorgt. Der gehasste Ziehsohn des Seifritz-Bauern ist in vielerlei Hinsicht besonders: Jede Art von Ungerechtigkeit bereitet dem vermeintlichen Idioten körperliche Schmerzen, am besten versteht er sich mit den Tieren, deren Gedanken er zu lesen glaubt und bei seine Fragen an die Liebe und das Leben ist oft nicht zu sagen, ob ein kindlicher Narr oder eine weise Seele in ihm steckt. Als sich erschreckende Geschehnisse um zu Tode gequälte Kühe häufen, wird offenkundig, dass sich hinter der heilen Fassade der Dorfgemeinschaft dunkle Geheimnisse verbergen.

Meine Gedanken zum Buch:

Jetzt hab ich doch glatt vergessen, dieses Buch vorzustellen - wird hiemit sofort nachgeholt!!!
"Milchblume" ist ein Roman mit viel Gefühl und Aussagekraft.
Jakob ist ein Junge, anders wie alle anderen. Manche sehen in ihm einen Narren, einen dummen Dorftrottel, aber Jakob ist viel mehr. Nämlich ein junger Mann mit einem ganz großen Herzen und trotz all der Härte und Ablehnung, die ihm immer wieder in seinem Leben widerfährt gelingt es ihm, sich seine innere Wärme zu bewahren.
 
Ein Lesetip für alle, denen "Super gute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone" (Mark Haddon) gefallen hat.

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