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Roberto Mistretta

Tödliches Gelübde: Maresciallo Bonanno stößt auf Schweigen

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 21/12/2010 - 12:45
Inhaltsangabe

Bei der 500-Jahrfeier einer Bruderschaft im sizilianischen Villabosco wird der Präsident des Ordens von einem mächtigen Holzkreuz erschlagen. Ein tragischer Unfall? Das Schweigen der Ordensbrüder spricht Bände. Und so findet Mareciallo Bonanno von den Carabinieri bald heraus, dass die verschwiegene Gemeinschaft noch ganz andere Leichen im Keller liegen hat ...

Meine Gedanken zum Buch:

Der vierte und bisher letzte Teil der Maresciallo-Bonanno-Reihe greift wieder ein top-aktuelles Thema auf, indem er sich u.a. mit der Thematik der Selbstmordattentate beschäftigt und die Rechtfertigung des Tötens für einen höheren Zweck infrage stellt.
Wobei die Geschichte an sich großteils im Montanvalle spielt, wo einige sehr grausame Morde passieren, die alle im Zusammenhang mit einem antiken Holzkreuz zu stehen scheinen. Als sein engster Mitarbeiter schwer verletzt wird, zieht Bonanno gnadenlos alle Register seines berühmten Bulleninstinkts und heftet sich an jede Spur wie eine Zecke.
Ganz nebenbei macht er noch seiner geliebten Rosalia einen Heiratsantrag, die auf ihre ganz persönliche Weise mit einer erpresserischen Noch-Ehefrau abrechnet.
 
Wie immer steht im Vordergrund der Geschichte der übergewichtige Maresciallo, der so garnichts mit dem oben zitierten Montalbano aus der entsprechenden Reihe von Camilleri zu tun hat. Witzig trotzdem diese kleine Ehrerbietung an den großen Autor!
Alles in allem ein solider Krimi, gut zu lesen, unterhaltsam und spannend. Jetzt heisst es warten auf Teil 5!
 

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Der kalte Blick der Rache

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mo, 13/12/2010 - 14:33
Inhaltsangabe

Die Nachricht vom Doppelmord an einem heimlichen Liebespaar sorgt für Aufruhr im sizilianischen Villabosco. War es die Kurzschlussreaktion einer allzu temperamentvollen Ehefrau? Maresciallo Bonanno misstraut den offenkundigen Beweisen - und kommt schon bald einer weitreichenden Tragödie auf die Spur, die unaufhaltsam auf ihr grauenvolles Ende zuzusteuern droht ...

Meine Gedanken zum Buch:

Mistrettas dritter Bonanno-Roman ist ein weiterer gelungener Mix aus schockierenden Schilderungen einer grausamen Realität und unterhaltsamen Eindrücken aus dem Leben des cholerischen Maresciallo. Immer mehr entfernt sich Mistretta von Camilleri, mit dem man ihn ja gerne vergleicht. Seine Geschichten haben zwar auch dieses liebevolle Augenzwinkern, wenn es um Sizilien und seine Menschen geht, aber sie sind weniger spitzbübisch, und ihre Hauptfigur entspricht wahrscheinlich mehr der Realität als der smarte Commissario Montalbano.
Der Roman besteht aus zwei Handlungssträgen. Einerseits erzählt er die Geschichte des kleinen Mishna, der in Albanien aufwächst und zusehen muss, wie der Krieg ihm beide Elternteile raubt. Der scheinbar Rettung findet und doch letztendlich auch im gelobten Land Italien nur verkauft und missbraucht wird, bis zur bittersten Konsequenz. Der zweite Handlungsfaden beschäftigt sich mit dem Thema Eifersucht und Rache, und stellt den guten Maresciallo vor einige fast nicht zu lösende Probleme, die ihn beinahe seinen Job kosten. Dafür entwickelt sich die zarte Beziehung zur schönen Rosalia behutsam weiter, was der dickliche Macho garnicht richtig glauben kann.
Alles in allem ein feiner Krimi mit vielen Untertönen, sprachlich eine Freude und auf jeden Fall ein Top-Tip!

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Die dunkle Botschaft des Verführers - Maresciallo Bonanno ringt um Fassung

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 12/11/2010 - 15:09
Inhaltsangabe

Maresciallo Saverio Bonanno steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch: Nachdem er sich von seiner halbwüchsigen Tochter hat breitschlagen lassen, den heiß ersehnten Hund anzuschaffen, herrscht grenzenloses Chaos in seinem Haus. Zudem hat sein Vorgesetzter Nägel mit Köpfen gemacht und mit seiner frisch Angetrauten endgültig das Weite gesucht. Bonanno steht also allein da, als ein mysteriöser Mord in Zuhälterkreisen für Aufruhr in Villabosco sorgt. Dem Anschein nach hatten hier mehrere Konkurrenten in einem äußerst lukrativen Geschäft um die Vorherrschaft gerungen. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf eine geheimnisvolle Webseite, die mit mehreren Passwörtern geschützt ist. Als Bonanno herausfindet, wer sich hinter jener Organisation verbirgt, die ihre dunklen Botschaften via Internet verbreitet, ringt er nicht nur einmal um Fassung...

Meine Gedanken zum Buch:

Dieses Buch ist das zweite in der mittlerweile vierteiligen Serie um den fülligen Maresciallo Bonanno. Er ermittelt in einem Fall von schwerer Körperverletzung und rennt dabei immer wieder gegen Mauern des Schweigens. Trotzdem öffnet er eine Tür nach der anderen, und hinter jeder ist ein noch größerer Schrecken verborgen. Prostitution, Kindesmissbrauch, Mord - die prominentesten Bürger der Gegend haben sich in irgendeiner Weise die Hände schmutzig gemacht, aber Bonannos Spürsinn und teilweise unorthodoxen Methoden entgeht letztendlich keiner.
Mit viel Witz erzählt Mistretta von dem Maresciallo, seinen Gewichtsproblemen, seinen Kollegen, dem verwöhnten Töchterchen und den zwei jungen Hunden, die ihm das Leben schwer machen. Und diesen Witz braucht es auch, um an dem Rest der Geschichte nicht zu verzweifeln. Kindesmissbrauch ist ein grässliches Thema, und obwohl der Autor vieles umschreibt oder auslässt, braucht man nicht viel Phantasie, um die fehlenden Informationen zu erzgänzen. Nicht einmal hat es mir den Magen verkrampft, wenn der kleine Junge davon erzählt, wie sein Papa am Nachmittag mit ihm "spielt" - schrecklich! Mistretta, selber Vater und Kinderbuchautor, geht mit sehr viel Gefühl auf diese Thematik ein, für die Täter lässt er keine Gnade walten.
Ein aussergewöhnlicher Krimi, gut geschrieben und leider top-aktuell.

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Das falsche Spiel des Fischers

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Sa, 06/11/2010 - 15:55
Inhaltsangabe

Eigentlich hatte Maresciallo Bonanno sich auf einen erholsamen Urlaub mit Tochter Vanessa gefreut, doch dann macht ihm ein mysteriöser Mordfall einen Strich durch die Rechnung. Auf der Müllkippe im sizilianischen Villabosco hat man einen Toten gefunden, der wie sich schon nach kurzer Zeit herausstellt in verschiedener Hinsicht ordentlich Dreck am Stecken hatte. Für Bonanno ist Schwitzen angesagt: Nicht nur seine verwöhnte Tochter macht ihm die Hölle heiß, auch sein Vorgesetzter, der aufgrund einer kräftezehrenden Liebesaffäre derzeit nur bedingt einsatzfähig ist, sorgt dafür, dass Bonanno schließlich im Alleingang einem grausamen Spiel auf die Spur kommt, bei dem im mehr als ein Mal die Luft wegbleibt

Meine Gedanken zum Buch:

Roberto Mistretta ist Sizilianer und beschreibt uns in seinem ersten Krimi - davor hat er Kinderbücher geschrieben - seine Heimat mit viel Einfühlungsvermögen und einem Augenzwinkern. Natürlich muss man dabei sofort an Camilleri denken, aber der pummelige Maresciallo Bonanno hat so garnichts mit dem smarten Commissario Montalbano gemeinsam, sodass man sich beruhigt auf die Geschichte einlassen kann, die hier erzählt wird. Es geht um einen grausamen Mord, um Missbrauch und um eine stürmische Vater-Tochter-Beziehung. Ermittelt wird von Bonanno und seinem durchaus skurrilen Team in Zusammenarbeit mit den zwielichtigsten Figuren, die allesamt den Carabinieri irgendwo einen Gefallen schulden.
Wirklich berührt hat mich die parallele Erzählung über Teresa, das heranwachsende Mädchen, das so brutal aus seiner Unschuld gerissen wird.
Sehr bezeichnend natürlich die Einwohner der vielen kleinen Ortschaften, wo jeder alles über jeden zu wissen meint, wo nichts geheim bleibt und wo trotdem Schweigen in manchen Fällen lebenserhaltend sein kann.
Alles in allem eine Empfehlung für alle Fans von Krimis, bei denen es mehr um Land und Leute geht, als um allzu deutlich beschriebene Gewalt, und für all jene, die so wie ich ihr Herz in Süditalien gelassen haben.

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