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Robert Schneider

Die Offenbarung

Bild von Sylli
Verfasst von  Sylli am So, 22/01/2012 - 12:31
Inhaltsangabe

Der Naumburger Organist Jakob Kemper findet am Heiligabend des Jahres 1992 im morschen Gehäuse der Kirchenorgel ein bislang unbekanntes Oratorium von Johann Sebastian Bach. Der Fund stürzt den Eigenbrödler in schwere Gewissenskonflikte, werden doch Experten der Bachgesellschaft erwartet, um die Restaurierung der Orgel, auf der Bach einst selbst gespielt haben soll, zu überwachen.
Kemper hat den Wissenschaftlern seine Dienste angeboten und ist über deren ablehnende Haltung noch immer sehr erbost. Aber nicht nur deshalb hadert er mit sich, ob er der Welt überhaupt von seinem Fund berichten soll. Je länger Kemper nämlich die Partitur studiert, desto mehr wächst in ihm auch die Überzeugung, dass Bach am Ende seines Lebens eine Art kosmisches Gesetz entdeckt haben muss, an dem die Seele des Menschen gesunden kann - oder in tiefste Verzweiflung stürzt.

Meine Gedanken zum Buch:

Mir hat der Roman besonders am Anfang und gegen Ende sehr gut gefallen, während ich dazwischen durchaus mit ermüdenden Passagen zu kämpfen hatte. Die Darstellung des verschrobenen Jakob Kemper gelingt dem Autor jedoch ganz vortrefflich, und auch sein Sinn für eine gewisse subtile Situationskomik sei lobend erwähnt.
Mit dem Fund des Oratoriums gerät der Erzählfluß zwar etwas ins Stocken, doch entschädigt ein brillanter Stil für so manche inhaltliche Schwäche. Die unerwartete Schlußwendung hat mich wiederum einigermaßen überrascht und ist Robert Schneider sehr gut geglückt.
Den Beweis, dass die Herren Professoren von der Bachgesellschaft womöglich doch nicht die Experten sind, die zu sein sie vorgeben, durfte der große Musiker am Ende der Geschichte selbst erbringen, und dies in einer seiner Zeit perfekt angepassten Erzählweise. In diesem Stil würde ich mir die historischen Romane allesamt wünschen, um sie als authentisch empfinden zu können.
Alles in allem ein sehr gelungener Roman, den ich ruhigen Gewissens an eine Leserschaft weiterempfehlen kann, die auch hin und wieder gerne zu nicht alltäglicher Lektüre greift. 

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Die Unberührten

Bild von Gabi Konrad
Verfasst von bookreaders team member Gabi Konrad am Mi, 15/04/2009 - 22:06
Inhaltsangabe

Zwei Bauernkinder aus dem Rheintal werden in der Zeit der großen Depression zur Kinderarbeit nach Amerika verkauft. Sie lernen sich auf der Überfahrt kennen und bleiben fast sieben Jahre unzertrennlich. Eines Tages jedoch hört der junge Korrepetitor der Metropolitan Opera Antonia singen.

Meine Gedanken zum Buch:

Eine tragische Geschichte geschrieben in einer wunderschönen Sprache. Antonia kommt als kleines Mädchen nach New York. In ihrer Unschuld wendet sie sich vertrauensvoll an einen Burschen, der nicht viel älter ist als sie. Sie nennt in Balthasar, da er ihr seinen Namen nicht nennen kann. Sie fliehen vor ihren "Besitzern" und sind in New York auf sich alleine gestellt; wohnen und leben in ärmlichsten Verhältnissen. Was mich an diesem Buch so traurig stimmt, ist die unschuldige Selbstverständlichkeit, mit der Antonia ihrem Schicksal begegnet.
 
Lesern, denen Schlafes Bruder gefallen hat, kann ich auch dieses Buch empfehlen.

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Schlafes Bruder

Bild von Maria2
Verfasst von white bookreader Maria2 am So, 19/10/2008 - 13:17
Inhaltsangabe

Johannes Elias Alder, ein musikalisch hochbegabter Mann mit einem wundersamen Gehör (er hörte selbst Schnee fallen oder den ersten Herzschlag seiner großen Liebe) wuchs in einem Bergdorf in Vorarlberg auf.
Er war unglücklich in Elsbeth verliebt und kam deshalb zu Ende auch zu Tode - er war der Meinung wer schläft liebt nicht und beschloss folglich nie mehr zu schlafen.
Sein musikalisches Talent wurde zwar im Laufe der Geschichte erkannt, doch er selbst wurde als Mensch aufgrund seiner phantastischen Begabung und auch wegen seines eher ungewöhnlichen Aussehens kaum gewürdigt. Das Buch erzählt die Entwicklung seiner ungewöhnlichen Gabe und seiner Person und die damit verbundene Tragik seines Lebens.

Meine Gedanken zum Buch:

Neben der Spannung und Faszination, die das Buch bei mir ausgelöst hat, ist es auch schon durch die Einzigartigkeit der Hauptperson unbedingt weiterzuempfehlen. Wer Dramen liebt und auch gerne im phantastischen Bereich stöbert ist mit diesem Buch genau richtig. Auch die Heimat- und Naturverbundenheit des Autors ist im Roman sehr gut zu erkennen. Interessant ist auch die Thematik der Musik durch die die Hauptperson seine Einzigartigkeit und Besonderheit erhält.

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