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Markus Zusak

Die Bücherdiebin

Bild von sollhaben
Verfasst von  sollhaben am Do, 28/07/2011 - 14:28
Inhaltsangabe

Den Tod muss man nicht fürchten. Er ist nämlich, wie er als Ich-Erzähler von sich selbst in einer Vorbemerkung sagt, „bemüht, dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen“. Nur hätten die meisten Menschen „einen tief sitzenden Widerwillen, der es ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon zu überzeugen“. Mit einem weiteren Vorurteil räumt der Tod gleich zu Beginn auf, dass ihm nämlich die Menschen gleichgültig seien. Im Gegenteil. Ab und zu, so erfahren wir, braucht er sogar eine Auszeit, um sich abzulenken. „Ihr wollt wissen“, fragt er, „wovon ich mich ablenken muss? (…) Es sind die übrig gebliebenen Menschen. / Die Überlebenden.“ Eine solche Überlebende, „eine Expertin im Zurückbleiben“ ist die neunjährige Liesel Memminger. Von ihr handelt dieses wunderbare Buch. Zum ersten Mal begegnet der Tod der neunjährigen Liesel 1939 am Grab ihres kleinen Bruders, wo sie auch ihre Karriere als Bücherdiebin beginnt: Mit Hilfe des Handbuchs für Totengräber lernt sie das Lesen und muss fortan immer wieder Bücher stehlen. Sie „rettet“ auch welche -- vor den Flammen der Nazis. Und hin und wieder bekommt sie auch welche geschenkt. Ihre Liebe zu Büchern muss es sein, die den Tod, der sich selbst hier als großer Erzähler erweist, die Liesel lieb gewinnen lässt. Während um sie herum Bombenhagel alles in Schutt und Asche legen, findet sie Schutz im Keller – und in ihren Büchern.

Meine Gedanken zum Buch:

Die Bücherdiebin wurde zu meinem Lieblingsbuch.
Eine Geschichte, die zum Nachdenken aber auch zum Lachen anregt. Liesl Memminger steht im Mittelpunkt der Geschichte. Sie wächst in einer Pflegefamilie zu Beginn des II. Weltkriegs auf. Ihr Pflegevater vergöttert Liesl und auch die Pflegemutter hängt an ihr auch wenn diese sehr ruppig und rauh ist, aber wie heisst schon das Sprichtwort "Rauhe Schale - weicher Kern". Liesl findet Freunde, lernt endlich zu lesen und versteckt gemeinsam mit ihren Eltern einen Juden.  Ansich keine spektakuläre Geschichte, wenn nicht der Erzähler ungewöhnlich wäre: Der Tod begleitet Liesl und kommt ihr immer wieder sehr nahe und zieht uns in ihren/seinen Bann. Eigentlich ist die Bücherdiebin ein Jugendbuch, aber auch Erwachsene werden dieses Buch mögen. 
Normalerweise mag ich die Jugendbuchausgaben lieber, aber dieses Mal hat es mir die Erwachsenenausgabe angetan, das Cover ist so gelungen. Unbedingt kaufen und lesen!!!
 

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The Book Thief (Die Bücherdiebin) (Audiobook)

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 02/06/2010 - 12:22
Inhaltsangabe

Selbst der Tod hat ein Herz …

1939, Nazideutschland. Liesel lebt bei Pflegeeltern in der Himmelstraße in Molching. Sie sieht die Juden nach Dachau ziehen. Sie erlebt die Bombennächte über München. Und überlebt: weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat. Sie – und die Menschen aus der Himmelstraße.

Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet.

Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns …

»Die Bücherdiebin« erzählt von kleinen Freuden, großen Tragödien und der gewaltigen Macht der Worte. Eine der dunkelsten und doch charmantesten Stimmen und eine der nachhaltigsten Geschichten, die in jüngster Zeit zu vernehmen waren.

Meine Gedanken zum Buch:

"Let's go, Saukerl!  What do you bet, you little Saumensch?  She schmunzelled.  They returned to Frau Diller's, Heil Hitlered and waited." Wenn man kann, sollte man dieses Buch unbedingt auf Englisch lesen, denn gerade dieses Einfließenlassen der deutschen Sprache macht den besonderen Witz der Dialoge und Beschreibungen aus.
 
Erzählt wird die Geschichte der kleinen Liesel Memminger, die in einem Vorort vor München mit den Gräueln des Zweiten Weltkrieges konfrontiert wird. Erzähler ist der Tod höchstpersönlich, der sich einen gewissen Sarkasmus oft nicht verkneifen kann. Wer könnte es ihm auch verübeln? Doch herzlos ist er nicht, der Sensenmann, ganz im Gegenteil. Er verfolgt die Geschichte dieses Kindes, das immer wieder seinen Weg kreuzt mit viel Anteilnahme für sie und ihre Lieben. Der ruppigen Rosa Hubermann, dem sanftmütigen Papa Hans, ihrem besten Freund Rudi, der verstörten Bürgermeistersfrau und dem geflohenen Juden Max.
 
Jahrelang verstecken die Hubermanns Max in ihrem Keller, jahrelang beobachten die Bürger von Molching den Marsch der Judenkolonnen durch ihren Ort in Richtung Dachau.
 
Zusak erzählt eine leise Geschichte, wie sie zu dieser Zeit wohl tausendfach geschehen ist. Was dieses Buch zu einem grandiosen Leseerlebnis macht, ist der Stil, in dem es geschrieben ist. Dramatisch, komisch, tragisch - wie das Leben selbst. Für mich persönlich sicher unter den Top 5 dieses Jahres.
 
Ein besonderes Lob gebührt auch noch Allan Corduner, der ein faszinierendes Buch zu einem unvergesslichen Hörerlebnis macht!

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