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Jan Böttcher

Das Lied vom Tun und Lassen

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am Mi, 12/10/2011 - 17:29
Inhaltsangabe

Der alternde Musiklehrer Mauss will es noch einmal wissen und seinen Schülern nicht länger bloß Wissen vermitteln. Er schart die Jugendlichen um sich, eröffnet ihnen im Unterricht ungewohnte Freiheiten. Und es ist zuallererst diese Freiheit, die Johannes Engler stutzig macht. Noch ist der Schulgutachter darum bemüht, jung zu wirken, noch sammelt er Beobachtungen – da hat er sich bereits in eine gerade volljährige Schülerin verguckt. Ein Armutszeugnis, ahnt er. Denn für Clarissa Winterhof dreht sich die Welt vor allem um den Selbstmord ihrer Mitschülerin. Nach und nach erschließt sie sich einen virtuellen Raum zum Trauern: Ihr Blog ist Abgesang und Ouvertüre, ein Ort, an dem die Lebenden und die Toten neu zusammenfinden. Auch Mauss und Engler begegnen sich darin wieder – und wie sich zeigt, als Helden einer ihnen kaum bekannten Geschichte.

Meine Gedanken zum Buch:

Dieses Buch hat sich mir nicht ganz erschlossen. Beginnt wunderbar aus der Sicht des Lehrers. Etliche traumhafte Sätze - alles zidierungswürdig, doch die Handlung verliert sich.
Der zweite Teil aus der Sicht des externen Gutachters, nochmals die gleiche Geschichte, natürlich ganz anders.
Der dritte Teil aus der Sicht einer Schülerin und ihrer Traumwelt. Wieder die gleiche Geschichte, wieder anders. Der Tod ihrer Mitschülerin, der sie zwar sehr trifft, wird nicht thematisiert.
Leider ist der letzte Teil für mich zu trivial und für einen erklärenden Schluss nicht geeignet.
Böttcher kann mehr. Ich freue mich auf sein nächstes Buch.

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Nachglühen

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am So, 26/10/2008 - 21:13
Inhaltsangabe

Zwei Männer kehren in ihren Heimatort zurück, der einst Sperrgebiet der DDR war. Siebzehn Jahre sind vergangen seit der Wende, doch waseinst zwischen ihnen vorgefallen ist, gewinnt plötzlich wieder Macht über sie.

Meine Gedanken zum Buch:

Jan Böttcher beschreibt nicht, erzählt nicht, kommentiert nicht, urteilt nicht, entschuldigt und begründet nicht. Er lässt die Handlung handeln. Keine Superhelden oder Übermenschen - hier ist nichts zu glorifizieren.
Kann so ein Buch spannend sein? Ja, es kann. Man fühlt sich den Protagonisten nahe. Man ist im Buch. Welch eine Kunst so zu schreiben. Nicht umsonst hat Herr Böttcher letztes Jahr einen Bachmann-Preis damit geholt.
Absolute Empfehlung.

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