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Jack Ketchum

Evil (Audiobook)

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 30/06/2010 - 15:52
Inhaltsangabe

In die nur äußerlich heile Welt einer US-Kleinstadt bricht 1958 das Grauen ein, als eine psychotische Frau systematisch ihre Nichte zu misshandeln beginnt und damit einen Strudel in Gang setzt, der nach und nach sie selbst, ihr Opfer, ihre Kinder und deren Freunde in einen Abgrund niederträchtiger Gräuel zieht …Unerhört düsterer, geradezu quälender Roman, dessen Verfasser der Versuch gelingt das schwer erklärbare Phänomen menschlicher Grausamkeit als verhängnisvolle Kette sich unmerklich und unkontrollierbar aufbauender Gewalt zu beschreiben.

Meine Gedanken zum Buch:

Dieses Buch hat mich nicht nur schockiert, sondern in erster Linie auch überrascht. Ich hatte mir eine Massenmörderschlächterei erwartet, irgendwas besonders Skurriles und Grausiges. Stattdessen wurde ich mit einer Geschichte konfrontiert, die ganz harmlos und fast elegisch beginnt.
 
Eine Kindheit in den 50ern. Schwimmen, Krebse fangen, Kinderspiele, alles was so dazugehört. Fast schon ein Bisserl langweilig, sodass man sich fragt, wann es endlich zur Sache geht. Und dann wendet sich die Geschichte ganz langsam. Immer mehr zieht sich einem der Magen zusammen, immer unheimlicher werden einem diese harmlosen Knirpse, die Idylle verdunkelt sich stetig, und irgendwann wünscht man sich wieder zurück an den lauschigen Bach mit den Krebsen. Wünscht man sich sogar, dieses Buch garnicht erst begonnen zu haben, denn weglegen kann man es natürlich auch nicht mehr. Im Bann der unglaublich subtilen Emotionen des Erzählers David verfängt man sich immer mehr im Strudel des Unfassbaren und wird selbst zum stillen Beobachter dieser unglaublichen Qualen eines unschuldigen jungen Mädchens, das hilflos dem kranken Geist von Ruth und ihren Kindern ausgeliefert ist.
 
Ketchum beschreibt ganz hervorragend, wie es David ergeht, wie er sein Zögern, sein Nichtstun vor sich rechtfertigt, wie er emotional hin- und hergerissen ist zwischen seiner Verliebtheit in Maggie und einer fast schon triebhaften Neugier, die ihn lähmt und daran hindert, einzuschreiten um die letztendliche Eskalation dieses Martyriums zu verhindern.
 
Ich möchte alle vor diesem Buch warnen, und das meine ich ernst. Es handelt sich hier nicht um eine an den Haaren herbeigezogene Horrorgeschichte, sondern um einen realen Fall (Silvia Likens, USA 1965) von psychopathischer Grausamkeit, getrieben von einem kranken Geist, kindlicher Neugier und krankhaftem Sadismus. Ein sehr gut geschriebenes Buch, aber definitiv nichts für schwache Nerven.

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