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Ian McEwan

Amsterdam

Bild von Claudia Maralik
Verfasst von yellow bookreader Claudia Maralik am Do, 26/08/2010 - 11:44
Inhaltsangabe

Alle haben sie dieselbe Frau geliebt, die nun nicht mehr ist: ein Politiker, ein Chefredakteur, ein Komponist. Als desto gegensätzlicher erweisen sich ihre Ambitionen: Ein Freundschaftspakt wird zum Teufelspakt, als es in Amsterdam zum Showdown kommt. Ian McEwan erhielt 1998 den Booker-Preis für diese ebenso witzige wie gnadenlose Geschichte über die Mechanismen der Medien und der Macht.

Meine Gedanken zum Buch:

Mein erstes Buch von Ian McEwan - nach Jahren habe ich es nun zum zweiten Mal gelesen und ich muss gestehen, es hat mich wieder nicht sonderlich vom Hocker gerissen.
Vermutlich ist es sein Stil, mit dem ich nicht ganz so warm werden kann. Teils zu ausschweifend, teils wieder zu knapp..... es beginnt für mich sehr vielversprechend, wird mir dann aber etwas zu langatmig....
Der Schluss reißt den Roman wieder heraus, den fand ich nämlich sehr gut gewählt und so fügt sich auch das Räderwerk der Erzählung dann doch wieder zusammen. Die Frage der Moral, die hier oft aufkommt ist recht interessant und macht den Leser hellhörig. McEwan macht die Zwiespälte sehr deutlich in denen wir uns oft befinden - was ist vertretbar und wo ist die Grenze - und vorallem auch die Macht der Medien (sei`s Fernsehen aber auch Zeitung) die wir in solchen Fällen oft unterschätzen.
 

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Solar

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Fr, 23/04/2010 - 09:33
Inhaltsangabe

Michael Beard ist Ende fünfzig, kahlköpfig, übergewichtig und ganz und gar unattraktiv. Auch seine besten beruflichen Jahre, er gewann einst den Nobelpreis für Physik, liegen bereits hinter ihm und damit nicht genug, hat seine Frau eine Affäre. Als seine berufliche und private Welt bei einem verrückten Unfall kollidieren, eröffnet sich für ihn die Chance, seine Ehe zu retten und seine Karriere wieder neu anzufachen und möglicherweise sogar die Welt vor der Klimakatastrophe zu retten.

Meine Gedanken zum Buch:

Mit Michael Beard hat McEwan einen wahrlich unsympathischen Hauptcharakter geschaffen, der im Laufe der Geschichte immer weiter an Sympathie verliert. Nobelpreisträger, Frauenheld und Oportunist - und nicht einmal ein wahrlich traumatisches Erlebnis schafft es, seine guten Vorsätze wahrwerden zu lassen. Michael verfällt immer mehr. Sein Körper, seine Umgebung - alles sträflich vernachlässigt. Und letztendlich platzt auch die Blase, auf der die Krönung seines beruflichen Erfolges aufgebaut ist - die Lage spitzt sich bis ins Unlösbare zu....
McEwan konfrontiert den Leser mit der Lage der Welt. Klimakatastrophe, alternative Energien, der nieendenwollende Streit der Geschlechter. Skrupellosigkeit, Gewinn- und Prestigesucht als Hemmschuh für die Rettung unseres Planteten.
"Solar" ist ein kritisches aber auch satirisches Gesellschaftsbild, Michael Beard ein Symbol für den Zustand der Menschheit in der sogenannten Ersten Welt.
Wie immer schreibt McEwan in seiner klaren Sprache, allerdings habe ich mir diesmal mit den vielen naturwissenschaftlichen Fachausdrücken etwas schwergetan, weil mich diese Themen auf Deutsch schon ziemlich plagen. Für Fans des Autors ein Muss, für alle anderen eine interessante Unterhaltung auf hohem Niveau mit aktuellem Hintergrund.

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Saturday (Audiobook)

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 17/12/2008 - 10:25
Inhaltsangabe

In der Tradition von Mrs. Dalloway und Ulysses spielt sich die Handlung von Ian McEwans Roman Saturday an einem einzigen Tag ab. Der erfolgreiche Neurochirurg Henry Perowne erwacht am Samstag, den 15. Februar 2003, ungewöhnlich früh. Sein Leben ist nahezu perfekt. Er ist Ende vierzig, schon lange verheiratet und noch immer in seine Frau verliebt, hat einen angesehenen Beruf und zwei wohlgeratene talentierte Kinder. An diesem Samstagmorgen liegt etwas in der Luft, das über die angekündigte Demonstration gegen die Teilnahme der Briten am Irakkrieg hinausgeht. Trotzdem freut Perowne sich auf seinen freien Tag, auf sein wöchentliches Squash-Spiel und auf den Besuch seiner Kinder.
Wie so oft bei Ian McEwan bringt ein kleiner Vorfall, in diesem Falle ein harmloser Autounfall, Prozesse ins Rollen, deren Nachwirkungen die Beteiligten bis ins Mark erschüttern -- und manchmal sogar für immer zeichnen. Das Leben Henry Perownes, das sich in der gehobenen Mittelklasse abspielt, wird von einem Eindringling gestört, der nicht nur akut das Wohl der Familie bedroht, sondern auch die Fragilität der zwischenmenschlichen Beziehungen der Familienmitglieder offen legt. All dies passiert vor dem Hintergrund des drohenden Konfliktes der westlichen mit der islamischen Welt, deren Beziehungen ebenfalls auf Messers Schneide stehen. Sowohl Perownes Familie als auch die Welt werden in diesem Moment vom Terror bedroht.

Meine Gedanken zum Buch:

Als eingefleischter McEwan Fan war dieses Buch schon der Vollständigkeit halber Pflichtlektüre. Leider muss ich sagen, es ist nicht sein bestes, kann in meinen Augen weder mit seinem Frühwerk wie "The Comfort of Strangers" (Der Trost von Fremden) oder auch seinem letzten Meisterstück "Atonement" (Abbitte) mithalten. Wie immer erzählt McEwan in einer klaren Sprache die Geschichte einer Welt, die mit jedem Wort deutlicher und anschaulicher wird. Allerdings ergeht er sich in so vielen verschiedenen Themen, dass man sich bald fragt, worauf er eigentlich hinaus will. Detaillierte medizinische Beschreibungen, die Friendensdemonstration in London und die damit verbundene Thematik des Irak-Krieges, ein abgestürztes Flugzeug.... Und bei der endlosen Beschreibung eines Squash-Spieles bin ich beim Fahren fast eingeschlafen, obwohl Jan Josef Liewers sich wirklich bemüht hat, das Ganze sehr lebendig zu gestalten.
 
Im letzten Teil spitzt sich die Handlung dann allerdings sehr dramatisch zu, wird fast unerträglich spannend.  Die so übertrieben heile Welt gerät ins Wanken, die einzelnen Protagonisten wachsen über sich selbst hinaus.
 
Ein gut geschriebenes Buch mit aktuellen Themen aber auch vielen Längen, das ich wirklich nur McEwan-Fans empfehlen würde.

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Der Zementgarten

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 06/02/2008 - 13:42
Inhaltsangabe

Ein Kindertraum wird Wirklichkeit: Papa ist tot, Mama stirbt und wird, damit keiner was merkt, einzementiert; und die vier Kinder haben das große Haus in den Ferien für sich. Im Laufe des drückend heißen, unwirklichen Sommers kapselt sich die Gemeinschaft der Kinder mehr und mehr gegen die Außenwelt ab.

Sehr ausführliche Beschreibung bei amazon.de

Meine Gedanken zum Buch:

Im Original "The Cement Garden"
Selten liest man eine solch bedrückende Szene wie die, in der die Kinder ihre tote Mutter in eine Kiste im Keller einzementieren. Der Autor erzählt von der Hoffnungslosigkeit und der Entwurzelung menschlichen Lebens in fast kafkaesken Bildern und in einer trockenen, lakonischen Sprache: kein Satz zu viel.
Sehenswert, aber leider vergriffen, der Film von Andrew Birkin mit Charlotte Gainsburgh als Julie

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Der Trost von Fremden

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Verfasst von yellow bookreader tedesca am Mi, 06/02/2008 - 13:35
Inhaltsangabe

Colin und Mary, ein nicht mehr ganz junges Paar, haken in Venedig das obligatorische Touristenprogramm ab. Eines nachts treffen sie den netten,aber etwas aufdringlichen Robert, der verspricht, ihnen ein noch geöffnetes Restaurant zu zeigen. Das Unheil nimmt seinen Lauf, weil Colin und Mary an ihren höflichen Umgangsformen festhalten und darum den immer unangenehmer werdenden Robert nicht loswerden können. In ihrer Hilflosigkeit ähneln sie Fliegen, die im Spinnennetz zappeln und es noch nicht einmal merken. Auch dem Leser erschliesst sich erst zum Schluss, was eigentlich los ist.

Colin und Mary finden ihre Spiegelung ins extreme gesteigert in Robert und Caroline, die in ihrer leidenschaft vor nichts zurückschrecken. Zangsläufig mündet deren sexuelle Obsession in den Tod – entweder den eigenen oder den eines anderen.

Meine Gedanken zum Buch:

Im Original heisst das Buch übrigens "The Comfort of Strangers".
McEwans Kunst zu erzählen, fesselt seine Leser auf eine ganz einzigartige Weise. Immer kommt das Grauen auf leisen Sohlen daher, schleicht sich hinterrücks unter das Alltagsgeschehen, und schockiert am Ende um so mehr. Man ist als Leser den Protagonisten immer ein paar Schritte voraus, man ahnt schon, dass etwas Schreckliches passieren wird und hat den ständigen Wunsch einzugreifen und das Unausweichliche, das Böse, zu stoppen. Doch man ist untätig dazu verdammt, in diesem Fall das junge Paar in sein Verderben rennen zu lassen und schließt das Buch mit offenstehendem Mund, ungläubig realisierend, dass alles noch viel schlimmer gekommen ist, als man es sich je hätte vorstellen können.
Eine echte Empfehlung für die Liebhaber von tiefen, dichten und makaberen Erzählungen.
Zu empfehlen auf  jeden Fall auch der Film von Paul Schrader (mit Christopher Walken, Rupert Everett und Natasha Richardson) - die morbide Stimmung des Buches ist auf eine Art und Weise eingefangen, dass man die Gänsehaut kriegt.

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On Chesil Beach

Bild von Marina
Verfasst von yellow bookreader Marina am Di, 15/01/2008 - 16:40
Inhaltsangabe

Das Paar Florence und Edward, beide Anfang 20, befindet sich nach ihrer Hochzeit im Hotelzimmer beim Dinner. Die Hochzeitsnacht steht bevor, doch die Tatsache, dass beide noch sehr unerfahren sind und Versagensängste haben, erschweren ein Sich-Näherkommen. Jeder ist so mit sich selbst und den eigenen Ängsten beschäftigt, dass sie gar nicht bemerken, wie es dem anderen ergeht. Schaffen sie es noch miteinander zu kommunizieren, ihre Ängste zu zerstreuen und aufeinander zuzugehen?

Meine Gedanken zum Buch:

Es ist ein recht einfach zu lesendes Buch. Wer sich allerdings Spannung erwartet, sollte mit diesem Buch erst gar nicht beginnen. Die Geschichte ist doch eher ruhig und ohne wirkliche Höhepunkte. Sie handelt einzig und allein von Missverständnissen, die daher rühren, dass sie in der Partnerschaft nicht ausgesprochen werden und dadurch bei beiden Seiten Ängste erzeugen.
Habe das englische Original gelesen, der deutsche Titel ist "Am Strand".

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Abbitte

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Di, 15/01/2008 - 14:27
Inhaltsangabe

Die 13-jährige Briony Tallis hat sicher viele Talente. Eins davon ist ihre rege Fantasie. Ein Theaterstück will das junge Mädchen inszenieren im Landhaus der Familie, in jenem heißen Sommer 1935, der die Gemüter und Gefühle aller so sehr erhitzt. Warum sonst sollte sich Brionys Schwester Cecilia am Brunnen mit Robbie treffen und derart merkwürdige Dinge tun? Warum benutzt Robbie ein derart unflätiges Wort? Und was ist da am Abend Schreckliches im Garten geschehen? So schreibt das Schicksal ein ganz anderes Drama in Ian McEwans Abbitte, in dem Briony mit ihrer großen Fantasie eine eher tragische Rolle spielt. Denn sie deutet die Situation völlig falsch und zerstört durch eine Anklage gleich mehrere Menschenleben. Als Briony bereits eine erfolgreiche Schriftstellerin geworden ist und begreift, wie falsch ihre Anschuldigungen gewesen sind, ist es bereits zu spät.

Meine Gedanken zum Buch:

Eine wunderbare, traurige Geschichte über kindliche Dummheit und Eifersucht, den Krieg und die Liebe.
Auch wenn der Text langsam dahinfließt, fehlt ihm nicht die nötige Dynamik, die einen zum Weiterlesen treibt. Vor allem im englischen Original ("Atonement") ein weiteres sprachliches Meisterwerk von Ian McEwan, der mit "Der Trost von Fremden" oder "Der Zementgarten" schon mehrere Vorlagen für exzellente Verfilmungen geschrieben hat.
"Abbitte" hat soeben den Golden Globe für den besten Film und die beste Filmmusik erhalten - mit Recht! Ein wunderbarer Film, hervorragende Schauspieler, und eine Musik, die die Handlung in jeder Phase mitzutragen scheint.

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