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Fjodor M. Dostojewski

Schuld und Sühne

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Verfasst von  Sylli am Fr, 13/01/2012 - 10:41
Inhaltsangabe

Rodion R. Raskolnikow, ehemaliger Student der Rechte, lebt in ärmlichsten Verhältnissen, und begeht ein furchtbares Verbrechen. Er erschlägt eine alte Pfandleiherin und deren schwachsinnige Schwester. Der Täter hat zwar Geld und Schmuck gestohlen, doch interessiert ihn das Diebsgut nicht besonders. Raskolnikow verfällt gleich nach der Tat in eine Art Nervenfieber. Sein Verbrechen belastet ihn sehr, und einige Male steht er kurz davor, sich zu stellen und sein Gewissen zu erleichtern.
Als eine ihm bekannte Familie durch den Tod des Vaters in höchste Not gerät, die die älteste Tochter Sonja sogar zur Prostitution treibt, bezahlt Raskolnikow trotz seiner eigenen tristen Lage das Begräbnis. Zu Sonja entwickelt er schließlich ein so vertrauliches Verhältnis, dass der Mörder der Buhlin - wie es im Roman so schön heißt - das Verbrechen gesteht. Durch ihren Einfluß ist er schließlich bereit, die Verantwortung für seine Tat zu übernehmen.

Meine Gedanken zum Buch:

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mich in den Text einzulesen, hat mich die Vielschichtigkeit der Charaktäre, die breitangelegte Handlung und nicht zuletzt die Sprachgewalt des Autors, völlig in ihren Bann gezogen.
Die Hauptfigur, der Mörder Raskolnikow, war mir allerdings nie sympathisch, da er mir mit seiner Lebensphilosophie stets fremd geblieben ist. Er ist nämlich der Meinung, dass ein vom Schicksal auserwählter Mensch durchaus das Recht hat eine böse Tat, also auch einen Mord, zu begehen, wenn daraus letztlich für andere etwas Gutes entsteht. Diesen Gedankengang konnte ich schon deshalb nicht nachvollziehen, weil er aus der Wohnung seines Opfers gar keine so große Summe entwendet hatte, ja sich nicht einmal besonders für die Höhe der Beute interessierte, als dass er damit viel Gutes hätte bewirken können. 
Im weiteren Verlauf steht auch vielmehr die Art, wie er das Verbrechen verarbeitet, im Vordergrund; seine Ängste entdeckt zu werden und seine Zweifel, ob er sich nicht doch selber stellen soll.
Von den vielen Figuren, die den Roman bevölkern, hat mir Raskolnikows Freund Rasumichin sehr gut gefallen, besonders in Erinnerung geblieben ist mir jedoch der Untersuchungsrichter Porfirij Petrowitsch, der durch seine Art des Verhörs für spannende und überraschende Momente sorgte. Aber auch seinen Nebenfiguren widmete Dostojewski mehr Aufmerksamkeit als so mancher moderne Autor seinen Hauptfiguren zuteil werden läßt.
Dass Raskolnikow sich schließlich stellte, aber keine Reue zeigte und weiterhin an der Auffassung festhielt, nur eine "Laus" getötet zu haben, fand ich konsequent und zum Gesamtkonzept passend. Zudem läßt das Ende ja durchaus hoffen, dass der Mörder Raskolnikow durch Sonjas Liebe und die Treue seines Freundes Rasumichin eine charakterliche Wandlung durchlebt haben könnte.
Ein großartiger Roman, der es verdient, immer wieder gelesen zu werden und nach einer Fortsetzung verlangt hätte. 

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