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Dave Boling

Guernica (Der Tanz der Freiheit)

Bild von tedesca
Verfasst von yellow bookreader tedesca am Do, 01/10/2009 - 12:40
Inhaltsangabe

Spanien 1935: Nach einer Auseinandersetzung mit der Guardia Civil flieht der junge Baske Miguel nach Guernica. Hier findet er nicht nur ein neues Leben, er trifft die Liebe seines Lebens. Die junge Miren ist eine elegante, charismatische Tänzerin, die, obwohl von allen jungen Männern begehrt, bald nur noch Augen für den geheimnisvollen Miguel hat. Doch in Spanien tobt der Bürgerkrieg und beschwört eine Tragödie herauf, die das junge Glück bedroht ...

Meine Gedanken zum Buch:

Ich habe Euch beim letzten Zitat den Link zu Picassos berühmtem Bild eingefügt, damit ihr den Vergleich zur Beschreibung habt.
 
"Guernica" ist eine Geschichte, die einen zutiefst berührt. Da ich das Bild schon kannte und somit auch seine Geschichte, wusste ich ja, was auf die sympathisch beschriebenen  Figuren zukommen würde: Die totale Vernichtung. Der Teufel in Person des Wolfram von Richthofen, des Bruders des berühmten Roten Barons.
Dave Boling beschreibt anschaulich und sachlich, ohne je distanziert zu wirken, das Grauen dieses Tages im Jahr 1937. Er lässt uns teilhaben am Leben der baskischen Bauern, das für eine Minderheit in einem Land des Bürgerkrieges ohnehin nicht leicht ist. Wie ein Schimmelpilz breiten sich Verrat und Hinterhältigkeit auch in diesem kleinen Dorf in den Bergen aus, schaffen Misstrauen und Unfrieden in der sonst so friedlichen Gemeinschaft. Doch niemand konnte damit rechnen, dass gerade dieser kleine Ort zur Zielscheibe der totalen Vernichtungswut werden sollte, nur, weil es galt, eine kleine Brücke in der Umgebung zu zerstören (die übrigens als eines der wenigen Bauwerke das Bombardement unbeschädigt überstanden hat).
Picasso hat das Grauen dieses Tages zum Thema seines Auftragswerkes für die Weltausstellung in Paris gemacht und so seinen Opfern ein unzerstörbares Denkmal gesetzt, das sich auf Dauer in die Erinnerung der Betrachter einprägt.
Interessant für mich war die Tatsache, dass die baskischen Waisenkinder nach England gebracht wurden, wo viele sich auch niedergelassen haben. D.h. es gibt in England nicht wenige Familien baskischen Ursprungs.
Der Roman endet mit einem Hoffnungsschimmer für die Zukunft - wie lange es noch dauern würde, dass dieses Land zur Ruhe kommt, konnte wohl damals niemand ahnen.
Ein grandios geschriebenes Buch, berührend und interessant, ein 100%iger Tipp für alle, die gern gut geschriebene geschichtliche Romane lesen.
 
 
 
 

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