Sitemap

Daniel Kehlmann

Der fernste Ort

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am Fr, 24/12/2010 - 13:20
Inhaltsangabe

Der Versicherungsangestellte Julian nutzt einen Schwimmunfall, um seinen Tod vorzutäuschen und sich davonzumachen. Noch einmal läßt er seine Erinnerungen Revue passieren: die Kindheit, die zähen Anstrengungen neben dem hochbegabten Bruder zu bestehen, den Zerfall der Familie und die immer wieder gescheiterten Versuche, der Mittelmäßigkeit zu entkommen. Nun, plötzlich, liegen verführerische neue Möglichkeiten vor ihm; er kann ganz von vorne beginnen.

Meine Gedanken zum Buch:

Absolut kein angenehmes Buch. Julian läuft immer wieder davon. Er möchte ganz weit weg - uns selbst das gelingt ihm nicht richtig.
Ein absolut gut geschriebenes Buch. Kehlmann ist nicht das Überhirn, das alles weiß. Ich stolpere als Leser mit Julian durch sein verpfuschtes Leben. Ich bin Julian in manchen Passagen. Unglaubliche Schreibkunst.
Absolut nicht mein Thema. Ewige Flucht, nicht gelingende Flucht.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Beerholms Vorstellung

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am So, 01/11/2009 - 13:08
Inhaltsangabe

Als Lehrling bei einem berühmten Magier findet Arthur Beerholm zu seiner Berufung. Bald erfüllt er Säle der großen Städte mit begeisterten Zuschauern. Aber der beste Illusionskünstler aller Zeiten zu sein genügt ihm nicht: Er will über die Grenzen seiner Kunst hinaus, er will mehr als nur den Schein des Wunders.

Daniel Kehlmanns erstes Buch.

Meine Gedanken zum Buch:

Wo ist die Grenze zischen Mathematik und Magie. Gibt es da überhaupt eine Grenze oder gar keine/eine Verbindung? Führ Kehlmann liegt das sonnenklar auf der Hand. Diese Grenze gilt es zu überschreiten. Wann glaubt ein Magier an seine eigenen Tricks? Was geschieht über die Automatik hinaus, auf einmal selbständig? Reicht der Wunsch aus, sich etwas zu erfüllen? Ist das dann gefährlich? Kann ein Mensch das alles packen? Ja, aber Beerholm geht seinen eigenen Weg.
Die Perspektiven, suggerierte Gesprächspartner (auf der Suche nach dem idealen Partner), Vergleiche zu Merlin, den sein Traumfräulein umbrachte (oder war es doch nur in Merlins Gedanken an sie?), Parallelen zu Beerholm, dem Star dieses Buchs. Man will es bis zum Ende nicht wahrhaben. Unausweichlich geschieht es.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Wo ist Carlos Montúfar?

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am Di, 01/09/2009 - 21:27
Inhaltsangabe

Klärende Stellungnahmen, die ganze Epochen beleuchten. Daniel Kehlmann ist eindeutig ein Leser nach Borges-Art: ein grandioser Überblicker.

Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung

Meine Gedanken zum Buch:

Kehlmann stellt sich mit diesem Buch auf die gleiche Stufe mit den Besten. Das mag großkotzig erscheinen, jedoch sind seine Betrachtungen äußerst wurzelnd und mindestens zwei der Bücher muss ich mir zulegen:
Kurt Vonnegut: Suche Traum, biete mich
Raymond Carver: Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden.
Auch äußert er sich positiv über J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe. Wer hätte sich das gedacht?
 
 

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Mahlers Zeit

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am Di, 16/06/2009 - 18:49
Inhaltsangabe

Eines Nachts macht der Physiker David Mahler im Traum eine merkwürdige Entdeckung. Viele Jahre hat er sich mit dem Problem der Zeit beschäftigt, mit der Frage, ob ihre Richtung wirklich unumstößlich Naturgesetz ist oder sich nicht doch etwas finden läßt, das ihren Lauf umkehrt. Nun hält er die Lösung in der Hand. Das älteste Gesetz der Natur ist in Frage gestellt, damit die Grundfesten der Welt.

Meine Gedanken zum Buch:

Da wäre wohl mehr herauzuholen gewesen. Ein Juwel, aber ein etwas roher. Viele Möglichkeiten sehe ich aus diesem Stoff einen Riesenwälzer zu machen (im positiven Sinn). Kehlmann reduziert aber wie gewohnt, was bei diesem Stoffgebiet ein wenig dünn wirkt.
Aber Kehlmann hat Sprachbrillianz. Das muss man zugeben.
Ruck-Zuck durchgelesen, da nur 160 Seiten. Für Kehlmann-Freaks wie mich passte es aber.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Requiem für einen Hund

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am Mi, 03/06/2009 - 15:12
Inhaltsangabe

Ein Stück lebendige Literatur, anregend und unterhaltsam, erzählerisch und philosophisch, heiter und ernst.

Meine Gedanken zum Buch:

Form des Büchleins ist ein Gespräch. Sehr interessante Betrachtungen zu Kehlmanns erschienenen Werken sowie darüber hinaus. In gewisser Weise Sekundärliteratur. Sehr gut.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Diese sehr ernsten Scherze

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am Do, 19/03/2009 - 20:20
Inhaltsangabe

Als deutscher Autor ist man ständig, ununterbrochen, auf Schritt und Tritt ein Befragter. Paßt man nicht auf, kann es passieren, daß man diese fragende Instanz internalisiert und plötzlich mit sich selbst beim Zähneputzen oder Schuhezubinden im Interviewton spricht. Darum also, der Ehrlichkeit und auch der Einfachheit halber, gestatten Sie mir einen Akt künstlerischer Externalisierung; gestatten Sie mir, als ein ständig Befragter, in der gewohnten Rolle zu bleiben - und mich selbst zu befragen.

Meine Gedanken zum Buch:

Ein ganz dünnes "Zwischenbuch" (nur 43 Seiten). Ich habe nur kurz reingesehen und flugs mit allergrößter Freude dieses inszenierte Interview über das Schreiben von Romanen gelesen.
Kehlmann denkt sich so manches zu seinen Romanfiguren und recherchiert sogar sehr viel (falls das hier und da vielleicht anders vermutet wurde).
Jeder, der sich gerne schreibend (oder auch lesend) betätigt kann von diesem Miniwerk nur begeistert sein. Vorkenntnis seiner Romane ist nicht von Nöten.
Absolut lustig - und jetzt wieder zurück zu Peter Altenberg.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Ich und Kaminski

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am So, 15/03/2009 - 15:59
Inhaltsangabe

Ein Kunst-Student will die Biographie eines alten, blinden Malers schreiben. Aus dem Gerangel zwischen dem jungen Autor und seinem widerstrebenden Opfer machte Daniel Kehlmann eine bitterböse Satire über die Sucht nach Ruhm und die Roheit der Medien

Meine Gedanken zum Buch:

Dieser arrogante Nichtsnutz will aus reiner Gier mit teilweise verbotenen Mitteln den versteckt lebenden alten Künstler Kaminski jeden Tropfen Lebensblut nehmen. Es wäre ihm recht, würde der alte Mann bald sterben. Seine Biogrphie wäre ja dann ein umso größerer Erfolg. Er schaftt es aber nicht und enträtselt den Künstler. Er befreit ihn direkt. Den ganzen Text über (es sind ja nur 174 Seiten) wirkt dieser junge "Held" überdreht, übermotiviert direkt fahrig. Kaminski wird hingegen jünger und jünger. Am Ende fühlte ich so, als ob sie sich altersmäßig entgegengegangen wären.
Stilistisch äußerst intensiv und in absoluter Jetztzeit. Kehlmann erzählt nicht, er läßt die Handlung geschehen. Wo andere Schriftsteller sinnlose Seiten füllen, reduziert Kehlmann auf das Notwendigste - und das ist halt manchmal auch banal. Warum auch nicht? Ein großer Künstler.
Übrigens wird das Buch noch 2009 verfilmt.
 

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

ruhm

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am Do, 05/02/2009 - 19:49
Inhaltsangabe

Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod: Ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein. Ein Spiegelkabinett voll unvorhersehbarer Wendungen - komisch, tiefgründig und elegant erzählt vom Autor der "Vermessung der Welt".

Meine Gedanken zum Buch:

Ich habe mich bei deisem Buch köstlich amüsiert und oft laut aufgelacht. Herr Kehlmann versteht es mit teils schnörkellosen Sätzen exakt den Punkt zu treffen. Einige Sätze las ich gerne mehrmals, da die Bilder im Kopf sich so wunderbar zusammenfügten. Wie Zahnräder die sich nur an einem kleinen Punkt berühren, werden hier zart gewebte neun Geschichten miteinander verwoben. Wie im wirklichen Leben gibt es (natürlich!) mehrere erzählwürdige Geschichten, die nur durch ein Buch in einen Rahmen gebracht werden. Für mich war das eine Erleuchtung, so zart mit extremen Geschichten umzugehen und es erscheint ein "normaler" Handlungsstrang eines "normalen erzählenden Buches" nunmehr direkt unrealistisch.
Absolute Empfehlung.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Die Vermessung der Welt

Bild von Reinhard E. Karner
Verfasst von bookreaders team member Reinhard E. Karner am Mo, 27/10/2008 - 22:16
Inhaltsangabe

Eine Satire auf die deutsche Klassik, ein Abenteuerroman, ein Abbild des Bürgertums im beginnenden 19. Jahrhundert, eine Studie über Opfer und Moral der Wissenschaft, das Portrait zweier alternder Männer, jeder auf seine Weise einsam; und ein wunderbar lesbarer Text voller gebildeter Anspielungen und Zitate und versteckter Kleinode.

Meine Gedanken zum Buch:

Nun, die 43. Auflage kann doch nicht lügen. Oder?
Mir hat dieses Buch nicht sehr viel gebracht. Ping pong geht es hin und her zwischen den beiden geistigen Größen Humbold und Gauß, jedoch von Spannung oder Humor wenig bis keine Spur.

Die User-Beiträge decken sich nicht zwingend mit der Meinung der Betreiber von bookreaders.at.
Sollten diese Ihre Rechte verletzen, bitten wir um .

Dein Lieblingsbuch im Bücherforum nicht gefunden?

Werde selbst Buchpate!

Inhaltsangabe bzw. Zusammenfassung - selbst verfasst oder der Buchklappentext, Zitate, Quellenangaben, deine Meinung, und schon bist du Buchpate. Wir freuen uns auf deine Lieblingsbücher.

Stelle deine Bücher im Forum vor und diskutiere mit anderen bookreaders über das Buch. Rezension bzw. Rezensionen sind zwar "hübsche" Worte, auf bookreaders.at schreibt einfach jeder seine Meinung in der Diskussion. Eine Bewertung des Inhalts mit Sternchen oder dergleichen, wie sie in Buchbesprechungen üblich scheint, gibt es auf bookreaders.at nicht. Was zählt sind die persönlichen Eindrücke über den Inhalt, den Autor, ... Wir freuen uns über jede Buchvorstellung.